Orthodoxe Gottesdienste
Übersetzer Priorisierung:

Oktoich

Ton 1. Sonntag.

- Zur Vesper -

Stichiren zu "Herr ich schrie"
Heiliger Herr, nimm entgegen / unsere abendlichen Gebete / und gewähre uns Vergebung der Sünden; / denn du bist es allein, // der zeigt der Welt die Auferstehung.
Umringet, ihr Völker, den Sion, / umfasset ihn und gebet auf ihm die Ehre / dem, der erstanden von den Toten; / denn er ist unser Gott, // der uns erlöst hat von unsern Missetaten.
Kommet, ihr Völker, / wir wollen besingen und verehren Christus / und preisen seine Auferstehung von den Toten; / denn er ist unser Gott, // der erlöst hat die Welt vom Truge des Feindes.
Freuet euch, ihr Himmel, / lasset Posaunenschall erklingen, ihr Grundfesten der Erde, / brechet in Freudenrufe aus, ihr Berge. / Denn siehe, der Emmanuel / hat ans Kreuz genagelt unsere Sünden. / Der das Leben gibt, hat den Tod getötet // und den Adam wiederaufgerichtet als der Menschenliebende.
Ihn, der für uns ward gekreuzigt / im Fleische aus freiem Willen, / der gelitten hat und ward begraben / und auferstanden ist von den Toten, / ihn lasst uns besingen mit den Worten: / „Festige im rechten Glauben deine Kirche, o Christus, / und gib Frieden unserem Leben // als der Gute und Menschenliebende.“
Wir Unwürdige stehen / an deinem Grabe, das empfing das Leben, / und bringen dar, o Christus, unser Gott, / den Lobpreis deiner unsagbaren Barmherzigkeit. / Denn Kreuz und Tod hast du, Sündenloser, auf dich genommen, / um der Welt zu schenken // die Auferstehung als der Menschenliebende.
Den Logos, der ohne Anfang ist und ewig mit dem Vater, / der hervorgegangen aus jungfräulichem Schoße / auf unsagbare Weise, / der Kreuz und Tod hat auf sich genommen / um unsertwillen aus freien Stücken / und auferstanden ist in Herrlichkeit, / ihn wollen wir besingen mit den Worten: / „Lebenspender, Herr, Ehre sei dir, // du Retter unserer Seelen.“
Ton 1. ( Gottesmutterstichiren des Paulus von Amorium )
Die du heiliger bist als alle heiligen Mächte / und kostbarer als alle Schöpfung / Gottesgebärerin, Gebieterin der Welt, / rette uns, die du hast den Retter geboren, / aus ungezählten Verfehlungen / und aus Gefahren, du Gute // durch deine Bitten.
Du Pforte der Barmherzigkeit, / verachte nicht meine niedrige Seele, / so bitt ich dich voll Vertrauen, о Jungfrau, / sondern übe bald Erbarmen / und errette sie aus dem Abgrund meiner Sünden, / deine Huld mir aufs neue gewähre // und erleuchte mich, reine Jungfrau.
Du hast Gott mit den Menschen geeint, Gebieterin, / in dir allein wurde die sterbliche Natur erhoben / zu göttlicher Unverweslichkeit. / Du hast quellen lassen denen auf Erden die Rettung. / Du Gottesgebärerin, // befrei uns aus allen Qualen.
Ton 1. ( Dogmatikon )
Jetzt, Dogmatikon: Sie, die schmuckvolle Zier, die stammt aus den Menschen / und hat geboren den Gebieter, / die himmlische Pforte, lasst sie uns besingen, / Maria, die Jungfrau, das Lied der Körperlosen / und die Zierde der Gläubigen. / Sie hat sich erwiesen als Himmel / und als Tempel der Gottheit. / Sie hat niedergerissen die Scheidewand der Feindschaft, / statt dessen eingeleitet den Frieden / und das Königreich geöffnet. / Da wir nun als Anker des Glaubens sie besitzen, / haben wir zum Verteidiger den Herrn, der ward aus ihr geboren. / Es sei getrost, ja getrost das Volk Gottes. / Denn er selbst wird kämpfen gegen die Feinde // als der Allmächtige.
Stichiren zur Stichovna
Durch dein Leiden, o Christus, / wurden wir befreit von den Leiden, / und durch deine Auferstehung / wurden wir erlöst vom Verderben. // Herr, Ehre sei dir.
Jubeln soll die Schöpfung; / die Himmel sollen sich freuen, / in die Hände sollen klatschen die Heidenvölker mit Freuden. / Denn Christus, unser Erretter, / hat ans Kreuz genagelt unsere Sünden, / hat den Tod getötet und uns das Leben geschenkt / und den gefallenen Adam, den Stammvater aller, wieder aufgerichtet // als der Menschenliebende.
Wiewohl der König du bist des Himmels und der Erde, / ließest du freiwillig dich kreuzigen, / du Unbegreiflicher, aus Menschenliebe. / Der Hades geriet in Erbitterung, / als unten er dir begegnete. / Die Seelen aber der Gerechten / empfingen dich mit Frohlocken. / Adam erstand, als er erblickte / dich, den Schöpfer, in der Unterwelt. / O des Wunders! Wie konnte nur kosten / den Tod das Leben aller? / Doch nur, weil es wollte erleuchten / die Welt, welche da schreit und ruft: // „Du Auferstandener von den Toten, Herr, Ehre sei dir!“
Die myrrhentragenden Frauen, / die da trugen die Myrrhen / mit Eifer und unter Klagen, / trafen ein an deinem Grabe. / Und da sie deinen unbefleckten Leib nicht fanden, / doch von dem Engel wurden unterrichtet / über das neue und unfassbare Wunder, / sprachen sie zu den Aposteln: / „Der Herr ist erstanden // und gewährt der Welt das große Erbarmen.“
Jetzt, Theotokion: Siehe, es hat sich erfüllt die Weissagung des Isaias: / Als Jungfrau hast du geboren / und bist es nach der Geburt geblieben wie vor der Geburt. / Denn Gott war der Geborene, / weshalb er auch erneuerte die natürlichen Geschöpfe. / So übersieh denn nicht die Flehrufe deiner Knechte, / die sie dir darbringen in deinem Heiligtum, / sondern hab Erbarmen mit deinen Dienern, / die du trägst den Barmherzigen auf deinen Armen // und bitte, dass errettet werden unsere Seelen.

ORTHROS

P: Gesegnet unser Gott, allezeit, jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit.
     L: Amen.
     L: Ehre Dir, unser Gott, Ehre Dir.
Himmlischer König, Tröster, Du Geist der Wahrheit, überall Gegenwärtiger und alles Erfüllender, Hort der Güter und Spender des Lebens, komm und nimm Wohnung in uns, reinige uns von jedem Makel und errette, Guter, unsere Seelen.

Trishagion bis Vater unser:

L: Heiliger Gott, Heiliger Starker, Heiliger Unsterblicher, erbarme Dich unser, dreimal.
Ehre dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Allheilige Dreiheit, erbarme Dich unser. Herr, sei gnädig ob unserer Sünden. Gebieter, verzeih uns unsere Gesetzlosigkeiten. Heiliger, suche unsere Schwächen heim und heile sie um Deines Namens willen.
Herr, erbarme Dich, dreimal.
Ehre dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Vater unser, der Du bist in den Himmeln, geheiligt werde Dein Name. Dein Königtum komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser notwendiges Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
P: Denn Dein ist das Königtum und die Macht und die Herrlichkeit, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit.
     L: Amen.
Herr, erbarme Dich, zwölfmal. Ehre, jetzt.
Kommt, lasst uns anbeten Gott, unseren König.
Kommt, lasst uns anbeten und niederfallen vor Christus, Gott, unserem König.
Kommt, lasst uns anbeten und niederfallen vor Christus selbst, unserem König und Gott.
In den Klöstern werden diese Psalmen langsam gelesen, damit der Priester alle Brüder beweihräuchern kann.
Psalm 19: Erhören möge dich der Herr am Tag der Bedrängnis, beschirmen möge dich der Name des Gottes Jakobs. Er sende dir Hilfe vom Heiligtum, und vom Sion her steh Er dir bei. Er gedenke all deiner Opfer, und dein Brandopfer mache Er fett. Der Herr gebe dir nach deinem Herzen, und all deine Pläne erfülle Er. Wir wollen frohlocken ob deiner Errettung, und uns rühmen im Namen des Herrn, unseres Gottes. Der Herr erfülle all deine Bitten; nun habe ich erkannt, dass der Herr errettet hat Seinen Gesalbten. Er wird ihn erhören von Seinem heiligen Himmel, in machtvollen Taten ist die Errettung Seiner Rechten. Diese rühmen sich der Wagen und jene der Rosse, wir aber wollen uns rühmen im Namen des Herrn, unseres Gottes. Sie wurden an den Füßen gebunden und kamen zu Fall, wir aber standen auf und wurden emporgerichtet. Herr, errette den König, und erhöre uns am Tage, da wir Dich anrufen werden.
Psalm 20: Herr, in Deiner Macht wird der König frohgemut sein und frohlocken ob Deiner Errettung gar sehr. Seines Herzens Begehr hast Du ihm gegeben und um den Wunsch seiner Lippen ihn nicht beraubt. Denn Du kamest ihm zuvor mit Segnungen der Güte, hast auf sein Haupt gesetzt eine Krone von Edelstein. Leben erflehte er von Dir, und Du gabest ihm Länge der Tage auf immer und ewig. Groß ist seine Herrlichkeit in Deinem Heil. Herrlichkeit und Erhabenheit wirst Du auf ihn legen. Denn Du wirst ihm Segen geben auf immer und ewig, wirst ihn in Freude frohgemut machen mit Deinem Angesicht. Denn der König hofft auf den Herrn, und in des Höchsten Erbarmen wird er keineswegs wanken. Deine Hand werde gefunden von all Deinen Feinden; Deine Rechte finde alle, welche Dich hassen. Denn Du wirst sie wie einen Feuerofen machen zur Zeit, da erscheint Dein Angesicht; der Herr wird sie aufwühlen in Seinem Zorn, und Feuer wird sie fressen. Du wirst ihre Frucht von der Erde tilgen und ihren Samen aus den Menschenkindern. Denn sie wälzten Übles auf Dich, überlegten Pläne, mit denen sie keineswegs bestehen können. Denn Du wirst sie zum Rücken machen; in Deinen Übriggebliebenen wirst Du ihr Angesicht bereiten. Sei erhöht, o Herr, in Deiner Macht; besingen wollen wir in Liedern und Psalmen Deine machtvollen Taten.
Ehre, jetzt.
L: Trishagion bis Vater unser. Priester: Denn Dein ist… Wir: Amen.

Tropare

L: Errette, Herr, Dein Volk und segne Dein Erbe, Siege schenke Deinen Frommen über ihre Widersacher und behüte durch Dein Kreuz die Dir eigene Gemeinde.
Ehre: Der Du freiwillig auf das Kreuz Dich erhoben, Christus Gott, schenke Dein Erbarmen Deiner neuen nach Dir genannten Gemeinde. Stärke alle, die für sie Verantwortung tragen mit Deiner Kraft. Gewähre Sieg über das Böse, Frieden in Deiner Gemeinschaft durch die Waffe des Kreuzes, des unüberwindlichen Siegeszeichens.
Jetzt: Hehre, nicht beschämende Schirmherrin, übersieh nicht unser Flehen, gütige allbesungene Gottesgebärerin. Festige unsere Gemeinden. Stärke die, so Verantwortung tragen im Staat und gewähre uns allen den Sieg von oben. Denn Gott hast du geboren, einzig Gesegnete.

Kleine inständige Ektenie

Diese Ektenie wird immer vom Priester gelesen.
P: Erbarme Dich unser, o Gott, nach Deinem großen Erbarmen, wir bitten Dich, erhöre uns und erbarme Dich.
     Ch: Herr, erbarme Dich. Dreimal, zu jeder Fürbitte.
P: Wir beten auch für unseren großen Herrn und Vater, den heiligsten Patriarchen Kyrill, und unseren Herrn, den höchstgeweihten Metropoliten (oder Erzbischof, oder hochgeweihten Bischof) N., und für all unsere Brüder in Christus.
P: Wir beten auch für unser gottgeschütztes Land und für alle, die es regieren und beschützen, auf dass wir ein stilles und ruhiges Leben führen können in aller Frömmigkeit und Lauterkeit.
P: Wir beten auch für alle Brüder und alle Christen.
Ausruf: Denn ein erbarmungsreicher und menschenliebender Gott bist Du, und Dir senden wir die Verherrlichung empor, dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit.
     Volk: Amen. Im Namen des Herrn Vater segne.
P: Ehre der heiligen und einwesentlichen und lebendigmachenden und untrennbaren Dreiheit, allezeit, jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit.
     Ch: Amen.

Hexapsalm

Im Zentrum der Kirche wird der Hexapsalm gelesen. Wir hören mit Schweigen und Ergriffenheit zu. Das Licht und die Kerzen werden ausgemacht.
L: Herrlichkeit Gott in den Höhen und auf Erden Friede und den Menschen Sein Wohlgefallen. Dreimal.
Herr, meine Lippen wollest du öffnen, und mein Mund wird verkünden dein Lob. Zweimal.

Alleluïa, Ton

In der großen Fastenzeit oder wenn das Alleluïa gesungen wird, singt man Anstelle von Gott ist der Herr das Alleluïa.
D: Alleluïa, alleluïa, alleluïa.
     Ch: Alleluïa, alleluïa, alleluïa. Zu jedem Vers.
Vers: Inmitten der Nacht erwacht mein Geist zu Dir, o Gott, denn Licht sind Deine Gebote auf Erden.
Vers: Übet Gerechtigkeit, ihr Bewohner der Erde.
Vers: Sehen werden sie den Eifer um das Volk und zuschanden werden.
Vers: Erlege ihnen Übel auf, o Herr, erlege ihnen Übel auf, den Herrlichen auf Erden.
Sedalen 1
Die Soldaten, die dein Grab bewachten, / waren wie tot, o Erretter, / durch den Blitzstrahl des erscheinenden Engels, / der verkündete den Frauen die Auferstehung. / Dich preisen wir, den Vernichter des Verderbens; / vor dir fallen wir nieder, der erstand aus dem Grabe, // unserem einzigen Gott.
Steh auf, Herr, mein Gott; es möge sich erheben deine Hand; vergiß nicht deiner Armen bis ans Ende! (Ps 9,33)
Ans Kreuz genagelt aus freiem Willen, Barmherziger, / und ins Grab gelegt als Sterblicher, Lebenspender, / hast du die Kraft, Machtvoller, zermalmt durch deinen Tod. / Denn vor dir erschraken die Torwächter des Hades. / Du erwecktest mit dir auf / jene, die waren von jeher verstorben, // als der einzig Menschenliebende.
Als Mutter Gottes erkennen wir dich alle, / die du wahrhaft dich hast erwiesen / auch nach der Geburt als Jungfrau, / und flüchten uns voll Verlangen zu deiner Güte. / Denn dich haben wir Sünder als Beistand. / Dich besitzen wir als Rettung in Versuchungen, // dich, die allein ist ganz ohne Tadel.

