Triodion. Karwoche. Samstag.
Der Hl. und Große Samstag. Karsamstag
Anmerkungen
Die „Königlichen Stunden“. Am Karfreitag wird keine Liturgie zelebriert. Stattdessen werden am Freitagmorgen die „Königlichen Stunden“ gelesen. Diese bestehen aus der Ersten, Dritten, Sechsten und Neunten Stunde sowie der Typika.
Die Vesper des Karfreitags, genannt „Ordnung des Begräbnisses“, wird am Freitag mittags zelebriert. Am Ende der Vesper wird das Grabtuch Christi in der Mitte der Kirche zur Verehrung ausgelegt.
Der Orthros des Karsamstags, genannt „Klagen der Allheiligen Gottesgebärerin“, wird am Freitagabend zelebriert. Wir hören dem Klagelied der Gottesmutter zu. Zum Ende des Gottesdienstes findet eine Prozession mit dem Grabtuch um die Kirche herum statt. Im Anschluss wird die Erste Stunde gelesen.
Kommt, lasst uns anbeten Gott, unseren König.
Kommt, lasst uns anbeten und niederfallen vor Christus, Gott, unserem König.
Kommt, lasst uns anbeten und niederfallen vor Christus Selbst, unserem König und Gott.
Mit dem Beginn der Psalmenlesung weihräuchert der Priester die Kirche. Im geht der Diakon mit der Kerze voran. Der Priester weihräuchert: 1) das Analogion mit dem Evangeliar einmal von allen Seiten, 2) den Altarraum, 3) die Ikonostase, 4) das Volk, 5) die gesamte Kirche, 6) die Ikonen bei den Heiligen Türen (Christus und Gottesmutter), 7) wieder das Analogion mit dem Evangeliar von vorne. Nach der Räucherung bleiben der Priester mit dem Diakon vor dem Analogion stehen.
Psalm 5: Nimm zu Ohren, Herr, meine Worte, habe acht auf mein Schreien. Merke auf die Stimme meines Flehens, mein König und mein Gott; denn zu Dir will ich beten, Herr. In der Frühe wollest Du meine Stimme hören, in der Frühe will ich hinzutreten zu Dir, und Du wollest auf mich schauen; denn Du bist kein Gott, der Gesetzlosigkeit will. Keiner, der Böses tut, wird wohnen bei Dir, und Gesetzesübertreter werden keinen Bestand haben vor Deinen Augen. Du hassest alle, die Gesetzlosigkeit wirken; vernichten wirst Du alle, die Lüge reden. Einen Mann des Blutes und einen Betrüger verabscheut der Herr. Ich aber will eintreten in Dein Haus in der Fülle Deines Erbarmens, will anbeten in Deiner Furcht zu Deinem heiligen Tempel hin. Herr, leite mich in Deiner Gerechtigkeit um meiner Feinde willen, mache gerade vor Dir meinen Weg. Denn in ihrem Mund ist keine Wahrheit, ihr Herz ist eitel. Ein geöffnetes Grab ist ihr Schlund, mit ihren Zungen redeten sie trügerisch. Richte sie, o Gott. Scheitern sollen sie ob ihrer Pläne. Nach der Fülle ihrer Freveltaten stoße sie hinaus; denn erbittert haben sie Dich, o Herr. Doch frohgemut seien alle, die auf Dich hoffen, auf ewig sollen sie frohlocken; Du wirst in ihnen wohnen, und in Dir werden sich alle rühmen, die Deinen Namen lieben. Denn Du wirst segnen den Gerechten; Herr, wie mit einer Rüstung des Wohlgefallens hast Du uns umkränzt.