Leben der hl. Maria von Ägypten

L: Segne, ehrwürdiger Vater, die Vita unserer frommen Mutter Maria von Ägypten zu lesen.
P: Auf ihre Gebete hin, Herr, Jesus Christus, unser Gott, erbarme Dich unser.
L: Amen.
Liest der Priester die Vita selbst, so spricht er: „Vita unserer frommen Mutter Maria von Ägypten - auf ihre Gebete hin, Herr, Jesus Christus, unser Gott, erbarme Dich unser.“

Erster Teil

L: Es war ein Greis in einem der Klöster Palästinas, geschmückt durch tugendhaften Lebenswandel und die Weisheit seiner Worte, von frühester Kindheit an in den frommen Werken des Klosterlebens sehr geübt. Des Greises Name war Zosimas (nicht zu verwechseln mit dem Häretiker Zosimas, von dem später gesprochen werden wird und welcher von üblem Rufe und fern von der Kirche war, während jener orthodox und gerecht war), der sämtliche Stufen des enthaltsamen Lebens erstiegen hatte und alle von den vollkommenen Asketen gegebenen Regeln bewahrte; all dieses beobachtend ließ er niemals von der Befolgung der göttlichen Worte ab; wenn er sich niederlegte und aufstand, wenn er arbeitete und aß, falls man dies überhaupt essen nennen kann, lag er nur einem ob, zu singen und sich zu belehren durch das Wort Gottes. In früher Jugend trat er in das Kloster ein und wirkte in demselben bis zum 53. Lebensjahre, in guten Werken sich übend. Nachher wurde er versucht durch den Gedanken, als ob er bereits in allem vollkommen sei und anderer Unterweisungen nicht bedürfe, indem er im Gemüte sprach: Ob es wohl auf Erden einen Mönch gibt, der mir förderlich sein, der mir eine Art der Askese zeigen könnte, die ich noch nicht geübt habe? Ob sich in der Wüste ein Mensch findet, der meine Taten übertrifft?
Indem der Greis also dachte, erschien ihm ein Engel und sprach: O Zosimas, du hast so gut, wie es für einen Menschen möglich ist, gekämpft, die strenge Laufbahn der Askese durchschritten, aber es gibt niemand unter den Menschen, der sich als vollkommen erwiesen hätte: es gibt eine Tugend von Gott, die du in der Vergangenheit noch nicht kennen gelernt hast, jetzt aber, damit du mögest kennen lernen, wie viele andere Wege zum Heile es gibt, so ziehe aus von deinem Lande, wie jener berühmte Patriarch Abraham und gehe zu dem Kloster, welches am Jordanflusse steht. Sogleich ging der Greis, folgend der Stimme, aus dem Kloster, in welchem er von Jugend auf Mönch gewesen war und gelangte, unterwiesen von dem, der ihn berufen hatte, zu dem Kloster, welches Gott ihm bestimmt hatte. Mit der Hand die Tür des Klosters aufstoßend traf er einen Mönch, der die Tür bewachte, und erzählte ihm zuerst von sich. Der aber meldete es dem Igumenos, der ihn aufnahm und - aus der von ihm gemachten Metanie und dem Gebet erkennend, daß es ein Mönch sei - ihn fragte, - woher bist du, Bruder, und weshalb bist du zu uns armen Mönchen gekommen?
Zosimas aber antwortete: woher ich gekommen bin, ist nicht nötig zu sagen, ich bin aber gekommen, um Nützliches zu erreichen, denn ich habe Großes und Ruhmreiches von euch gehört, welches die Seele Gott zueignen kann. Da antwortete ihm der Igumenos: Gott allein, o Bruder, ist es, der die Schwachheit der Seele heilt, der dich und uns seinen göttlichen Willen lehren und in allem Nützlichen unterweisen möge; ein Mensch kann aber dem anderen nicht von Nutzen sein, wenn jeder nicht immer auf sich selbst achtet und nicht, wachend im Geiste, Nützliches tut, indem er Gott als Mitwirkenden hat. Wenn aber die Liebe Christi dich bewog, uns, elende Mönche, zu sehen, so bleibe hier bei uns, falls du deshalb gekommen bist: uns alle wird nähren durch die Gnade des Heiligen Geistes der gute Hirt, der seine Seele zur Erlösung für uns gegeben hat.
Nachdem der Igumenos dies zu Zosimas gesagt hatte, verbeugte dieser sich und sagte nach Empfang des Gebetes und des Segens: Amen, und blieb im Kloster.
Dort sah er die Mönche, sie strahlten durch Erfüllung guter Werke, an Gott denkend und im Herzen brennend und für Gott arbeitend: Ihr Gesang war unaufhörlich, ihr Stehen die ganze Nacht hindurch, in ihren Händen waren immer Taten, in ihrem Munde immer Psalmen; keine unnützen Worte waren in ihnen, keine Gedanken an Erwerb zeitlicher Güter und keine weltliche Trübsal, die nicht einmal dem Namen nach bekannt war; nur ein Einziges war das Erste und Letzte: nach Möglichkeit zu sorgen, daß sie körperlich wie Tote sein möchten. Als unentbehrliche Speise hatten sie die Werke Gottes: sie sättigten sich aber den Leib mit Brot und Wasser, jeder nach seinem Verhältnis zur Liebe Gottes. Als Zosimas dies sah, benutzte er es sehr, indem er in sich die dargestellte Tugend verwirklichte. Nachdem genügend Zeit verflossen war, nahte die Zeit der heiligen großen Fasten, während deren die Türen des Klosters immer geschlossen waren und nur geöffnet wurden, wenn jemand zu allgemeinem Bedarf hinausgesandt wurde: denn die Gegend war öde, und es kamen andere nicht dorthin. Ja, sie war den Laien nicht einmal bekannt. Es war aber in dem Kloster solche Sitte oder Ordnung, wegen deren Gott den Zosimas dorthin geführt hatte:
Am ersten Sonntag der Großen Fastenzeit, nachdem der Priester die heilige Liturgie gehalten und alle die heilige Kommunion empfangen hatten und darauf ein wenig von der Fasten-Trapeza gekostet hatten, versammelten sie sich wieder in der Kirche, beteten inbrünstig, die Knie beugend, und es küssten die Mönche einander und den Igumenos, ihn um Segen und Gebete bittend für die bevorstehenden Tugendübungen der Großen Fasten. Nachdem dies geschehen, wurd die Klostertür geöffnet und unter dem Gesange der Worte des Psalmes 26, „Der Herr ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Der ist meines Lebens Wehr, vor wem sollte mir grauen?“ - usf. - zogen sie hinaus in die Wüste, indem nur ein oder zwei Brüder zur Bewachung des Klosters zurückgelassen wurden, nicht, um die im Innern befindlichen Güter zu bewachen (weil dort nichts war, was von Dieben gestohlen werden könnte), sondern nur, damit die Kirche nicht ohne Gottesdienst bleiben möchte; sie gingen über den Fluß Jordan, indem jeder bei sich Nahrungsmittel nach seinem Bedarf und Wunsch trug, der eine ein wenig Brot, der andere Datteln, der dritte Feigen, der vierte in Wasser gequollene Hülsenfrüchte. Einige aber nichts, als etwas alte Bekleidung, um ihren Körper zu bedecken. Diese nährten sich nach Bedarf mit Kraut, welches in der Wüste wuchs. Nach Überschreiten des Jordans auf diese Weise trennten sie sich voneinander und keiner wußte, wie der andere kämpfte oder fastete. Wenn es einmal geschah, daß jemand seinem Freunde begegnete, so lenkte er ab auf die andere Seite und blieb allein vor Gott. Und so, wenig Nahrung zu sich nehmend, vollendeten sie die Fastenzeit und kehrten am Palmsonntag alle in das Kloster zurück, um mit Palmzweigen die Vorfeier des nahenden großen Pascha-Festes zu begehen. Alle kamen zurück, indem sie ihr Gewissen als Zeugen ihrer gottgefälligen Kämpfe hatten und niemand durfte den anderen fragen, wie und in welchen guten Werken er sich geübt habe. Dies war die Ordnung des Klosters.
Dieser Ordnung folgend überschritt auch Zosimas den Jordan, wenig an Speise habend und das Gewand, welches er anhatte; die Gebete, die vorgeschrieben waren, vollzog er, indem er durch die Wüste wanderte, wenig essend und schlafend, indem er in der Nacht sich auf die Erde manchmal sitzend, wo die Nacht ihn ereilt hatte, sehr früh aber hatte er, wieder aufwachend, seinen Lauf fortzusetzen. Endlich beschloß er, in das Innere der Wüste sich zu begeben, in der Hoffnung, dort einen der Mönche zu treffen, der ihm als Vorbild dienen könnte.
Nachdem er 20 (anderen zufolge 8) Tage gegangen war, stellte er sich ein wenig abseits, wendete sich gegen Osten und sang die 6. Hora indem er die gebräuchlichen Gebete sagte; denn er machte bei jeder Hora eine kleine Unterbrechung in seiner Wanderschaft für den Gesang und die Metanien. Als er einmal stand und sang, bemerkte er rechts einen Schatten, wie eines menschlichen Körpers. Zuerst erschrak er sehr, weil er dachte, es sei ein teuflisches Gespenst und zitterte. Er machte aber das Zeichen des Kreuzes, vergaß seinen Schrecken, wandte seine Augen nach Beendigung des Gebetes gen Süden, und sah jemand gehen, der nackt und von der Sonne schwarz gebrannt war, dessen Haare aber weiß wie Wogenschaum waren und bis zum Halse reichten. Als Zosimas das sah, ging er in die Richtung, wo er das gesehen. und freute sich sehr, weil er diese Tage keine menschliche, nicht einmal eine tierische Gestalt gesehen hatte. Als aber die Erscheinung den Zosimas von weitem kommen sah, begann sie in das Innere der Wüste zu eilen; Zosimas aber, indem er sein Alter und die Mühe des Weges vergaß, lief schnell, in dem Wunsche, das zu erreichen. Dieses aber lief immer; der Lauf des Zosimas war aber schneller als der des Davoneilenden.
Als er schon so nahe war, daß er die Stimme hören konnte, begann Zosimas weinend zu schreien und sagte:
„Warum läufst du vor mir sündigem Greise fort, o Knecht des wahren Gottes, in dessen Namen du in dieser Wüste lebst? Warte auf mich Unwürdigen und Schwachen! Warte in der Hoffnung auf Belohnung für deine Tugenden. Steh still und gib mir, dem Greise, dein Gebet und deinen Segen um Gottes willen, der niemand verachtet.“
Indem Zosimas dies unter Tränen redete, kam es ihm vor, als sei er schon ganz nahe gekommen, wo ein ausgetrockneter Bach zu sein schien. Als er aber zu der Stelle kam, ging das laufende Wesen auf die andere Seite. Zosimas war müde und konnte nicht mehr laufen und blieb diesseits des Baches stehen, fügte Tränen zu seinen Tränen und Schreie zu seinen Schreien, sodaß nichts mehr zu hören war als sein Heulen. Darauf hauchte die Stimme:
„Abba Zosimas, verzeihe mir um Gottes Willen, daß ich mich nicht zu dir wenden und mich von dir sehen lassen kann: Ich bin ein Weib und, wie du siehst, nackt und die Scham meines Körpers habe ich unbedeckt. Wenn du aber willst mir sündigem Weibe dein Gebet und deinen Segen geben, so wirf mir etwas von deinen Kleidern zu, damit ich meine Blöße bedecken und zu dir gewendet dein Gebet und deinen Segen empfangen kann.“
Da erfaßte Zosimas Furcht und Zittern, indem er sich bei Namen nennen hörte, obwohl sie ihn niemals gesehen und von ihm niemals gehört hatte. Und er sprach bei sich: Wenn diese nicht voraussehend wäre, könnte sie mich nicht bei Namen nennen. Und alsbald tat er, was sie ihm gesagt, nahm von sich das alte und zerrissene Kleid, welches er getragen und warf es ihr zu, indem er sein Gesicht abwandte. Sie aber nahm es und bedeckte den Teil ihres Körpers, welchen mehr als alle andern zu bedecken nötig war, gürtete sich und sprach zu Zosimas gewendet:
„Warum gefällt es dir, Abba Zosimas, eine sündige Frau zu sehen? Verlangst du etwa von mir etwas zu hören oder belehrt zu werden, daß du nicht gescheut hast, solche Mühe auf dich zu nehmen?“
Er aber, auf die Erde sich hinstreckend, bat um ihren Segen; ebenso streckte auch sie sich nieder und beide lagen auf der Erde, einander um den Segen bittend, sodaß nichts von beiden zu hören war, als nur das Wort: Segne! Nach einer langen Zeit sagte die Frau zu Zosimas:
„Abba Zosimas, dir gebührt es, zu segnen und Gebete zu vollziehen, denn du bist mit der Würde eines Presbyters geehrt und seit mehreren Jahren bringst du vor dem heiligen Altar stehend die göttlichen Gaben dem Herrn dar.“
Diese Worte versetzten den Zosimas in noch größere Angst und von dieser ergriffen sprach er weinend und seufzend, mit schwerem, stockendem Atem zu ihr:
„O geistliche Mutter, du hast dich Gott genaht und dich abgetötet, was die in dir mehr als in anderen befindliche von Gott geschenkte Gabe beweist, daß du mich bei Namen und Presbyter nanntest, mich, den du niemals zuvor gesehen; deswegen segne lieber selbst, um des Herrn Willen, und gib das Gebet dem, der es von deiner Vollkommenheit fordert.“
Nachgebend der inständigen Bitte sprach sie:
„Gesegnet ist Gott, der da will, daß die menschlichen Seelen gerettet werden.“
Nachdem Zosimas „AMEN“ gesagt hatte, standen beide von der Erde auf. Sie sagte zu ihm:
„Weshalb bist du zu mir Sünderin gekommen, o Mensch Gottes? Weshalb wünschtest du eine Frau, nackt und keine Tugend besitzend, zu sehen? Aber die Gnade des Heiligen Geistes hat dich unterwiesen, damit du könntest einen Dienst erweisen meinem Leibe zur nötigen Zeit. Sage mir, Vater, wie leben jetzt die Christen, die Könige und heiligen Kirchen?“
Zosimas antwortete:
„Die Christen, die Könige und heiligen Kirchen haben durch eure heiligen Gebete von Gott starken Frieden erhalten; doch nimm an das Flehen eines Unwürdigen und bete um des Herrn willen für die ganze Welt und für mich Sünder, damit nicht vergeblich werde diese meine Wanderung durch die Wüste.“
Sie sagte zu ihm:
„Dir gebührt mehr, Vater Zosimas, der du das heilige Amt hast, für mich und für alle zu beten; hierzu bist du eingesetzt. Aber weil wir immer Gehorsam erweisen müssen, so tue ich das von Dir Befohlene.“
Dies sagend, begann sie still zu beten, sich gen Osten wendend und Augen und Hände emporhebend, so daß keine Worte zu hören waren und Zosimas nichts vernahm, sondern, wie er gesagt, mit Ehrfurcht zur Erde sehend, dastand und sich nicht rührte. Er erzählte, Gott als Zeugen anrufend, daß, als er während ihres Gebetes ein wenig seine zur Erde blickenden Augen erhoben hatte, er gesehen habe, wie sie beim Gebet eine halbe Armlänge sich vom Erdboden erhoben und in der Luft stehend gebetet habe. Dies aber sehend, warf sich Zosimas von größter Angst ergriffen zur Erde nieder, weinend und nichts sprechend, als: Herr, erbarme dich!
Indem er auf der Erde lag, war er beunruhigt, durch den Gedanken, ob es nicht ein Gespenst oder ein Geist sei, der nur scheinbar bete. Sie aber wandte sich, hob ihn auf und sagte:
„Warum, Vater Zosimas, beunruhigen dich solche Gedanken über ein Gespenst, als sei ich ein Geist und heuchle ein Gebet. Ach, ich bitte dich, seliger Vater, wisse, daß ich eine Sünderin bin, aber durch die heilige Taufe umschirmt und nicht ein gespenstischer Geist, sondern Erde, Staub und Asche und jedenfalls Fleisch, welches niemals etwas Geistliches gedacht.“
Und dies sagend, bezeichnete sie mit dem Kreuzeszeichen ihre Stirn, Augen, Mund und Brust, und sprach:
„Vater Zosimas, möge Gott uns vom Teufel und seinen Netzen erlösen: denn groß ist sein Kampf gegen uns!“
Dies sehend und hörend sprach Zosimas zu ihren Füßen niederfallend unter Tränen:
„Ich beschwöre dich im Namen unseres Herrn Jesu Christi, des wahren Gottes, geboren von der Jungfrau, um dessentwillen du diese Nacktheit trägst, um dessentwillen du dein Fleisch so abgetötet hast, verhehle nicht vor mir dein Leben, sondern sage mir alles, damit du die Großtaten Gottes offenbaren möchtest. Sage mir um Gottes Willen alles, nicht des Lobes wegen, sondern um mir Sünder Kunde zu geben über dich. Denn ich glaube, daß ich von meinem Gott, den du lobst, deswegen in die Wüste geführt worden bin, damit Gott alles das Deinige offenbar mache; denn es ist keine Kraft in uns, der Vorsehung Gottes zu widerstehen. Wenn es nicht Christus gefallen hätte, daß du und deine Tugenden bekannt würden, hätte er dich mir nicht gezeigt und mich nicht zu solchem Wege gestärkt, der ich niemals meine Zelle verlassen konnte noch wollte.“