Psalm 2: Wozu tobten die Nationen und sannen die Völker Nichtiges? ‹Es› stellten sich ein die Könige der Erde, und die Fürsten versammelten sich zugleich wider den Herrn und wider seinen Gesalbten. Lasst uns zerreißen ihre Fesseln und abwerfen von uns ihr Joch. Er, der in den Himmeln wohnt, wird sie verlachen, ja, der Herr wird sie verspotten. Dann wird er sprechen zu ihnen in seinem Zorn, und in seinem Grimm wird er sie aufwühlen. Ich aber wurde als König von ihm eingesetzt über Sion, seinen heiligen Berg, verkündend die Anordnung des Herrn. Der Herr sprach zu mir: „Mein Sohn bist du. Ich habe dich heute gezeugt. Erbitte von mir, und ich werde dir die Nationen geben zu deinem Erbe und zu deinem Besitz die Enden der Erde. Du wirst sie weiden mit eisernem Stab, wie Töpfergefäße wirst du sie zerschmettern.“ Und nun, ihr Könige, nehmt Einsicht an; Lasst euch erziehen, alle, die ihr richtet die Erde. Dienet dem Herrn mit Furcht, und frohlocket ihm mit Zittern. Haltet fest an ‹der› Erziehung, damit nicht dereinst erzürne der Herr und ihr zugrunde geht – fern vom rechten Weg, wann plötzlich sein Grimm entbrennt. Selig alle, die auf ihn vertrauen.
Psalm 21: O Gott, mein Gott, habe acht auf mich; wozu hast du mich verlassen? Fern von meiner Errettung sind die Worte meiner Verfehlungen. O mein Gott, schreien werde ich des Tags, und du wirst nicht erhören; auch des Nachts, und ‹es ist› mir nicht zur Torheit. Du aber wohnst im Heiligen, du Lobpreis Israëls. Auf dich haben unsere Väter gehofft, sie haben gehofft, und du hast sie erlöst. Zu dir haben sie geschrien und wurden errettet, auf dich haben sie gehofft und wurden nicht zuschanden. Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, Schmach der Menschen und Verachtung des Volkes. Alle, die mich sahen, verspotteten mich, redeten mit ihren Lippen ‹und› schüttelten den Kopf: „Er hoffte auf den Herrn, ‹der› soll ihn erlösen, ‹der› soll ihn erretten, denn er hat ‹ja sein› Wohlwollen an ihm.“ Denn du bist ‹es›, der mich aus dem Schoß gezogen, meine Hoffnung von den Brüsten meiner Mutter an. Auf dich war ich geworfen vom Mutterleibe an, vom Schoße meiner Mutter an bist du mein Gott. Entferne dich nicht von mir; denn Bedrängnis ist nah; denn es gibt keinen, der mir hilft. Viele Jungstiere umringten mich, fette Stiere schlossen mich ringsum ein. Sie öffneten ihr Maul wider mich, gleichwie ein reißender und brüllender Löwe. Wie Wasser bin ich ausgegossen, und all meine Gebeine sind zerstreut; mein Herz ist geworden wie geschmolzenes Wachs inmitten meiner Brust. Meine Kraft wurde ausgetrocknet wie gebrannter Ton, und meine Zunge klebt an meiner Kehle, gar in Todesstaub hast du mich hinabgeführt. Denn viele Hunde umringten mich; die Versammlung derer, die Böses tun, schloss ringsum mich ein. Sie durchstachen meine Hände und Füße. Sie zählten all meine Gebeine; ja, sie betrachteten und beobachteten mich. Sie verteilten unter sich meine Kleider, und über mein Gewand warfen sie das Los. Du aber, Herr, entferne nicht deine Hilfe von mir, habe acht auf meinen Beistand. Erlöse vom Schwert meine Seele, ja, meine einziggezeugte aus der Hand des Hundes. Errette mich aus dem Maul des Löwen und meine Niedrigkeit von den Hörnern der Einhörner. Verkünden will ich deinen Namen meinen Brüdern, inmitten der Gemeinde will ich dich in Hymnen besingen. Die ihr den Herrn fürchtet, lobet ihn; aller Same Jakobs, verherrlichet ihn. Fürchten fürwahr soll sich vor ihm aller Same Israëls. Denn nicht hat er verachtet noch sich erzürnt über das Flehen des Armen, noch sein Angesicht abgewandt von mir; und als ich zu ihm schrie, erhörte er mich. Von dir ist mein Lob; in großer Gemeinde will ich dich bekennen, will meine Gelübde erfüllen vor denen, die ihn fürchten. Die Bedürftigen werden essen und gesättigt werden, und loben werden den Herrn, die ihn suchen, ihre Herzen werden leben auf immer und ewig. ‹Es› werden eingedenk sein und umkehren zum Herrn alle Enden der Erde, und anbeten vor ihm werden alle Stämme der Nationen. Denn des Herrn ist das Königtum, und er gebietet über die Nationen. ‹Es› aßen und beteten an alle Üppigen der Erde; vor ihm werden niederfallen alle, die hinabsteigen zur Erde. Auch meine Seele lebt ihm, und mein Same wird ihm dienen. Ankündigen wird sich dem Herrn ein Geschlecht, das kommt, und sie werden verkünden seine Gerechtigkeit einem Volk, das geboren werden soll, das geschaffen hat der Herr.
Ehre dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geiste, jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Alleluïa, alleluïa, alleluïa. Ehre Dir, o Gott, dreimal.
Herr, erbarme Dich, dreimal.
Tropare
Ehre dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geiste.
Tropar der ersten königlichen Stunde. Ton 1.
Ch: Als du gekreuzigt wurdest, o Christus, / da ward die Tyrannei hinweggenommen und die Macht des Feindes zertreten; / denn nicht ein Engel, nicht ein Mensch, / sondern du selbst, o Herr, // hast uns errettet. Ehre dir.
Tropare, Ton 8. (Die folgenden Tropare werden üblicherweise in Stichiren-Tönen gesungen.)
Ch: Heute zerreißt des Tempels Vorhang / zu der Gesetzlosen Schande. / Und es verhüllt ihre Strahlen die Sonne, // da sie am Kreuze schauet den Herrn. Zweimal.
L: Wozu tobten die Nationen und sannen die Völker Nichtiges?
Ch: Wie ein Schaf wardst du zur Schlachtbank geführt, Christus, König, / und angenagelt ans Kreuz wie ein Lamm ohne Fehl / von den gesetzlosen Menschen // ob unserer Sünden, Menschenfreund.
L: Es stellten sich ein die Könige der Erde, und die Fürsten versammelten sich zugleich wider den Herrn und wider seinen Gesalbten.
Ch: Wie ein Schaf wardst du zur Schlachtbank geführt, Christus, König, / und angenagelt ans Kreuz wie ein Lamm ohne Fehl / von den gesetzlosen Menschen // ob unserer Sünden, Menschenfreund.
L: Ehre dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geiste.
Ch: Den Gesetzlosen, die dich gefangen nahmen, / hast du geduldig zugerufen, o Herr: / Wenn ihr auch den Hirten geschlagen / und die zwölf Schafe, meine Jünger, zerstreuet, / so hätte ich doch die Macht, mehr denn zwölf Legionen Engel bereitzustellen. / Aber ich bin langmütig, damit die Geheimnisse und Verborgenheiten erfüllet werden, // die ich euch durch meine Propheten kundtat. Ehre dir!
L: Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Ch: Den Gesetzlosen, die dich gefangen nahmen, / hast du geduldig zugerufen, o Herr: / Wenn ihr auch den Hirten geschlagen / und die zwölf Schafe, meine Jünger, zerstreuet, / so hätte ich doch die Macht, mehr denn zwölf Legionen Engel bereitzustellen. / Aber ich bin langmütig, damit die Geheimnisse und Verborgenheiten erfüllet werden, // die ich euch durch meine Propheten kundtat. Ehre dir!
Prokimenon, Ton 4
D: Lasst uns aufmerken.
L: Prokimenon der Prophetie im vierten Ton. Sein Herz sammelte sich Gesetzlosigkeit.
Ch: Sein Herz sammelte sich Gesetzlosigkeit.
Vers: Selig, wer auf den Armen und Bedürftigen achtet.
Ch: Sein Herz sammelte sich Gesetzlosigkeit.
L: Sein Herz.
Ch: Sammelte sich Gesetzlosigkeit.
Lesung der Parimie
D: Weisheit.
L: Lesung aus der Prophetie von Sacharja.
D: Lasset uns aufmerken.
L: So spricht der Herr: ich ergriff meinen Stab, der Wohlfallen hieß, und zerbrach ihn, um meinen Bund aufzulösen, den ich mit allen Völkern geschlossen. Und er ward an jenem Tage aufgelöst und so erkannten die elendesten Schafe, die auf mich achteten, dass es des Herrn Wort war. Darauf sprach ich zu ihnen:21 Scheint es gut in euren Augen, so gebet mir meinen Lohn; wo nicht, so lasset es sein! Da wogen sie als meinen Lohn dreißig Silberlinge dar. Der Herr aber sprach zu mir:25 Wirf ihn dem Töpfer hin, den herrlichen Preis, dessen ich von ihnen wert geachtet bin! Da nahm ich die dreißig Silberlinge und warf sie in das Haus des Herrn dem Töpfer zu. (Zach 11,10-13)
Lesung des Apostel
D: Weisheit.