Nachdem Zosimas dies und mehreres anderes gesagt hatte, hob sie ihn auf und sagte zu ihm:
„Ich schäme mich, Vater, verzeihe mir, daß ich dir die Schande meiner Taten sage, aber wenn du meinen Leib schon nackt gesehen hast, so entblöße ich dir auch meine Taten, damit du wissest, von welcher Scham und Schande meine Seele erfüllt ist. Nicht meines Lobens willen, wie du mir selbst gesagt, werde ich dir über mich bekennen. Denn womit soll ich mich loben, die ich einst ein auserwähltes Gefäß des Teufels war? Wenn ich die Erzählung von mir anfange, wirst du laufen von mir, wie jemand vor einer Schlange fortläuft, nicht ertragend, mit den Ohren zu hören das Unstatthafte, was ich, Unwürdige, getan. Ich werde sprechen, ohne etwas zu verschweigen, aber ich bitte dich zuerst, daß du nicht aufhören mögest für mich zu bitten, damit ich Gnade finde am letzten Tage.“
Sedalen 2
Die Frauen kamen am frühen Morgen zum Grabe / und erbebten, als sie schauten die Erscheinung des Engels. / Aus dem Grabe blitzte hervor das Leben, / und das Wunder versetzte sie in Schrecken. / Und so eilten sie davon / und kündeten den Jüngern die Auferstehung. / Christus raubte aus den Hades / als der einzig Kraftvolle und Mächtige, / erweckte mit auf die Verwesten alle / und machte der Furcht vor der Verdammnis ein Ende // durch die Macht des Kreuzes.
Ich will dich preisen, Herr, aus meinem ganzen Herzen, all deine Wundertaten erzählen. (Ps 9,2)
Ans Kreuz genagelt, du Leben aller, / und gezählt unter die Toten, unsterblicher Herr, / erstandest du am dritten Tage, Erretter, / und erwecktest den Adam aus dem Verderben. / Deshalb riefen die Mächte der Himmel dir zu, Lebenspender: / Ehre deinem Leiden, o Christus! / Ehre deiner Auferstehung! / Ehre deinem Herabstieg, // einzig Menschenliebender!
O Maria, des Gebieters hehres Behältnis, / laß uns aufstehen, die wir sind gefallen / in das Chaos schlimmer Verzweiflung, / der Fehltritte und der Drangsal. / Denn du bist der Sünder Errettung, / ihre Hilfe und kraftvoller Beistand // und errettest deine Diener.
Ipakoi
Des Räubers Umkehr hat das Paradies erbeutet, / das Weinen der Myrrhenträgerinnen aber angekündigt die Freude. / Denn du erstandest, Christus Gott, // und gewährst der Welt das große Erbarmen.
Stepenny
Erste Antiphon. Ton 1.
In meiner Bedrängnis vernimm meine Qualen, o Herr, so ruf ich zu dir.
Den Zurückgezogenen wird zuteil unaufhörliche göttliche Liebe, denen, die sich absondern von der eitlen Welt.
Ehre dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geiste.
Dem Heiligen Geiste gebührt Ehre und Lobpreis wie dem Vater und dem Sohne zugleich. Darum laßt uns singen der dreieinen Herrschaft.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Dem Heiligen Geiste gebührt Ehre und Lobpreis wie dem Vater und dem Sohne zugleich. Darum laßt uns singen der dreieinen Herrschaft.
Zweite Antiphon.
Zu den Bergen deiner Gesetze hast du mich erhoben. So mach mich glänzend durch die Tugenden, o Gott, auf daß ich dich besinge.
Ergreife du mich mit deiner rechten Hand, o Logos, behüte und beschütze mich, daß mich nicht verbrennt das Feuer der Sünde.
Ehre dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geiste.
Durch den Heiligen Geist wird die ganze Schöpfung erneuert und kehrt zurück zu ihrem Urstand. Denn gleich ist er an Kraft dem Vater und dem Logos.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Durch den Heiligen Geist wird die ganze Schöpfung erneuert und kehrt zurück zu ihrem Urstand. Denn gleich ist er an Kraft dem Vater und dem Logos.
Dritte Antiphon.
Da sie mir sagten: Wir wollen wandern zu den Höfen des Herrn!, ward heiter mein Geist und freut sich mein Herz.
Wegen des Hauses Davids herrscht große Furcht. Denn dort sind Throne aufgestellt, und es werden gerichtet werden all die Stämme und Sprachen der Erde.
Ehre dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geiste.
Dem Heiligen Geiste sind darzubringen Ehre, Anbetung, Lobpreis und Macht, wie es gebührt dem Vater und dem Sohne. Denn eine Einheit ist die Dreiheit der Natur nach, nicht aber in den Personen.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Dem Heiligen Geiste sind darzubringen Ehre, Anbetung, Lobpreis und Macht, wie es gebührt dem Vater und dem Sohne. Denn eine Einheit ist die Dreiheit der Natur nach, nicht aber in den Personen.
Prokimenon des Orthros
Erheben will Ich Mich nun, spricht der Herr, / Heil bringen dem, der sich danach sehnt.
Vers: Die Worte des Herrn sind reine Worte.
Ode 1
Auferstehungskanon, Ton 1.
Irmos: Deine Rechte mit dem Siegeszeichen, / sie hat gottwürdig in Kraft sich verherrlicht; / denn sie hat, Unsterblicher, allgewaltig / die Feinde zerschmettert / und den Israeliten // den Weg unerhört gebahnt durch die Tiefe.
Ehre, Herr, Deiner heiligen Auferstehung.
Der du mit reinen Händen aus dem Staube / mich in göttlichem Wirken zu Anfang hast gebildet, / hast die Hände ausgebreitet am Kreuze / und so aus der Erde zurückgerufen / meinen verdorbenen Leib, // den aus der Jungfrau du hast angenommen.
Ehre, Herr, Deiner heiligen Auferstehung.
Das Sterben hat um meinetwillen erduldet / und die Seele dem Tode überlassen, / der mir durch göttliche Einhauchung die Seele hat verliehen, hat mich gelöst aus ewigen Fesseln / und mich mitauferstehen lassen // und verherrlicht in Unvergänglichkeit.
Allheilige Gottesgebärerin rette uns.
Theotokion: Sei gegrüßt, o Quelle der Gnade. / Sei gegrüßt, du Leiter und Pforte des Himmels. / Sei gegrüßt, o goldener Leuchter und Krug / und du Berg unbehauen, die du den Lebenspender // Christus der Welt hast geboren.
Kanon zum Kreuz und zur Auferstehung, Ton 1.
Irmos: Christos wird geboren — rühmet (ihn)! Christos aus den Himmeln — gehet ihm entgegen! Christos auf Erden –– erhebet euch! Singet dem Herrn, die ganze Erde, und in Fröhlichkeit lobsinget (ihm), ihr Völker, denn er ward verherrlicht!
Ehre Herr, Deinem kostbaren Kreuz und Deiner Auferstehung.
Christos vergöttlicht mich, indem er Fleisch wird, Christos erhöht mich, indem er sich erniedrigt, Christos macht mich leidlos, indem er, der Lebensspender, leidet nach der Natur des Fleisches. Deshalb singe ich ein Danklied, denn er hat sich verherrlicht!
Ehre Herr, Deinem kostbaren Kreuz und Deiner Auferstehung.
Christos erhöht mich, indem er gekreuzigt wird, Christos erweckt mich mit auf, indem er getötet wird, Christos spendet mir Leben. Deshalb vor Freude mit den Händen klatschend, singe ich dem Erlöser das Siegeslied, denn er hat sich verherrlicht!
Allheilige Gottesgebärerin rette uns.
Theotokion: Gott, Jungfrau, empfingst du, Christum gebarst du in Jungfräulichkeit, der aus dir Fleisch ward, Allunschuldvolle, der erkannt wird als einziggezeugter Sohn, Einer von Person, in zwei Naturen; denn er hat sich verherrlicht!
Kanon zur Gottesmutter, Ton 1.
Irmos: Deine die Siegesbeute tragende Rechte ward gotteswürdig in Kraft verherrlicht: denn sie hat, Unsterblicher, als allmächtig die Widersacher zerschmettert, den Israeliten einen neuen Weg durch die Meerestiefe bahnend!
Allheilige Gottesgebärerin rette uns.
Welch ein deiner würdiges Lied wird singen unsere Schwachheit? Wenn nicht das Freudenlied, in welches Gabriel uns einweihte: Freue dich, Gottesgebärerin, Jungfrau, nie vermählte Mutter!
Allheilige Gottesgebärerin rette uns.
Der Immerjungfrau und Mutter des Königs der oberen Kräfte, lasset uns, Gläubige, aus reinem Herzen geistlich zurufen: Freue dich, Gottesgebärerin, Jungfrau, nie vermählte Mutter!
Allheilige Gottesgebärerin rette uns.
Unermesslich ist der Abgrund deines unfassbaren Gebärens, Allunschuldvolle! In nichtzweifelndem Glauben also bringen wir eifrig dir den Gruß dar, sprechend: Freue dich, Gottesgebärerin, Jungfrau, nie vermählte Mutter!
Katavasie: Öffnen will ich meinen Mund, und er wird voll werden des Geistes, und eine Rede will ich künden der königlichen Mutter. Und man wird mich sehen fröhlich feiernd. Und ich will freudig ihre Wunder singen!
dreiheitskanon, Ton 1.
Die eine, dreipersönliche Herrschaft preisen laut die Seraphim / die anfanglose, ewige, die alles gebildet, die unbegreifliche. Und jede Zunge preiset sie gläubig mit ihren Gesängen.
Um den Menschen kundzutun deine eine, dreifalt strahlende Gottheit, hast du einst den Menschen gebildet und ihn nach deinem Bilde gestaltet, gabst Einsicht ihm, Menschenfreund, gabst Wort ihm und Geist.
Vom Himmel her in den drei Personen der höchsten Gottheit eine einzige Macht offenbarend, sagtest du, Vater, zu deinem Sohn und dem Geist, die Gleiches vollbringen: Kommt, lasst nieder uns steigen und ihre Sprachen verwirren.
Allheilige Gottesgebärerin rette uns.
Theotokion: Als Ratschluss ist der ungezeugte Vater im Bilde den Weisen verkündet, als gleichanfangloses Wort der wesensgleiche Sohn, und der Heilige Geist als jenes Wesen, das in der Jungfrau die Menschwerdung des Wortes vollzog.
gottesmutterSonntag, Ton 1.
Welch geziemendes Lied wird unsere Schwachheit dir bringen, es sei denn jenes frohe Lied, in das Gabriel uns eingeführt hat: Freude dir, Gottesgebärerin, Jungfrau, Mutter und Braut.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Der stets Jungfräulichen, der Mutter des Herrschers der himmlischen Mächte, lasset aus reinstem Herzen, Gläubige, geistig uns singen: Freude dir, Gottesgebärerin, Jungfrau, Mutter und Braut.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Maßlos ist die Tiefe deiner unerfasslichen Mutterschaft, o Allreine. In unbezweifeltem Glauben singen wir darum aufrichtig dir: Freude dir, Gottesgebärerin, Jungfrau, Mutter und Braut.
Ode 3
Auferstehungskanon, Ton 1.
Irmos: Du allein hast in Wissen um die Schwäche / der Natur der Sterblichen / und aus Mitleid ihre Gestalt angenommen. / So umgürte mich mit der Kraft aus der Höhe, / auf daß ich rufe: Heilig / ist der Tempel, der beseelte, // deiner makellosen Herrlichkeit, o Menschenliebender.
Ehre, Herr, Deiner heiligen Auferstehung.
Mein Gott bist du, o Guter, / hast dich meiner erbarmt, der ich war gefallen, / hast es dir wohlgefallen lassen, zu mir herabzusteigen / und mich erhoben durch die Kreuzigung, / um dir zu rufen: Heilig / ist der Herr der Herrlichkeit, // ganz unvergleichlich an Güte.
Ehre, Herr, Deiner heiligen Auferstehung.
Der in Person du bist das Leben, / hast dich, o Christus, mit mir Verdorbenem / als Gott in Mitleid bekleidet, / bist zum Staube des Todes niedergestiegen, Gebieter, / hast das Sterbliche zum Bersten gebracht / und, auferstanden am dritten Tage, // die Toten bekleidet mit Unvergänglichkeit.
Allheilige Gottesgebärerin rette uns.
Theotokion: Wiewohl du Gott empfangen hast im Schoße / durch den Geist, den Allheiligen, / bist du doch unverbrannt geblieben, o Jungfrau; / hat dich doch der Dornbusch dem Gesetzgeber Moses, / da er in Flammen stand, aber nicht verbrannte, / deutlich im voraus angekündigt // als jene, die empfangen sollte das unerträgliche Feuer.
Kanon zum Kreuz und zur Auferstehung, Ton 1.
Irmos: Dem vor den Ewigkeiten aus dem Vater unverweslich gezeugten und zuletzt aus der Jungfrau ohne Samen Fleisch gewordenen Sohne, Christos, dem Gott, wollen wir zurufen: Der du erhöhet hast unser Horn, heilig bist du, ? Herr!
Ehre Herr, Deinem kostbaren Kreuz und Deiner Auferstehung.
Ihm der auf die Schultern das verlorene Schaf hob und durch das Holz die Sünde desselben hinwegnahm, Christo, dem Gotte, lasset uns rufen: Der du erhöhet hast unser Horn, heilig bist du, Herr!
Ehre Herr, Deinem kostbaren Kreuz und Deiner Auferstehung.
Dem, der emporgeführt hat den großen Hirten aus dem Hades, Christum, und durch die Hierarchie desselben, durch die Apostel, weise die Völker weidet, dem göttlichen Geiste, lasset uns in Wahrheit, Gläubige, dienen!
Allheilige Gottesgebärerin rette uns.
Theotokion: Dem aus der Jungfrau nach seinem Willen samenlos Fleisch gewordenen Sohne, welcher die, so ihn gebar, auch nach der Geburt durch göttliche Macht als unschuldige Jungfrau bewahrte, dem Gott über Alle, lasset uns zurufen: Heilig bist du, Herr!
Kanon zur Gottesmutter, Ton 1.
Irmos: Der du allein kennst die Schwachheit des Wesens der Sterblichen, und mitleidig dasselbe angenommen hast, umgürte mich aus der Höhe mit Kraft, auf dass ich rufe zu dir: Heilig ist der beseelte Tempel deiner allreinen Herrlichkeit, Menschenliebender!
Allheilige Gottesgebärerin rette uns.
Eine leichte Wolke nennen wir dich untrüglich, o Jungfrau, prophetischen Ansprüchen folgend, denn es kam zu dir der Herr, um hinwegzunehmen die mit Händen gemachten Werke des ägyptischen Irrwahns und zu erleuchten die, welche sie anbeten!
Allheilige Gottesgebärerin rette uns.
Einen versiegelten Brunnen fürwahr und ein verschlossenes Thor nannte dich die prophetische Schaar, Allbesungene, uns beschreibend die fernhinstrahlenden Sinnbilder deiner Jungfräulichkeit, welche du bewahrt hast auch nach der Geburt!
Allheilige Gottesgebärerin rette uns.
Der mit Recht gewürdigt ist, den überwesentlichen Geist zu sehen, Gabriel, richtete an dich die freudige Anrede, welche die Empfängnis des Wortes deutlich offenbarte und die unaussprechliche Geburt verkündete!
dreiheitskanon, Ton 1.
Du hast deutlich dem Abraham einst, da du dreipersönlich erschienest, doch als Einer im göttlichen Wesen, die reine Gotteserkenntnis im Bilde gezeigt. / Und gläubig besingen in Hymnen wir dich, den unbeschränkt gebietenden, dreisonnigen Gott.
Aus dir gezeugt, leuchtete göttlich ohne Ausfluss, o Vater, als Licht vom Licht hervor der unveränderliche Sohn, aus dir geht hervor auch der Geist, das göttliche Licht.
Und der einzigen Gottheit dreipersönlichen Glanz verehren wir gläubig, ihm sagen wir Preis. Als Einheit wird die Dreiheit in übermächtiger, Wort und Einsicht überragender Weise von den Geistwesen verherrlicht, die, dreimal Heilig singend, laut schallen lassen ihr Lob. Mit ihnen im Einklang wird auch von uns der dreipersönliche Herr in Hymnen gefeiert.
Allheilige Gottesgebärerin rette uns.
Theotokion: Aus dir ging in der Zeit ohne Zeugung hervor, der überraget die Zeiten. Der ohne Gestalt ist, ward uns ähnlich. Und die eine Natur und Herrschaft des Vaters und des Sohnes und des Geistes hat er gelehrt, Gottesmutter. Darum preisen wir dich.
gottesmutterSonntag, Ton 1.
Eine untrüglich leichte Wolke nennen, o Jungfrau, wir dich, folgend prophetischem Spruch. Denn um deinetwillen ist gekommen der Herr, zu zermalmen Ägyptens Handgebilde des Irrwahns / und zu erleuchten, die sie verehrten.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Dich hat genannt der Chor der Propheten den in Wahrheit versiegelten Born / und die geschlossene Pforte. Fernhin glänzend zeichneten sie, in Hymnen Allgefeierte, uns ab die Zeichen deiner Jungfräulichkeit, die du auch nach dem Gebären bewahrt.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Gabriel, den überwesentlichen Ratschluss geziemend zu schauen gewürdigt, ganz untadelige Jungfrau, brachte dir überaus frohe Kunde, die deutlich enthüllte deine Empfängnis des Wortes und kundtat dein unsagbares Gebären.
Kanon