L: Lesung aus dem Brief des heiligen Apostels Paulus an die Galater.
D: Lasset uns aufmerken.
P: Friede dir.
L: Und deinem Geiste.
Lesung des Evangeliums
D: Weisheit. Aufrecht. Lasset uns hören das heilige Evangelium.
P: Friede allen.
Ch: Und deinem Geiste.
D: Lesung aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
Ch: Ehre dir, Herr, Ehre dir.
D: Lasset uns aufmerken.
P: In jener Zeit fassten alle Hohenpriester und Ältesten des Volkes einen Beschluss gegen Jesus, dass sie ihn zu Tode brächten. Und nachdem sie ihn gebunden hatten, führten sie ihn weg und überlieferten ihn Pontius Pilatus, dem Statthalter.
Dann, als Judas, der ihn überliefert hatte, sah, dass er verurteilt wurde, reute es ihn, und er brachte die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und den Ältesten zurück und sagte: Ich habe gesündigt, weil ich unschuldiges Blut überliefert habe. Sie aber sagten: Was geht das uns an? Das ist deine Sache. Und er warf die Silberlinge im Tempel hin und entwich, und er ging weg und erhängte sich. Die Hohenpriester aber nahmen die Silberlinge und sagten: Es ist nicht erlaubt, sie in den Tempelschatz zu werfen, weil es Blutgeld ist. Sie fassten aber einen Beschluss und kauften davon den Acker des Töpfers zum Begräbnis für die Fremden. Deshalb ist jener Acker Blutacker genannt worden bis zum heutigen ‹Tag›. Da wurde das durch den Propheten Jeremias Gesagte erfüllt, welcher spricht: «Und sie nahmen die dreißig Silberlinge, den Schätzpreis des Geschätzten, den man geschätzt hatte seitens der Söhne Israëls, und gaben sie für den Acker des Töpfers, wie mir der Herr angeordnet hatte.»
Jesus aber stand vor dem Statthalter. Und der Statthalter fragte ihn und sprach: Bist du der König der Juden? Jesus aber sprach zu ihm: Du sagst ‹es›. Und während er von den Hohenpriestern und den Ältesten angeklagt wurde, antwortete er nichts. Da spricht Pilatus zu ihm: Hörst du nicht, wie vieles sie wider dich bezeugen? Und er antwortete ihm auch nicht auf ein einziges Wort, so dass der Statthalter sich sehr verwunderte. Zum Fest aber war der Statthalter gewohnt, der Volkmenge einen Gefangenen loszugeben, den sie wollten. Sie hatten aber damals einen berüchtigten Gefangenen, genannt Barabbas. Als sie nun versammelt waren, sprach Pilatus zu ihnen: Wen wollt ihr, dass ich euch losgebe, Barabbas oder Jesus, den man Christus nennt? Denn er wusste, dass man ihn aus Neid überliefert hatte. Während er aber auf dem Richterstuhl saß, sandte seine Frau zu ihm und ‹ließ ihm› sagen: Lass ab von jenem Gerechten; denn vieles habe ich heute im Traum gelitten um seinetwillen. Aber die Hohenpriester und die Ältesten überredeten die Volksmenge, den Barabbas zu erbitten, Jesus aber zugrunde zu richten. Der Statthalter aber antwortete und sprach zu ihnen: Welchen von den beiden wollt ihr, dass ich euch losgebe? Sie aber sprachen: Barabbas. Spricht Pilatus zu ihnen: Was soll ich denn mit Jesus tun, den man Christus nennt? Sie sagen ihm alle: Er werde gekreuzigt. Der Statthalter aber sagte: Was hat er denn Übles getan? Sie aber schrien über die Maßen: Er werde gekreuzigt. Als aber Pilatus sah, dass es nichts nütze, sondern ‹noch› mehr Tumult entstehe, nahm er Wasser, wusch seine Hände vor der Volksmenge und sprach: Unschuldig bin ich am Blute dieses Gerechten; das ist eure Sache. Und das ganze Volk antwortete und sprach: Sein Blut ‹komme› über uns und über unsere Kinder. Dann gab er ihnen den Barabbas los; Jesus aber ‹ließ› er geißeln und überlieferte ihn, damit er gekreuzigt werde.