Leben der hl. Maria von Ägypten

L: Segne, ehrwürdiger Vater, die Vita unserer frommen Mutter Maria von Ägypten zu lesen.
P: Auf ihre Gebete hin, Herr, Jesus Christus, unser Gott, erbarme Dich unser.
L: Amen.

Zweiter Teil

L: Ich, o Vater, bin geboren in Ägypten. Als ich zwölf Jahre alt war und meine Eltern noch lebten, habe ich mich getrennt von ihrer Liebe und bin nach Alexandrien gegangen und wie ich zuerst meine Jungfräulichkeit verlor und anfing zügellosem und unersättlichem Liebesgenuß mich hinzugeben, schäme ich mich nicht nur auszusprechen, sondern zu denken. Deswegen sage ich lieber das Notwendigste, damit du die Zügellosigkeit meines Fleisches erkennst.
Siebzehn Jahre und mehr bin ich eine Volksbuhlerin gewesen, nicht um Geschenke oder Lohn, den ich von den mir Spendenden nicht annehmen wollte. Dieses erdachte ich, damit ich erwerben möchte mehrere umsonst zu mir Kommende und befriedigen möchte meine fleischliche Begierde. Denke nicht von mir, daß ich reich war und nicht nackt: ich lebte in Armut und habe oftmals hungrig groben Flachs gesponnen und unersättliche Brunst gehabt, immer im Schilf der Buhlerei mich zu wälzen. Denn ich dachte, daß das Leben darin bestehe, immer zu machen die Schändlichkeiten der Natur. So lebend sah ich in einer Erntezeit viele Männer aus Lybien und Ägypten, die zum Meere gingen und fragte einen, der zu mir gekommen war, wohin gehen diese Männer so eifrig? Er aber antwortete mir: nach Jerusalem, wegen der Erhöhung des ehrwürdigen und lebendigmachenden Kreuzes, welche in einigen Tagen gefeiert wird. Und ich sprach zu ihm: werden jene auch mich mitnehmen, wenn ich mit ihnen fahren will? Er aber sagte: Wenn du den Fahrpreis und das Essen hast, so wird es dir keiner verbieten. Da sagte ich ihm: Bruder, ich habe weder Fahrgeld noch Essen. Ich gebe ihnen meinen Leib dafür. Deswegen wollte ich mit ihnen gehen, Vater, verzeihe mir, um mehrere Pfleger meiner Leidenschaften zu haben. Ich habe dir, Vater Zosimas, gesagt, zwinge mich nicht meine Schande auszusprechen. Denn Gott weiß, ich habe Angst, daß ich selbst die Luft durch mein Wort verunreinige.
Zosimas, die Erde mit seinen Tränen sättigend, antwortete ihr:
„Sprich, um Gottes willen, o meine Mutter, und höre nicht auf mit dieser mir nützlichen Erzählung.“
Da fügte sie zu dem ersten noch folgendes hinzu:
Nachdem dieser Jüngling meine schamlosen Worte gehört hatte, ging er lächelnd fort. Ich aber, die Spindel fortwerfend, die ich bei mir trug, eilte zum Meer, wo ich die Kommenden gesehen hatte, und bemerkte einige an der See Stehende, etwa zehn oder mehr junge Männer, die meiner Begierde gefielen. Einige waren schon früher in das Schiff gekommen, und ich, meiner Gewohnheit gemäß, hüpfte schamlos zu ihnen hin und sprach: nehmet auch mich mit, wohin ihr geht. Ich werde euch nicht ungefällig sein. Und einige andere unsaubere Worte sprechend bewegte ich alle zum Lachen. Und sie, meine Schamlosigkeit sehend, nahmen mich in ihr Schiff auf und wir fingen von dort aus unsere Fahrt an. Und wie es damals war, wie kann ich dir das bekennen, o Mensch Gottes? Welche Zunge kann sagen oder welches Ohr kann hören meine unterwegs im Schiff geschehenen bösen Taten? Wie ich Unglückselige auch die Widerstrebenden zur Sünde beredete? Es gibt keine Art von Unsittlichkeit, nennbarer und unnennbarer, in der ich damals nicht Meisterin war. Glaube mir, ich bin erstaunt, wie das Meer meine Unzucht zu tragen vermochte. Ich begreife nicht, daß die Erde nicht ihren Rachen öffnete, um mich lebendig in den Hades zu versenken. Mich, die ich so viele Seelen für den Tod gefangen habe: Ich denke aber, daß Gott, meine Bekehrung suchend, nicht wollte, daß der Sünder sterbe, sondern mit großem Verlangen meiner Bekehrung harrte. Auf diese Weise und mit großem Eifer kam ich nach Jerusalem und einige Tage vor dem Feste dort weilend tat ich den ersten gleiche Werke, sogar noch schlimmere, mich mit den Jünglingen, welche mit mir im Schiffe gefahren waren, nicht begnügend, lud ich zu der Sünde auch viele andere Einwohner und Pilger ein. Als aber das Fest der Heiligen Kreuzeserhöhung begann, ging ich, wie früher, umher, um die Seelen der Jünglinge zu fangen. Sehr früh aber sah ich alle gemeinsam in die Kirche gehen; da ging auch ich mit ihnen und kam mit ihnen in die Vorhalle der Kirche, und als der Augenblick der Erhöhung des Kreuzes kam, suchte ich auch mit dem Volke in die Kirche einzudringen, wurde aber immer wieder verdrängt und zurückgestoßen. Unter Gedränge und mit großer Mühe nahte ich, Unglückselige, mich auch der Tür der Kirche; als ich aber die Schwelle der Tür betrat, gingen alle übrigen ohne Widerstand in die Kirche, mir aber wehrte eine göttliche Macht einzutreten; und wieder es versuchend ward ich wieder zurückgestoßen in die Vorhalle, allein zurückgedrängt. Dort aber stehend dachte ich mir, daß das alles wegen meiner weiblichen Schwäche mit mir geschehe. Mich wieder mit den übrigen vereinigend versuchte ich einzutreten, aber immer vergeblich; sobald mein sündiger Fuß die Schwelle berührte, nahm die Kirche, welche anderen nicht wehrte, mich allein nicht auf. Als ob eine Schar von Kriegern sich versammelt hätte, um mir den Eintritt zu wehren, so stieß mich eine unbekannte plötzliche Kraft immer wieder zurück, und wieder befand ich mich in der Vorhalle. Dieses drei- bis viermal erduldend, mich mühend und nichts erreichend, ermüdete ich und konnte mich deshalb nicht mehr den Eintretenden anschließen. Hierbei ward auch mein Körper sehr ermüdet. Mit großer Beschämung und hoffnungslos trat ich zurück und stellte mich in einen Winkel der Vorhalle. Als ich mich ein wenig erholt hatte, fragte ich mich, welche mir anhaftende Schuld mir den Zutritt zu dem lebendigmachenden Kreuze wehrte. Endlich traf die Augen meines Herzens das Licht der erlösenden Wahrheit. Gottes herrliches Gebot, die Augen der Seele erleuchtend, mir zeigend, daß der Sumpf meiner Taten mir den Eintritt in die Kirche wehre. Da begann ich zu weinen und zu schluchzen und michan die Brust zu schlagen, seufzend aus der Tiefe meines Herzens.
So weinend auf der Stelle wo ich stand, bemerkte ich vor mir oben an der Wand ein Bild der heiligen Gottesmutter und sprach zu ihr, meine Augen nicht abwendend und sie im Geiste vor mir sehend: O Jungfrau, Gebieterin, die Du Gott das Wort, im Fleische geboren hast! Ich weiß wahrhaftig, daß es Dir nicht angenehm noch lobwürdig ist, daß ich, unreine und schlechte Buhlerin, Dein heiliges Bild betrachte, Dich, allheilige Immerjungfrau Maria, die Du Körper und Seele rein und unbefleckt hast! So geziemt es sich auch mir, der Buhlerin, verhaßt und verächtlich zu sein Deiner jungfräulichen Reinheit. Aber da ich hörte, daß der Gott, den Du geboren hast, deshalb Mensch geworden ist, um die Sünder zur Buße zu rufen, so hilf mir, der Alleinstehenden, die ich keine Hilfe habe! Befiehl, daß auch mir der Zutritt zur Kirche unverwehrt sei und beraube mich nicht des Anblicks des ehrwürdigen Baumes, an welchem der Körper des von Dir geborenen Gottes geheftet ward, der sein Blut für meine Erlösung gab. Befiehl, o Gebieterin, daß auch für mich die Tür sich öffne zur Anbetung des göttlichen Kreuzes und sei mir sicherste Bürgin bei dem von Dir Geborenen, denn von jetzt an will ich meinen Körper durch keine Art unreiner Unzucht mehr beflecken; sondern, wenn ich das heilige Kreuzesholz Deines Sohnes sehe, entsage ich der Welt und allem, was in der Welt ist, und gehe hinaus, wohin Du als Bürgin meines Heiles mir zeigst. Dies sagend, und als ob ich eine Verheißung empfangen hätte, entflammt im Glauben und befestigt in der Hoffnung auf die Barmherzigkeit der Gottesgebärerin, bewegte ich mich von der Stelle, auf der ich gebetet hatte, und schloß mich wieder an die an, welche in die Kirche hineingingen. Niemand war da, der mich abgewehrt oder mich an der Tür gehindert hätte in die Kirche einzutreten. Aber Furcht ergriff mich und ich zitterte, und nachdem ich die Tür erreicht hatte, welche bisher für mich geschlossen war, trat ich ohne Mühe ein in das Innere der Kirche „Aller Heiligen“ und ward gewürdigt das Holz des Allerehrwürdigsten und Lebendigmachenden Kreuzes zu sehen und sah die Geheimnisse Gottes und wie er bereit ist, den Büßenden anzunehmen.
Niedergestreckt zur Erde betete ich das allerehrwürdigste Kreuz an, küßte es in Furcht und trat hinaus, um mich meiner Bürgin zu nahen. Angekommen an der Stelle, wo das heilige Bild meiner Bürgin war, und vor ihr kniend sprach ich: O Du ewigseligste Jungfrau, Gebieterin, Gottesgebärerin, Du zeigst mir Deine gütige Menschenliebe an, Du verabscheust meine unwürdigen Gebete nicht: denn ich habe gesehen die Herrlichkeit, die in Wirklichkeit mir, der Sünderin, nicht zu sehen gebührte. Ehre sei Gott, der um Deinetwillen die Buße der Sünder annimmt! Was habe ich Sünderin noch mehr zu denken oder zu sagen? Es ist schon Zeit, o Gebieterin, zu erfüllen, was ich für Deine Bürgschaft versprochen. Nun unterweise mich, wohin Du willst. Nun sei mir Lehrerin in dem übrigen, was zu meinem Heile dient, mich unterweisend auf dem Wege der Buße.
Indem ich also sprach, hörte ich aus der Ferne eine Stimme, die zu mir sprach: Wenn du über den Jordan gehst, findest du gute Ruhe. Nachdem ich diese Stimme gehört und mich überzeugt hatte, daß sie mir galt, rief ich unter Tränen, auf das Bild der Gottesgebärerin blickend: Gebieterin, Gebieterin, Gottesgebärerin, verlasse mich nicht! Nach diesem Ausrufe trat ich aus der Vorhalle der Kirche hinaus und ging schnell. Jemand, der mich gehen sah, gab mir drei Zate mit den Worten: Nimm dies an, Mutter, - ich nahm das Geld an und kaufte dafür drei Brote und fragte bei dem Brotverkäufer nach dem Wege zum Jordan. Nachdem ich unter Tränen durch das Stadttor gegangen war, fragte ich Leute, die mir begegneten, nach dem weiteren Wege und wanderte den ganzen Tag über. Es war um die dritte Stunde des Tages, als ich gewürdigt ward, das Kreuz Christi zu sehen, und als die Sonne schon im Westen sich zum Untergang neigte, war ich an der Kirche des Heiligen Johannes des Täufers, welche am Jordan steht, angelangt. Nachdem ich in diesem heiligen Wasser Arme und Gesicht gewaschen und in der Kirche gebetet hatte, ging ich und empfing die heiligen und lebendigmachenden Geheimnisse Christi. Darauf aß ich die Hälfte von einem der Brote, trank Wasser aus dem Jordan und schlief die Nacht auf dem bloßen Boden. Am anderen Tage früh fand ich einen kleinen Kahn, auf welchem ich nach dem anderen Ufer des Jordans übersetzte, wo ich wieder meine Lehrerin, die Gottesgebärerin, anflehte, mir zu zeigen, wo es ihr gefiele, daß ich bleiben sollte. Ich kam in diese Wüste, und seit dieser Zeit entfernte ich mich eilend und nahm Wohnung, harrend Gottes, der mich rettet aus Kleinmütigkeit und Sturm, mich, die sich zu Ihm wendet.
Zosimas aber sagte zu ihr:
„Wieviele Jahre, o Gebieterin, hast du in dieser Wüste gesiedelt?“
„Siebzehn Jahre zähle ich von der Zeit, da ich von der heiligen Stadt ausging“.
Zosimas sagte:
„Und wo findest du Nahrung, meine Gebieterin?“
Sie sprach: „Ein Drittel des Brotes welches ich mitbrachte beim übergang über den Jordan ist allmählich trocken geworden und versteinert. Dieses habe ich allmählich, davon eine Reihe von Jahren essend, jetzt aufgezehrt.“
Zosimas sagte:
„Wie bist du eine so lange Zeit ohne Betrübnis geblieben, ohne daß eine feindliche Verlockung dich versucht hätte?“
Sie antwortete:
„Du hast mich gefragt, Vater Zosimas, nach Sachen, die ich fürchte zu erzählen. Denn wenn ich mich erinnere an das viele Elend, das ich erduldet habe, und welch böse Gedanken mich irre machen wollten, dann fürchte ich, ich möchte wieder von ihnen erfaßt werden.“
Da sagte Zosimas zu ihr:
„Unterlasse nichts, o meine Gebieterin, mir zu verkündigen; ich habe dich darum gebeten, daß du mir alles ausführlich erzählst.“
Sie aber sprach zu ihm:
„Schenke mir Glauben, Vater Zosimas. Siebzehn Jahre habe ich in dieser Wüste mit meinen Leidenschaften wie mit wilden Tieren gekämpft. Wenn ich anfing zu essen, so wünschte ich immer Fleisch und Fische, wie es in Ägypten gewesen; ich wollte auch Wein trinken, wie ich es liebte. Denn ich hatte viel Wein getrunken solange ich in der Welt lebte. Hier aber hatte ich manchmal nicht Wasser, brannte vor Durst und litt sehr. Ich hatte auch Lust, unzüchtige Lieder zu singen, die mich sehr beunruhigte und drängte, die dämonischen Lieder zu singen, die ich gewöhnt war; sofort weinend und mich an die Brust schlagend erinnerte ich mich der Gelübde, welche ich getan hatte beim Einzug in diese Wüste. Ich war in meinen Gedanken vor dem Bilde der Allerreinsten Gottesgebärerin, meiner Bürgin, und vor ihr weinte ich und bat sie, fern von mir zu verscheuchen die Gedanken, die meine unglückliche Seele versuchten. Als ich aber genug geweint und eifrig an meine Brust geschlagen hatte, da sah ich ein Licht, welches von allen Seiten mich umfaßte und es trat eine Ruhe ein, welche mich von diesen Beängstigungen befreite. Die mich wieder erfassenden lüsternen Gedanken, wie kann ich sie dir bekennen? Denn Feuer loderte auf von allen Seiten und versuchte mich zur Sünde. Wenn aber eine solche Versuchung an mich kam, dann warf ich mich auf die Erde und weinte, dachte an meine mir beistehende Bürgin, die meine Übertretung richtet und drohend auf die dafür bestimmte Qual hinweist. Und ich stand Tag und Nacht nicht von der Erde auf, bis jenes süße Licht mir erstrahlte und die mich beunruhigenden Gedanken verjagte. Meine Augen erhob ich zu meiner Bürgin, unaufhörlich bittend, mir, der in der Wüste leidenden, zu helfen, und ich hatte sie wirklich als Helferin und Mitwirkerin zur Buße. Und diese unzählbaren Leiden habe ich siebzehn Jahre hindurch ertragen. Von dieser Zeit bis jetzt hat meine Helferin, die Gottesgebärerin, mich in allem zu allem geführt.“
Da sagte Zosimas zu ihr:
„Hast du etwas an Nahrung und Bekleidung gebraucht?“
Sie antwortete:
„Nachdem ich im Laufe dieser siebzehn Jahre meine Brote verzehrt hatte, nährte ich mich von den in der Wüste wachsenden Kräutern, die Bekleidung, welche ich beim übergang über den Jordan hatte, war vor Alter zerfallen, und ich duldete große Qual durch Hitze und Kälte, im Sommer glühend und im Winter frierend, oftmals sogar wie entseelt und bewegungslos zur Erde niederstürzend und mit vielen anderen Nöten und maßlosen Versuchungen umdrängt. Von da an bis jetzt aber hat die mannigfaltige Macht Gottes meine sündige Seele und meinen demütigen Leib bewahrt. Wenn ich nur daran denke, aus welchem Elend Gott mich errettet hat, so habe ich erworben unerschöpfliche Nahrung - die Hoffnung meines Heils. Ich nähre mich und bedecke mich mit dem Wort Gottes, der alles erhält; denn nicht allein durch Brot wird der Mensch bekleidet; insofern sie frei wurden von der Decke der Sünde haben sich die, welche keine Decke hatten, mit Steinen bekleidet.“
Nachdem Zosimas gehört, daß sie auch die Worte Moses, der Propheten und die Psalmen erinnerte, sagte er zu ihr:
„Hast du, Gebieterin, auch die Psalemen und andere Bücher gelernt?“
Dies hörend lächelte sie und sagte zu ihm:
„Glaube, o Mensch, ich habe nach meinem Übergang über den Jordan keines anderen Menschen Angesicht außer dem deinen gesehen, nicht einmal ein wildes Tier oder ein sonstiges Vieh. Bücher habe ich nicht gelesen und niemals lesen oder singen hören; das lebendige und wirksame Wort Gottes aber belehrt den Verstand des Menschen. Hier aber ist das Ende meiner Geschichte. Jetzt nun beschwöre ich dich durch die Fleischwerdung des Wortes Gottes, bete für mich Sünderin.“
Nach diesen Worten wollte der Mönch vor ihr niederfallen und sprach mit Tränen:
„Gelobt sei Gott, der Großes und Schreckliches tut, unaussprechlich Wunderbares und Herrliches, dessen keine Zahl ist! Gelobt der Gott, der mir gezeigt hat, was er denen gibt, die ihn fürchten. Wahrlich, du verlässest die Suchenden nicht, o Herr.“
Sie aber, ihn aufhaltend, ließ ihn nicht vollständig sich verbeugen und sagte zu ihm:
„All dies, o Vater, ich beschwöre dich durch Jesus Christus den Gott unsern Heiland, sage es niemand, bis Gott mich von der Erde nehmen wird. Jetzt aber ziehe hin in Frieden und komme wieder, mich zu sehen, nächstes Jahr, in dem Gottes Gnade uns behütet. Tue es um des Herrn willen, was ich dir jetzt sage mit der Bitte: In der Fastenzeit des nächsten Jahres überschreite nicht den Jordan, wie in den Klöstern üblich ist.“
Es wunderte sich aber Zosimas, als er vernahm, daß sie auch den klösterlichen Brauch kannte; er sagte aber nichts, als daß er Gott pries, der so Großes gibt denen, die ihn lieben. Sie fuhr fort:
„Bleibe, wie ich dir gesagt habe, Vater, im Kloster; denn wenn du auch wolltest hinausgehen, es würde dir unmöglich sein. Am Heiligen und Großen Donnerstag, welcher an das geheimnisvolle Abendmahl Christi erinnert, nimm etwas von dem lebendigmachenden Leib und Blut Christi in ein heiliges Gefäß, würdig eines solchen Geheimnisses, bringe es mit und erwarte mich auf jener Seite des Jordans, welche nahe ist dem Dorfe, damit ich komme und die heiligen Gaben empfangen möge. Denn von der Zeit, da ich vor meinem Übergang über den Jordan in der Kirche des Vorläufers das heilige Abendmahl empfangen, habe ich mich inbrünstig danach gesehnt, habe aber bis jetzt dieses Heiligtum nicht bekommen. Jetzt aber bitte ich dich, verachte nicht mein Flehen und bringe mir das lebendigmachende göttliche Sakrament zu der Zeit, da der Herr seine Jünger zu Teilnehmern seines göttlichen Abendmahles gemacht. Dem Johannes, dem Igumenos des Klosters, in dem du wohnst, sage: Habe Acht auf dich und deine Herde, denn dort geschieht etwas, das Besserung fordert. Aber ich will, daß du es ihm nicht jetzt sagst, sondern wenn der Herr es dir befiehlt.“
Dies sagend und Gebete für sich von Zosimas erflehend, begab sie sich in das Innere der Wüste. Zosimas aber, sich bis zur Erde verbeugend, küßte die Stelle, auf der ihre Füße gestanden, Gott lobend, und kehrte zurück, lobend und preisend Christum unseren Gott. Durch die Wüste gehend kam er zum Kloster an dem Tage, als die dort wohnenden Brüder zurückkehrten. Und dieses Jahr schwieg er über alles, was er gesehen, da er niemand etwas sagen durfte, bei sich aber Gott bittend, ihn das ersehnte Angesicht wieder sehen zu lassen. Denn er war traurig und ungeduldig, wenn er an die Länge des Jahres dachte und wünschte, daß dieses Jahr nicht länger als ein Tag sein möchte, wenn es möglich sei.
Als die erste Woche der Großen Fastenzeit kam, gingen nach Sitte und Brauch des Klosters alle anderen Brüder nach vollzogenem Gebet mit Gesang in die Wüste. Zosimas aber war krank und sollte deswegen im Kloster bleiben. Dabei erinnerte er sich an die Ehrwürdige, die gesagt hatte: wenn du auch wolltest aus dem Kloster ausgehen, es würde dir nicht möglich sein. Nach einigen Tagen genas er von seiner Krankheit und blieb im Kloster. Nach Rückkehr der Brüder, als der Tag des geheimnisvollen Abendmahls Christi herangekommen war, tat Zosimas, was ihm auferlegt war: „Lege in einen Kelch von dem allerreinsten Leib und Blut unseres Heilandes.“ Er legte auch in die Tasche etwas von getrockneten Feigen und Datteln und in Wasser gequollenen Hülsenfrüchten, ging spät abends hinaus und setzte sich an das Ufer des Jordans, der Ehrwürdigen harrend. Als die Heilige zögerte, schlief Zosimas nicht ein, sondern blickte eifrig nach der Wüste, von woher die innig Ersehnte kommen mußte. Er sprach auch bei sich, sitzend, ob vielleicht eine Unwürdigkeit seinerseits sie gehindert habe zu kommen, oder ob sie etwa schon gekommen war und, da sie ihn nicht fand, zurückkehrte? Indem er also dachte, seufzte er und weinte und die Augen zum Himmel hebend betete er zu Gott mit den Worten: Verstoße mich nicht, o Gebieter, damit ich wieder sehen möge das Angesicht derjenigen, die zu sehen du mich einmal gewürdigt hast; damit ich nicht leer fortgehe, tragend meine Sünde, mir zum Vorwurf. In dieser Weise unter Tränen betend, kam er auf andere Gedanken: Was geschieht, wenn sie kommt und kein Schiff da ist; wie überschreitet sie den Jordan und kommt zu mir, Unwürdigem? O weh über meine Unwürdigkeit! Weh mir, wer hat verursacht, daß ich eines solchen Gutes entbehre? Indem er so dachte, kam die Ehrwürdige und stand auf der anderen Seite des Flusses. Zosimas stand auf, sich freuend und Gott preisend und noch in Gedanken zweifelnd, ob sie über den Jordan kommen könne. Da sah er, wie sie das Kreuzeszeichen über den Jordan machte (die ganze Nacht war Mondschein) und - sich immer bekreuzend - auf das Wasser trat und über dasselbe zu ihm dahinschritt. Er wollte sich vor ihr verbeugen, sie aber verbot es ihm indem sie, noch über das Wasser gehend, sprach:
„Was tust du, Vater, du bist ja Priester und trägst die göttlichen Geheimnisse!“
Er gehorchte; sie aber trat ans Land und sprach zu ihm: Segne, Vater, segne! Er antwortete ihr zitternd (denn er war sehr erschrocken über die wunderbare Erscheinung):
„Fürwahr, Gott ist untrüglich, indem er verspricht, diejenigen sich ähnlich zu machen, die sich selbst reinigen; Ehre sei dir, o Christus unser Gott, der du mir durch diese deine Dienerin gezeigt hast, wie weit ich von der Vollkommenheit entfernt bin!“
Da er dieses sagte, bat sie ihn, das Glaubensbekenntnis und das Gebet des Herrn zu sagen und nachdem die Gebete vollendet waren, empfing die Heilige die Mitteilung der heiligen und göttlichen Geheimnisse Christi und küßte, wie üblich, den Mönch. Dann, die Hände erhebend, seufzend und weinend rief sie aus: Nun entlässest du deine Magd nach deinem Worte in Frieden, o Gebieter, denn meine Augen haben dein Heil gesehen! Und sie sprach zu Zosimas:
„Verzeih, Vater Zosimas, und erfülle noch meinen ferneren Wunsch: kehre heute noch in dein gottgeschütztes Kloster zurück. Künftiges Jahr aber komme wieder zu dem Bache, an dem wir uns zuerst sprachen. Komm um Gottes willen und du wirst mich wieder sehen, weil Gott es so will.“
Er aber antwortete ihr:
„Ich wünschte, wenn es möglich wäre, dir zu folgen und immer dein ehrwürdiges Angesicht zu sehen; ich bitte dich aber eines zu erfüllen: Genieße ein wenig von der Nahrung, die ich mitgebracht habe.“
Dies sagend zeigte er ihr, was er in der Tasche mitgebracht hatte. Sie berührte die Hülsenfrüchte mit den Fingerspitzen und nahm drei Körner, welche sie in ihren Mund legte, und sagte:
„So ziemt es sich der geistlichen Gnade, welche das Wesen der Seele unbefleckt bewahrt.“
Und wieder sprach sie zu ihm:
„Bete zu Gott für mich, o mein Vater, bete, meiner Unseligkeit gedenkend!“