Dann nahmen die Soldaten des Statthalters Jesus mit in das Prätorium und versammelten bei ihm die ganze Kohorte. Und sie zogen ihn aus und legten ihm einen scharlachroten Mantel um. Dann flochten sie einen Kranz aus Dornen und legten ‹ihn› auf sein Haupt und ein Rohr in seine Rechte; und sie fielen vor ihm auf die Knie, verspotteten ihn und sagten: „Freue dich, König der Juden.“ Da spien sie ihn an, nahmen das Rohr und schlugen auf sein Haupt. Und als sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Mantel aus und zogen ihm seine Kleider an; und sie führten ihn ab, um ‹ihn› zu kreuzigen. Als sie aber hinausgingen, fanden sie einen Menschen, einen Kyrenäer, mit Namen Simon; diesen zwangen sie, dass er dessen Kreuz aufnehme.
Und als sie an ‹den› Ort gekommen waren, genannt Golgotha, das ist die sogenannte Schädelstätte, gaben sie ihm Essig mit Galle vermischt zu trinken; und als er ‹es› geschmeckt hatte, wollte er nicht trinken. Als sie ihn aber gekreuzigt hatten, verteilten sie seine Kleider, indem sie das Los warfen. Dann saßen und bewachten sie ihn dort. Und sie brachten oben über seinem Haupt seine Schuld geschrieben an: Dieser ist Jesus, der König der Juden. Dann werden zwei Räuber mit ihm gekreuzigt, einer zur Rechten und einer zur Linken. Die Vorübergehenden aber lästerten ihn, schüttelten ihre Köpfe und sagten: Der du den Tempel zerstörst und in drei Tagen erbaust, rette dich selbst. Wenn du Gottes Sohn bist, steige herab vom Kreuz. Gleicherweise aber spotteten auch die Hohenpriester zusammen mit den Schriftgelehrten, Ältesten und Pharisäern und sprachen: Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten. Wenn er Israëls König ist, steige er jetzt herab vom Kreuz, und wir werden an ihn glauben. Er hat auf Gott vertraut, der erlöse ihn jetzt, wenn er Wohlwollen an ihm hat; denn er hat ja gesagt: Ich bin Gottes Sohn. Desgleichen schmähten ihn auch die Räuber, die mit ihm gekreuzigt waren.
Von der sechsten Stunde an aber kam eine Finsternis über die ganze Erde bis zur neunten Stunde. Um die neunte Stunde aber schrie Jesus mit lauter Stimme auf und sagte: Eli, Eli, limá sabachthaní? Das heißt: Mein Gott, mein Gott, wozu hast du mich verlassen? Als aber einige von den dort Stehenden ‹es› hörten, sagten sie: Dieser ruft ‹den› Elias. Und sogleich lief einer von ihnen und nahm einen Schwamm, füllte ‹ihn› mit Essig, steckte ‹ihn› auf ein Rohr und tränkte ihn. Die übrigen aber sagten: Lass, sehen wir, ob Elias kommt, ihn zu retten. Jesus aber schrie wiederum mit lauter Stimme und entließ den Geist.
Und siehe, der Vorhang des Tempels zerriss in zwei ‹Teile›, von oben bis unten; und die Erde erbebte, und die Felsen zerrissen, und die Grabstätten wurden geöffnet, und viele Leiber der entschlafenen Heiligen wurden auferweckt; und sie gingen nach seiner Auferweckung aus den Grabstätten und gingen in die heilige Stadt und erschienen vielen.
Als aber der Hauptmann und die, welche mit ihm Jesus bewachten, <das Erdbeben und das Geschehene sahen>, fürchteten sie sich sehr und sprachen: Wahrhaftig, dieser war Gottes Sohn.
‹Es› waren dort aber auch viele Frauen, die von weitem schauten, die Jesus von Galiläa nachgefolgt waren und ihm gedient hatten; unter ihnen waren Maria Magdalene und Maria, des Jakobus’ und Joses Mutter, und die Mutter der Söhne des Zebedä’us.