Er aber fiel ihr zu Füßen und bat sie, daß sie zu Gott für die Kirche, die Könige und für ihn beten möge. Nachdem er sie um dies unter Tränen gebeten hatte, ließ er seufzend und schluchzend geschehe daß sie ging. Er durfte sie nicht länger zurückhalten; wenn er gewollt hätte, sie hätte sich nicht halten lassen. Und sie bekreuzte sich wieder, desgleichen auch den Jordan, und schritt, wie vorher, über die Wasserfläche dahin. Zosimas aber kehrte zurück, beherrscht von Furcht und Freude, bereuend und sich Vorwürfe machend, daß er nicht nach dem Namen der Ehrwürdigen gefragt hatte. Dennoch hoffte er denselben künftiges Jahr zu erfahren.
Nachdem ein Jahr dahingegangen war, ging Zosimas wieder in die Wüste, erfüllte alles, wie vorgeschrieben und harrte der wunderbaren Erscheinung. Nachdem er die Wüste durchschritten hatte, erblickte er einige Kennzeichen, welche die gesuchte Stelle erkennen ließen und sah sich rechts und links um, und suchte überall mit den Augen, wie ein geschickter Jäger nach der Jagdbeute ausblickt. Nirgend aber etwas, das sich bewegte, sehend, begann er zu weinen, richtete die Augen nach oben, betete zu Gott und sprach: Zeige mir, Gott, deinen wunderbaren unentwendbaren Schatz, den du in dieser Wüste verborgen hast. Zeige mir, ich flehe zu dir, den Engel im Fleische, dem man die ganze Welt nicht vergleichen kann. So betend kam er zu der Stelle, wo der Bach war und stellte sich an das Ufer und sah gegen Osten die Ehrwürdige tot daliegen, die Hände, wie sich gebührt, zusammengelegt, mit nach Morgen gerichtetem Gesicht. Er nahte sich ihr und benetzte die seligen Füße mit seinen Tränen, nicht wagend einen anderen Teil ihres Körpers zu berühren. Viel weinend und die bei dieser Gelegenheit üblichen Psalmen hersagend, vollzog er die Begräbnisgebete, sagte aber bei sich: Soll ich den Körper der Ehrwürdigen begraben? Es möchte der Seligen vielleicht nicht wohlgefällig sein. So denkend sah er neben ihrem Haupte folgendes auf die Erde geschrieben: Begrabe, Vater Zosimas, an dieser Stelle den Leib der demütigen Maria, gib zurück die Erde der Erde, bete aber zu Gott, für mich, die dahingeschieden im ägyptischen Monat Pharmuti, nach römischer Rechnung am 1. April, in der Nacht des heilbringenden Leidens Christi, nach dem Empfang des göttlichen geheimnisvollen Abendmahles.
Nachdem Zosimas diese Handschrift gelesen hatte, fragte er bei sich, wer hat dies geschrieben? Denn sie hat selbst gesagt, daß sie nicht schreiben könne. Aber er freute sich sehr, daß er den Namen erfahren hatte. Er erkannte aber auch, daß, als er ihr die heiligen göttlichen Sakramente am Jordan erteilte, dies in derselben Stund geschah, wo sie starb. Und den Weg, den er in zwanzig Tagen mit Mühe zurücklegte, den hatte Maria in einer einzigen Stunde durchwandert und war gleich zu Gott dahingeschieden. Gott preisend und die Erde und den Körper der Ehrwürdigen mit Tränen benetzend sprach er bei sich: Es ist Zeit, das dir befohlene zu vollziehen. Aber wie magst du, Unseliger, ein Grab zu graben, da du nichts in deinen Händen hast?! Als er dies sagte, sah er nicht weit davon ein kleines Stück Holz in der Wüste liegen, welches er nahm und mit dem er zu graben begann. Die Erde aber war ausgetrocknet und wollte nicht nachgeben dem sich Mühenden, welcher grub, mit Schweiß bedeckt, aber keinen Erfolg hatte. Seufzend aus innerster Seele bemerkte er einen großen Löwen, der vor dem Körper der ehrwürdigen Maria stand und ihre Füße beleckte; er war von Angst erfüllt, besonders, als er sich erinnerte, daß die Selige gesagt, sie habe niemals Tiere gesehen: sich bekreuzend glaubte er, er werde unversehrt bleiben durch die Kraft der Liegenden. Der Löwe begann aber sich sachte dem Greise zu nähern und schmeichelte mit sanften Bewegungen, als ob er küssen wollte. Da sagte Zosimas zu dem Löwen: O du Tier, diese Große hat mir befohlen, ihren Leib zu begraben, aber ich bin alt und kann das Grab nicht ausgraben und habe kein passendes Werkzeug dazu. Und ich bin in solcher Entfernung vom Kloster, daß ich nicht schnell zurückkommen und es herholen kann. Grabe daher du mit deinen Tatzen das Grab aus, damit ich der Erde den Leib der Ehrwüdigen übergebe.
Sofort grub der Löwe, diese Worte vernehmend, mit den vorderen Tatzen eine Öffnung, die genügte, um die zu Bestattende zu bergen. Wieder wusch der Greis die Füße der Ehrwürdigen mit seinen Tränen und sie viel bittend, für alle zu beten, bedeckte er mit Erde ihren Leib, der nackt und nur oben mit dem von Zosimas geschenkten zerrissenen Kleide bedeckt war. Beide gingen fort. Der Löwe in das Innere der Wüste, still wie ein Schaf, Zosimas aber kehrte zu den Seinen zurück, segnend und lobend Christum unsern Gott.
Nachdem er zum Kloster gekommen, erzählte er allen Mönchen von der ehrwürdigen Maria, nichts verhehlend von dem, was er gesehen und von ihr gehört, so daß alle Hörenden die großen Taten Gottes hoch priesen und mit Furcht, Glaube und Liebe ihr Gedächtnis begingen und den Tag des Hinscheidens der Ehrwürdigen Maria verherrlichten. Der Igumenos Johannes aber fand einiges, was nach dem Worte der Ehrwürdigen zu verbessern war, und besserte dies mit Hilfe Gottes.
Zosimas erreichte ein gottwohlgefälliges Leben, nahe an 100 Jahre, und er endete dieses zeitliche Leben in dem Kloster und schied hinüber in das Ewige zum Herrn.
Und die Mönche dieses Klosters hinterließen dies ungeschrieben, sondern mündlich zu allgemeinem Nutzen allen Hörenden. Jetzt habe ich, spricht der heilige Sophronios, das ungeschrieben Empfangene der Schrift übergeben. Ob einige andere das Leben der Ehrwürdigen geschrieben, mehr in dasselbe eingeweiht, das ist nicht zu meiner Kenntnis gelangt. Ich aber habe, wie ich nach Maßgabe meiner Kräfte konnte, geschrieben, nichts weiter verfolgend, als die Wahrheit der Erzählung. Gott, der hochherrliche Wunder tut und mit großen Gaben belohnt die, welche gläubig zu ihm kommen, möge geben den Lohn, Nutzen zu gewinnen aus dieser Geschichte, denen, die sie lesen und hören und sich bemühen, diese Erzählung niederzuschreiben und möge dieselben würdigen des guten Teils dieser seligen Maria mit allen, die in Gottesfurcht und guten Werken ihm wohlgefallen haben von Ewigkeit.
Mögen auch wir Ruhm geben Gott, dem ewigen König, damit er auch uns würdige, Gnade zu finden am Tage des Gerichtes vor Jesu unserm Herrn, dem da gebühret alle Herrlichkeit und Macht und Anbetung, samt dem Vater und dem allheiligen lebendigmachenden Geiste, jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeiten, Amen.
Ode 5
Auferstehungskanon, Ton 1.
Irmos: Du hast erleuchtet durch den Glanz, o Christus, deiner Ankunft / und durch dein Kreuz erstrahlen lassen die Enden der Welt. / So erleuchte durch das Licht deiner Gotteserkenntnis die Herzen derer, // die orthodox dich besingen.
Ehre, Herr, Deiner heiligen Auferstehung.
Den großen Hirten der Schafe und Herrn / haben die Juden durch das Holz des Kreuzes getötet. / Er aber hat wie Schafe die Gläubigen, die waren im Hades begraben, // aus der Gewalt des Todes gerettet.
Ehre, Herr, Deiner heiligen Auferstehung.
Durch dein Kreuz hast du kundgetan den Frieden / und den Gefangenen, mein Retter, die Befreiung verkündet, / hast den Beherrscher beschämt, o Christus, und ihn versetzt in nackte Verlegenheit // durch deine göttliche Erkenntnis.
Allheilige Gottesgebärerin rette uns.
Theotokion: Das Flehen derer, die, Albesungene, vertrauensvoll dich bitten, / übersieh nicht, sondern nimm es an und trage es / vor Gott, deinen Sohn, den Wohltäter allein, Unversehrte. // Denn dich zur Patronin wir haben.
Kanon zum Kreuz und zur Auferstehung, Ton 1.
Irmos: Der du bist der Gott des Friedens, der Vater der Erbarmungen, den Engel deines großen Rates, welcher den Frieden verleiht, hast du uns gesandt. Deshalb verherrlichen wir, zum Lichte der Gotteserkenntnis geführt, aus der Nacht erwachend, dich, ? Menschenliebender!
Ehre Herr, Deinem kostbaren Kreuz und Deiner Auferstehung.
Reichtum und Tiefe der Weisheit Gottes! Alle Weisen umfassend, hat der Herr uns von ihrer Schlauheit errettet. Denn nachdem er freiwillig gelitten hatte nach der Schwachheit des Fleisches, ist aus eigener Kraft er, der lebendigmachende Tote, auferstanden!
Ehre Herr, Deinem kostbaren Kreuz und Deiner Auferstehung.
Während er Gott ist, wird geeint dem Fleische um uns und gekreuzigt und stirbt, wird begraben und ersteht wieder auf und steigt herrlich empor mit seinem Fleische Christos zum Vater und wird mit dem Fleische kommen und erlösen die fromm ihm Dienenden!
Allheilige Gottesgebärerin rette uns.
Theotokion: Heilige der Heiligen, unschuldvolle Jungfrau, den Heiligen der Heiligen hast du geboren, der Alle heiligt, Christum den Befreier. Deshalb verkünden wir dich als Königin und Gebieterin des Alls, als Mutter des Schöpfers aller Dinge!
Kanon zur Gottesmutter, Ton 1.
Irmos: Der du erleuchtet hast durch den Glanz deiner Ankunft, Christos, und erhellt hast durch dein Kreuz die Enden der Welt, erleuchte durch das Licht deiner Gotteserkenntnis die Herzen der rechtgläubig dich Lobpreisenden!
Allheilige Gottesgebärerin rette uns.
Es freuen sich die Kräfte der Himmel, dich sehend, es freuen sich mit ihnen die Schaaren der Sterblichen; denn sie wurden geeint deinem Sohne, jungfräuliche Gottesgebärerin; ihn verherrlichen wir nach Gebühr!
Allheilige Gottesgebärerin rette uns.
Regen mögen sich alle menschlichen Zungen und Gemüter zum Lobe der wahren Zierde der Menschen; die Jungfrau ist deutlich zugegen, verherrlichend die, welche gläubig ihre Wunder besingen!
Allheilige Gottesgebärerin rette uns.
Verherrlicht werden jedes Lied und Lob, der Jungfrau und Mutter Gottes dargebracht; denn sie selbst ward zum Tempel der hochgöttlichen Herrlichkeit; sie verherrlichen wir nach Gebühr!
dreiheitskanon, Ton 1.
Den Ersten der Engel machst du unmittelbar zu deines Auftrages Walter und lässest ihn erglänzen in deiner Schönheit unzugänglichem Glanz. Durch deine Strahlen, o Dreiheit, unumschränkteste Macht, erleuchte, die dich in rechtem Glauben besingen.
Jetzt besingt die Natur dich, einzige, dreisonnige Urgottheit, in Hymnen, sie, die du aus Güte schufst, und bittet dich, von Fehlern, Gefahren und Übeln und Nöten sie zu befreien.
Dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, der einen Natur und Gottheit, bringen gläubig wir Preis, der geschiedenen, unteilbaren, dem einen Gott der unsichtbaren und sichtbaren Schöpfung.
Allheilige Gottesgebärerin rette uns.
Theotokion: Alle Prophetensprüche haben vorher, Reine, im Umriss beschrieben dein unsagbares und unfassbares Gebären. Wir haben erkannt es als der einfachen und dreisonnigen Gottheit geheimnisvolles Werk.
gottesmutterSonntag, Ton 1.
Es jubeln, da sie dich schauen, die Mächte der Himmel, es jauchzen mit ihnen der Sterblichen Heere. Denn in deinem Kinde, Jungfrau, Gottesgebärerin, sind sie geeint. Ihm sagen geziemend wir Preis.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Bewegen sollen sich alle sterblichen Zungen, Gedanken zum Lobe derer, die in Wahrheit ist der Sterblichen Zier. Dort ist die Jungfrau. Sichtbar verherrlicht sie die, die ihre Wunder gläubig preisen in Hymnen.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Verherrlicht wird jegliche Hymne und jegliches Preislied der Weisen, das dargebracht wird der Jungfrau und Gebärerin Gottes. Denn sie ist der übergöttlichen Herrlichkeit Tempel geworden. Ihr sagen geziemend wir Preis.
Ode 6
Auferstehungskanon, Ton 1.
Irmos: Umschlossen hat uns der äußerste Abgrund. / Es ist niemand, der Rettung bringt. / Wir sind erachtet wie Schafe bestimmt zur Schlachtung. / Errette dein Volk, du unser Gott! // Denn Kraft bist du der Schwachen und ihr Wiedererstehen. (Ps 70,11 / Ps 43,23)
Ehre, Herr, Deiner heiligen Auferstehung.
Durch die Verfehlung des Erschaffenen, o Herr, / wurden schlimm wir verwundet. / Durch deine Strieme aber wurden wir geheilt, / mit der du für uns dich ließest verwunden, o Christus. // Denn Kraft bist du der Schwachen und ihr Wiedererstehen. (Is 53,5)
Ehre, Herr, Deiner heiligen Auferstehung.
Heraufgeführt hast du uns aus dem Hades, o Herr, / nachdem du das Ungeheuer hattest überwältigt, / das, Allgewaltiger, alles verschlingt, / und seine Macht hattest durch deine Kraft vernichtet; // denn du bist Leben und Licht und die Auferstehung.
Allheilige Gottesgebärerin rette uns.
Theotokion: In dir freuen sich, unversehrte Jungfrau, / die Stammeltern des Menschengeschlechts, / da sie Eden haben zurückerhalten durch dich, / das sie durch den Fehltritt hatten verloren; // denn du bist die Reine vor der Geburt und nach dem Gebären.
Kanon zum Kreuz und zur Auferstehung, Ton 1.
Irmos: Den Jonas spie aus seinem Innern wie eine Leibesfrucht das Seetier, so wie es ihn empfangen hatte. Das der Jungfrau innewohnende und von ihr Fleisch nehmende Wort aber ging hindurch, sie unversehrt bewahrend: denn von der Verwesung, die es nicht erlitt, bewahrte es auch die Gebärerin frei.
Ehre Herr, Deinem kostbaren Kreuz und Deiner Auferstehung.
Der da ist ein leidensunfähiger und immaterieller Geist, Christos, der Gott, verbindet sich mit dem menschlichen Geiste, welcher Teil hat an göttlicher Natur und an der Derbheit des Fleisches, und meinem ganzen Wesen hat er ohne Vermischung gänzlich sich verbunden, um mir, dem Gefallenen, gänzlich die Erlösung zu erwirken als der Gekreuzigte!
Ehre Herr, Deinem kostbaren Kreuz und Deiner Auferstehung.
Es fällt der in die Ferse gestochene Adam und ist zerknirscht, vormals getäuscht in der Hoffnung der Vergöttlichung, doch er steht auf, durch die Einigung des Wortes vergöttlicht, und erwirbt durch Leiden Leidensunfähigkeit, auf dem Throne wird er als Sohn verherrlicht, zusammensitzend mit dem Vater und dem Geiste!
Allheilige Gottesgebärerin rette uns.
Theotokion: Aus dem Schosse des anfanglosen Erzeugers sich nicht entfernend, wohnt und thront im Schosse des unschuldigen Mägdleins der, welcher ohne Mutter war, ohne Vater Fleisch geworden, der Gerechtigkeit herrschender Gott. Ohne Vorfahren ist sein furchtbares und unaussprechliches Geschlecht!
Kanon zur Gottesmutter, Ton 1.
Irmos: Es umfing uns der äußerste Abgrund, kein Retter ist da, wir wurden erachtet wie Schafe, die geschlachtet werden sollen. Erlöse dein Volk, unser Gott! Denn du bist die Kraft der Schwachen und ihre Wiederaufrichtung!
Allheilige Gottesgebärerin rette uns.
Es stehen, wie es Knechten gebührt, vor deinem Kinde die himmlischen Schaaren, erschrocken ob deines samenlosen Gebärens, Immerjungfrau! Denn du bist unschuldig, sowohl vor dem Gebären als auch nach der Geburt!
Allheilige Gottesgebärerin rette uns.
Fleisch ward der, welcher vor dem ohne Fleisch war, das Wort, aus dir, Allunschuldvolle, er, der das All nach seinem Ratschluss schuf, der die Heere der Engel aus dem Nichtsein hervorführte, als der Allmächtige!
Allheilige Gottesgebärerin rette uns.
Getötet ward der Feind durch deine lebenbringende Frucht, o Gottbegnadeteste, und zertreten der Hades offenbar, und wir, die Gefesselten, wurden befreit. Desshalb rufe ich: Tilge die Leidenschaften meines Herzens!
dreiheitskanon, Ton 1.
Der du die gleiche Macht hast, Dreiheit überwesentlich, so bist du Eine in der Gleichheit des Willens, einfach, ungeteilt. So schließe in deiner Macht rings uns ein.
Du hast alle Äonen durch deinen Willen als Gütige aus dem Nichts erschaffen, unbegreifliche Dreiheit. Dann hast du auch den Menschen gebildet. Wohlan denn, auch jetzt; entreiße mich jeder Bedrängnis.
Allheilige Gottesgebärerin rette uns.
Theotokion: Du wardst das Haus der nie untersinkenden Sonne, dessen, der schuf und in Allmacht hinsetzte die Sterne, die großen, reine Jungfrau, Braut Gottes. Wohlan denn, entreiße auch jetzt mich der Leidenschaften Finsternis.
gottesmutterSonntag, Ton 1.
Dienend nahen sich deinem Gebären die himmlischen Heere, mit Recht erstaunt ob deiner jungfräulichen Mutterschaft Wunder, allzeit Jungfräuliche. Denn rein bist du vor dem Gebären und nach der Geburt.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Das einst fleischlose Wort ist Fleisch geworden, Allreine, aus dir, er, der durch seinen Willen das All schuf, der die Heere der Körperlosen aus dem Nichts als Allgewaltiger ins Dasein gerufen.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Getötet durch deine lebenbringende Frucht ist der Feind, Gottbegnadete, und niedergetreten ist vor aller Augen der Hades. Und wir Gefesselte wurden befreit. Darum rufe ich: Meines Herzens Leidenschaften vernichte.
Ode 7
Auferstehungskanon, Ton 1.
Irmos: Als geistigen Ofen, o Gottesgebärerin, / wir Gläubige dich erkennen; denn wie er die drei Jünglinge gerettet, / so hat mich neu, den ganzen Menschen , geschaffen in deinem Leibe, der über alles Erhöhte, // der gepriesene Gott der Väter, der über alles verherrlichte.
Ehre, Herr, Deiner heiligen Auferstehung.
Die Erde bebte, die Sonne wandte sich ab, / das Licht verfinsterte sich der göttliche Vorhang / des Tempels zerriß, es spalteten sich die Felsen; / denn durch das Kreuz ward erhoben der Gerechte, // der gepriesene Gott der Väter, der über alles verherrlichte.
Ehre, Herr, Deiner heiligen Auferstehung.
Einem Hilflosen gleich bist du geworden, / wie ein Verwundeter unter den Toten unsrer Natur nach aus freiem Willen, / hast die Gläubigen befreit und mit starker Hand mitaufgerichtet, / du über alles Erhöhter, // du gepriesener Gott der Väter, du über aller verherrlichter.
Allheilige Gottesgebärerin rette uns.
Theotokion: Sei gegrüßt, o Quelle des immer lebendigen Stromes; / sei gegrüßt, du Paradies der Wonne; sei gegrüßt, o Mauer der Gläubigen. / Sei gegrüßt, Unvermählte; sei gegrüßt, o Freude der ganzen Welt, / durch welche uns ist aufgegangen // der gepriesene Gott der Väter, der über alles verherrlichte.
Kanon zum Kreuz und zur Auferstehung, Ton 1.
Irmos: Die zur Gottesfurcht zusammen erzogenen Jünglinge verachteten den gottlosen Befehl und erschraken nicht vor der Drohung des Feuers, sondern, mitten in der Flammenglut stehend, sangen sie: Gott der Väter, gelobt bist du!
Ehre Herr, Deinem kostbaren Kreuz und Deiner Auferstehung.
Einst ward verflucht die mit dem Blute des Abel von brudermörderischer Hand gerötete Erde; doch, mit deinem gottentströmten Blute besprengt, wird sie gesegnet und ruft jubelnd: Der Väter Gott, gelobt bist du!
Ehre Herr, Deinem kostbaren Kreuz und Deiner Auferstehung.
Beweinen möge das gottfeindliche Volk der Juden das Wagnis der Tötung Christi; die Heidenvölker aber mögen frohlocken, in die Hände klatschen und rufen: Der Väter Gott, gelobt bist du!
Ehre Herr, Deinem kostbaren Kreuz und Deiner Auferstehung.
Siehe, den Myronträgerinnen rief der strahlende Engel zu: Kommet, sehet die Zeichen der Auferstehung Christi, die Linnentücher und das Grab, und rufet: Der Väter Gott, gelobt bist zu!
Kanon zur Gottesmutter, Ton 1.
Irmos: Dich, Gottesgebärerin, betrachten wir Gläubigen als einen geistigen Flammenofen: Denn wie die drei Jünglinge errettete der Hocherhobene, so stellte er die ganze Welt völlig wieder her in deinem Schosse, der gelobte und hochherrliche Gott unserer Väter!
Allheilige Gottesgebärerin rette uns.
Dich, Gottesgebärerin, erblickte Jakob prophetisch als Leiter: denn durch dich erschien die Hocherhobene den Menschen und erstrahlte nach seinem Wohlgefallen, der gelobte und hochherrliche Gott der Väter!
Allheilige Gottesgebärerin rette uns.
Freue dich, Ehrwürdige, du Fell Adams! Denn aus dir ging hervor der Hirt, der Hocherhobene, welcher wahrhaftig mit mir, dem ganzen Menschen, sich umkleidete, aus unfassbarem Erbarmen, der gelobte und hochherrliche Gott der Väter!
Allheilige Gottesgebärerin rette uns.
Der neue Adam bediente sich deines unschuldigen Blutes in Wahrheit, der urewige Gott; ihn flehe jetzt an, zu erneuern mich, den Veralteten, der ich rufe: Gelobter und hochherrlicher Gott unserer Väter!
dreiheitskanon, Ton 1.
Wort Gottes, wesensgleicher Abglanz des allgewaltigen Gottes, wie du versprochen, bereite mir ein göttliches Wohnen bei dir als Erbarmer mit deinem Vater und Geist, und furchtbar mache mich den Dämonen und Lüsten.
Um uns zu zeigen, Gebieter, das Meer deiner Erbarmung, sandtest du deinen Sohn in unser Elend, schufst wieder uns neu nach der Schönheit von einst. Wohlan denn, auch jetzt gib mir Einsicht durch den göttlichen Geist.
Allheilige Gottesgebärerin rette uns.
Theotokion: Der auf der Cherubim Throne dahinfährt / und König des Alls ist, der hat in deinem jungfräulichen Schoße, Allreine, gewohnt und vom Verderben menschenfreundlich alle erlöst. Wohlan denn, auch jetzt schließe rings mit deinen Bitten mich ein.
gottesmutterSonntag, Ton 1.
Dich erkennt Jakob, Gottesgebärerin, prophetisch als eine Leiter. Denn durch dich ist der über alles Erhabene erschienen auf Erden. Durch dich hat er, wie er beschlossen, mit den Menschen verkehrt, er, der Väter gepriesener und über alles verherrlichter Gott.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Freude, Erlauchte, dir, Adams Vlies. Aus dir ging hervor ob seines unfassbaren Erbarmens der Hirt, der über alles Erhabene, der mit mir, dem Menschen gänzlich in Wahrheit bekleidet sich hat, er, der Väter gepriesener und über alles verherrlichter Gott.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Als neuer Adam ist aus deinem reinen Geblüte erschienen in Wahrheit der urewige Gott. Zu ihm jetzt flehe, dass er mich Gealterten neu wieder schaffe, mich, der da schreit: Du der Väter gepriesener und über alles verherrlichter Gott.
Ode 8
Auferstehungskanon, Ton 1.
Irmos: In dem Ofen die Jünglinge Israels / wie in einer Schmelze durch die Zierde der Frömmigkeit / reiner als Gold erglänzten und sangen: / Preist all ihr Werke, den Herrn und besinget // und erhebt ihn hoch in alle Ewigkeit.
Ehre, Herr, Deiner heiligen Auferstehung.
Der du alles schaffst durch deinen Willen, / es auch umgestaltest und wendest den Schatten des Todes / in ewiges Leben durch dein Leiden, o Logos Gottes, / dich unaufhörlich alle Werke als Herrn wir besingen // und erheben dich hoch in alle Ewigkeit.
Ehre, Herr, Deiner heiligen Auferstehung.
Du hast hinweggenommen die Verwüstung, o Christus, / und das Unheil in den Toren und Verließen des Hades, / da du bist auferstanden aus dem Grabe am dritten Tage. / Dich unaufhörlich alle Werke als Herrn besingen // und erheben dich hoch in alle Ewigkeit. (Is 59,7; Röm 3,16)
Allheilige Gottesgebärerin rette uns.
Theotokion: Sie, die samenlos und übernatürlich / hat die kostbare Perle, Christus, geboren / aus göttlichem Blitze, laßt uns besingen mit den Worten: / Preist, all ihr Werke, den Herrn und besinget // und erhebt ihn hoch in alle Ewigkeit. (Mt 13,46)
Kanon zum Kreuz und zur Auferstehung, Ton 1.
Irmos: Der tauträufelnde Flammenofen zeigte ein Vorbild des übernatürlichen Wunders. Denn nicht verbrennt er die Jünglinge, welche er empfing; so auch nicht das Feuer der Gottheit der Jungfrau Schoss, in den es eingeht. Desshalb wollen wir lobpreisend singen: Es lobe die ganze Schöpfung den Herrn, und erhebe ihn in alle Ewigkeiten!
Ehre Herr, Deinem kostbaren Kreuz und Deiner Auferstehung.
Kommet, ihr Völker, lasset uns verehren den Ort, auf welchem standen die allreinen Füße, und am Holze die göttlichen, lebendigmachenden Hände Christi ausgebreitet waren zur Erlösung aller Menschen, und das Grab des Lebens umringend lasset uns singen: Es lobe die ganze Schöpfung den Herrn und erhebe ihn hoch in alle Ewigkeiten!
Ehre Herr, Deinem kostbaren Kreuz und Deiner Auferstehung.
Zu Schanden gemacht ward der gottesmörderischen Juden widergesetzliche Verleumdung; denn, den sie einen Betrüger nannten, der erwachte als Mächtiger, zerbrechend die Siegel der Frevler! Desshalb lasset uns frohlockend singen: Es lobe die ganze Schöpfung den Herrn und erhebe ihn hoch in alle Ewigkeiten!
Allheilige Gottesgebärerin rette uns.
Theotokion: In drei Heiligungen betrachtend die Herrlichkeit der Einen Macht, verherrlichen die reinen Seraphim mit Furcht, wie es Knechten gebührt, die dreipersönliche Gottheit. Mit ihnen mögen auch wir in Andacht singen: Es lobe die ganze Schöpfung den Herrn und erhebe ihn hoch in alle Ewigkeiten!
Kanon zur Gottesmutter, Ton 1.
Irmos: In dem Flammenofen erglänzten die Jünglinge Israels, wie in einer Esse, durch die Schönheit der Frömmigkeit reiner als Gold, da sie sprachen: Preiset, alle Werke des Herrn, den Herrn, lobet und erhebet ihn hoch in alle Ewigkeiten!
Allheilige Gottesgebärerin rette uns.
Den lichtstrahlenden Palast, aus welchem der Gebieter des Alls, Christos, gleich wie ein Bräutigam heraustrat, lasset uns Alle besingen, ausrufend: Alle Werke, lobet den Herrn und erhebet ihn hoch in alle Ewigkeiten!
Allheilige Gottesgebärerin rette uns.
Freue dich, ruhmvoller Thron Gottes! Freue dich, du Wall der Gläubigen, du, durch welche das Licht den in der Finsternis Befindlichen aufgegangen ist, Christos, denen, die dich selig preisen und rufen: Alle Werke, lobet den Herrn und erhebet ihn hoch in alle Ewigkeiten!
Allheilige Gottesgebärerin rette uns.
Die du der Erlösung Urheber, den Herrn, uns geboren hast, flehe für Alle, die inbrünstig zu dir rufen, allbesungene Jungfrau; lobet, alle Werke, den Herrn, preiset und erhebet ihn hoch in alle Ewigkeiten!
dreiheitskanon, Ton 1.
Durch deinen göttlichen Wink, Herr aller, Dreipersönlicher und Allgewaltiger, hast ausgespannt wie ein Vlies / du die Himmel. Dann ließest du schweben / auch der Erde Tiefe mit deinem allmächtigen Griff. Darum mache auch stark deine Knechte in der Liebe zu dir und im Glauben an dich, Menschenfreund, damit wir in Liebe dich preisen in alle Äonen.
Erleuchte, urgöttliches Licht, die, welche in Hymnen besingen das in den Personen dreisonnige, doch wieder im Wesen einfache Licht, dass stets sie hinschauen zu deinen lichtgebenden Strahlen. Durch sie werde ich gesättigt mit deiner süßen und leuchtenden und ganz seligen Herrlichkeit, und gläubig erhebe ich dich in die Äonen.
Allheilige Gottesgebärerin rette uns.
Theotokion: Erhoben hat dein Sohn zu den Himmeln der Menschen Natur, die er, ohne sich zu wandeln, annahm, Gottesmutter, Allreine, im Übermaße der Güte errettend uns vom alten Verderben. Ihm singen zum Danke wir: Es rühme die ganze Schöpfung den Herrn und erhebe ihn in alle Äonen.
gottesmutterSonntag, Ton 1.
Sie, das lichtstrahlende Brautgemach, aus dem wie ein Bräutigam Christus hervortrat, der Gebieter des Alls, lasst uns alle in Hymnen besingen. Lasset uns rufen: All ihr Werke, preiset in Hymnen den Herrn und erhebet ihn über alles in alle Äonen.
Wir segnen den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist.
Freude dir, Gottes herrlicher Thron. Freude dir, der Gläubigen Mauer, durch dich ging denen, die in Finsternis saßen, Christus, das Licht, auf, denen, die selig dich preisen und rufen: All ihr Werke, preiset in Hymnen den Herrn und erhebet ihn über alles in alle Äonen.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Du hast den Herrn uns geboren, des Heiles Begründer. In Hymnen allgefeierte Jungfrau, flehe für alle, die rufen mit ausgebreiteten Armen: All ihr Werke, rühmet, preiset in Hymnen den Herrn und erhebet ihn über alles in alle Äonen.
Wir loben, segnen und beten an den Herrn; wir besingen ihn in Hymnen und hocherheben ihn in Ewigkeit.
Ode 9
Auferstehungskanon, Ton 1.
Irmos: Ein Vorbild deines reinen Gebärens / stellte der entflammte, doch unverbrannte Dornbusch dar. / Wir aber bitten nun, daß die wild wider uns lodernde Glut / der Versuchungen werde ausgelöscht, // auf daß wir, Gottesgebärerin, hoch unaufhörlich dich preisen.
Ehre, Herr, Deiner heiligen Auferstehung.
Wie nur konnte das gesetzlose Volk / in seinem Ungehorsam und seinem Sinnen auf Böses / rechtfertigen den Missetäter und Verruchten, / den Gerechten aber verurteilen zum Tod am Holze, // den Herrn der Herrlichkeit, den nach Gebühr hoch wir preisen.
Ehre, Herr, Deiner heiligen Auferstehung.
O Erretter, du makelloses Lamm, / das die Sünde der Welt hinweg hat genommen, / dich loben wir, der du bist erstanden am dritten Tage, / mit dem Vater und deinem göttlichen Geiste; // als Herrn der Herrlichkeit wir dich bekennen und preisen dich hoch. (1 Petr 1,19; Jo 1,29)
Allheilige Gottesgebärerin rette uns.
Theotokion: Errette dein Volk, o Herr, / das du erworben hast mit durch dein kostbares Blut; / wider die Feinde Kraft ihm verleihe / und deinen Kirchen, Menschenliebender, // gewähre den Frieden auf der Gottesgebärerin Bitten.
Kanon zum Kreuz und zur Auferstehung, Ton 1.
Irmos: Ein fremdartiges und unfassbares Geheimnis sehe ich; als Himmel — die Höhle, als cherubischen Thron — die Jungfrau, die Krippe als Raum, in welchem liegt der von keinem Raum umgrenzte Christos, der Gott, den wir lobsingend erheben!
Ehre Herr, Deinem kostbaren Kreuz und Deiner Auferstehung.
Verherrlicht ward durch deine unaussprechliche Kraft dein Kreuz, Herr! Denn deine Schwachheit erwies sich stärker als alle Kraft! Denn durch diese wurden die Mächtigen zur Erde geschleudert, und die Armen zum Himmel gebracht.
Ehre Herr, Deinem kostbaren Kreuz und Deiner Auferstehung.
Getötet ward unser nimmer lächelnder Tod; denn du erschienest und schenktest die Auferstehung den im Hades Befindlichen, Christos! Desshalb preisen wir, dich als Leben und Auferstehung und persönlich gewordenes Licht besingend, dich hoch!
Ehre Herr, Deinem kostbaren Kreuz und Deiner Auferstehung.
Die anfanglose und unbegrenzte Natur wird erkannt in drei einzelnen gottursprünglichen Personen. Eine und dieselbe Gottheit kommt dem Vater, dem Sohne und dem Geiste zu, auf welche vertrauend unser gottseliger Kaiser gerettet wird!
Kanon zur Gottesmutter, Ton 1.
Irmos: Ein Vorbild deines reinen Gebärens zeigte der feuerflammende Dornbusch, der nicht verbrannte: und jetzt bitten wir, bei uns zu löschen die wilde Glut der Versuchungen, auf dass wir dich, Gottesgebärerin, unaufhörlich hochpreisen mögen!
Allheilige Gottesgebärerin rette uns.
Aus dem Stamm Davids bist du aufgeblüht prophetisch, Jungfrau, des Gottes-Ahnen. Doch auch den David hast du, wie es wahrhaftig ist, verherrlicht, indem du gebarst den Geweissagten, den Herrn der Herrlichkeit; ihn preisen wir nach Würde hoch!
Allheilige Gottesgebärerin rette uns.
Jeder Grad von Lobpreisungen, Allunschuldvolle, wird besiegt durch die Größe deiner Herrlichkeit! Doch, Gebieterin, nimm mit Huld den von deinem zwar unwürdigen Diener, aber in guter Meinung dir dargebrachten Lobgesang an, Gottesgebärerin!
Allheilige Gottesgebärerin rette uns.
O deiner über die Vernunft hinausgehenden Wunder! Denn du, Jungfrau, allein über die Sonne Erhabene, gabst Allen zu betrachten das neueste Wunder deines unbegreiflichen Gebärens, Allunschuldvolle! Desshalb preisen wir Alle dich hoch!
dreiheitskanon, Ton 1.
Errette, Erretter der Schöpfung, der wahrnehmbaren, der geistigen, deine Knechte vor der Hinterlist, der Bosheit der Feinde, wesensgleiche, allheilige Dreiheit. Behüte vor Nachstellung stets deine Herde.
Um den unermesslichen Abgrund deiner wesenhaften Güte zu zeigen, gabst du Verheißungen uns, die deinen Knechten zum Heil sind, dreisonniger, unumschränkt herrschender, allgewaltiger Gott. Würdige dich, sie zu erfüllen.
Allheilige Gottesgebärerin rette uns.
Theotokion: Neige dich unseren Gebeten, der du in drei urgöttlichen Personen als nur ein wahrer Gott im Glauben erfasst wirst, und gib Trost deinen Knechten auf der reinen und allgepriesenen Gottesgebärerin Bitten.
gottesmutterSonntag, Ton 1.
Aus Davids, des Stammvaters Gottes, Wurzel sprosstest, Jungfrau, du auf nach dem Spruch des Propheten. Doch wie wahr hast du auch David verherrlicht, da du den Herren der Herrlichkeit, von dem der Prophet spricht, gebarst, den wir geziemend erheben.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Jede Art Preisgesang, o Allreine, weicht deiner Herrlichkeit Größe. Wohlan, Herrin du, sind wir unwert auch, deinen Schutz zu erflehen, nimm in Huld, Gottesgebärerin, den Hymnengesang von uns an, den wir in Liebe dir weihen.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
O deiner unbegreiflichen Wunder. Denn du, Jungfrau, alleine hast allen unter / der Sonne zu erkennen gegeben, Allreine, deiner unerfasslichen Mutterschaft ungewohntestes Wunder. Darum sagen wir alle dir Preis.
Stichiren zum Lob
Wir besingen, o Christus, / dein heilbringendes Leiden // und verehren deine Auferstehung.
Der das Kreuz du hast erduldet / und den Tod vernichtet / und bist auferstanden von den Toten, / befriede unser Leben, o Herr, // als der einzig Allmächtige.
Beraubt hast du den Hades / und aufgerichtet den Menschen / in deiner Auferstehung, o Christus. / So würdige uns, reinen Herzens // dich zu besingen und zu preisen.
Deinen gottwürdigen Herabstieg / preisen wir und besingen dich, Christus. / Geboren wurdest du aus der Jungfrau / und bliebest doch ungetrennt vom Vater. / Als Mensch hast du gelitten / und hast das Kreuz auf dich genommen aus freiem Willen. / Erstanden bist du aus dem Grabe, / aus ihm hervorgegangen wie aus einer Kammer, / um die Welt zu retten. // Herr, Ehre sei dir.
Als du genagelt wurdest ans Holz des Kreuzes, / da ward getötet die Kraft des Feindes. / Die Schöpfung erbebte aus Furcht vor dir, / und durch deine Kraft wurde der Hades beraubt. / Die Toten ließest du auferstehen aus den Gräbern / und öffnetest das Paradies dem Räuber. // Christus, unser Gott, Ehre sei dir.
Wehklagend trafen ein an deinem Grabe / in Eile die ehrwürdigen Frauen. / Doch da sie das Grab fanden geöffnet / und erfuhren vom Engel / das unerhörte und unfaßbare Wunder, / verkündeten sie den Aposteln, / daß der Herr ist erstanden // und der Welt schenkt das große Erbarmen.
Die göttliche Verwundung deiner Leiden, / o Christus Gott, wir verehren / und das Herrenopfer auf dem Sion, / das am Ende der Äonen / Gott erzeigend ist geschehen. / Denn die da schliefen im Dunkel / hast du erleuchtet als die Sonne der Gerechtigkeit / und sie geführt in die Erhellung ohne Abend. // Herr, Ehre sei dir.
Merket auf, ihr streitsüchtiges Geschlecht der Juden! / Wo sind sie, die zu Pilatus sind gegangen? / Die Wachsoldaten sollen reden! / Wo sind die Siegel des Grabes? / Wohin wurde überführt der Bestattete? / Wie wurde verkauft der Unverkäufliche? / Der Schatz, wie wurde er gestohlen? / Was lästert ihr die Auferweckung des Gekreuzigten, / ihr gesetzwidrigen Juden? / Er ist auferstanden, / der Freie unter den Toten, // und gewährt der Welt das große Erbarmen.

- Zur Liturgie -



ENDE, UND GOTT DIE EHRE.


Nächster Gottesdienst
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