(Mt 27, 1-56)*
Ch: Ehre Deiner Langmut, o Herr.
Kondak. Ton 8. Eigenmelodie.
Ch: Den um unseretwillen Gekreuzigten, kommt, ihn lasset uns alle in Hymnen besingen; / denn ihn erblickte Maria am Holze und sprach: Wenn du auch die Kreuzigung erduldest, // so bist du doch mein Sohn und mein Gott.
Kommt, lasst uns anbeten Gott, unseren König.
Kommt, lasst uns anbeten und niederfallen vor Christus, Gott, unserem König.
Kommt, lasst uns anbeten und niederfallen vor Christus Selbst, unserem König und Gott.
Während der Psalmenlesung vollzieht der Diakon eine kleine Weihräucherung der Kirche: 1) das Analogion mit dem Evangeliar einmal von allen Seiten, 2) die Ikonostase, 3) den Vorsteher 4) das Volk, 5) die Ikonen bei den Heiligen Türen (Christus und Gottesmutter) 6) das Analogion mit dem Evangelium von vorne. Nach der Räucherung bleiben der Priester mit dem Diakon vor dem Analogion stehen.
Psalm 34: Richte, Herr, die mir Unrecht tun; bekriege, die mich bekriegen. Ergreife Waffe und Schild, und stehe auf zu meiner Hilfe. Zücke ‹das› Schwert und verschließe ‹den Zugang› vor denen, die mich verfolgen; sage meiner Seele: „Dein Heil bin ich.“ Zuschanden und beschämt sollen werden, die nach meiner Seele trachten, zurück nach hinten sollen sich wenden und vollends zuschanden werden, die mir Übles sinnen. Sie sollen werden wie Staub vor dem Angesicht des Windes, und ein Engel des Herrn bedränge sie. Ihr Weg werde Finsternis und Schlüpfrigkeit, und ein Engel des Herrn verfolge sie. Denn ohne Grund verbargen sie mir das Verderben ihrer Schlinge, ohne Ursache schmähten sie meine Seele. ‹Es› komme über ihn eine Schlinge, die er nicht kennt, das Netz, das er verborgen, fange ihn, und in dieselbe Schlinge soll er fallen. Meine Seele aber wird frohlocken über den Herrn, wird sich erquicken an seiner Errettung. All meine Gebeine werden sagen: „Herr, o Herr, wer ‹ist› dir gleich? Der du den Armen erlöst aus der Hand derer, die stärker sind als er, und den Armen und Bedürftigen von denen, die ihn plündern.“ Ungerechte Zeugen standen auf wider mich und fragten mich, was ich nicht wusste. Sie vergalten mir Böses für Gutes und meiner Seele mit Kinderlosigkeit. Ich aber zog mir ein Sackgewand an, wenn sie mich belästigten; ich demütigte mit Fasten meine Seele, und mein Gebet wird in meine Brust zurückkehren. Wie einem Nächsten, wie unserem Bruder, so war ich ‹ihnen› wohlgefällig; wie einer, der trauert und finster blickt, so demütigte ich mich. Wider mich waren sie frohgemut und sammelten sich; Geißeln sammelten sich über mich, und ich wusste ‹es› nicht. Sie waren gespalten, doch nicht zerknirscht. Sie versuchten mich, verhöhnten mich mit Hohn und knirschten mit ihren Zähnen wider mich. Herr, wann wirst du hersehen? Stelle meine Seele wieder her von der Übeltat jener, von den Löwen meine einziggezeugte. Ich will dich bekennen in großer Gemeinde, unter ansehnlichem Volke will ich dich loben. Nicht mögen sich freuen über mich, die mich zu Unrecht befeinden, die mich grundlos hassen und mit ‹ihren› Augen zwinkern. Denn Friedliches zwar sprachen sie mir, doch überlegten sie Listen zum Zorn und machten ihren Mund weit wider mich; sie sprachen: „Gut so, gut so; unsere Augen haben ‹es› gesehen.“ Du hast ‹es ebenfalls› gesehen, Herr, schweige nicht; Herr, entferne dich nicht von mir. Erwache, Herr, und habe acht auf mein Gericht, auf mein Urteil, mein Gott und mein Herr. Richte mich, Herr, nach deiner Gerechtigkeit, Herr, mein Gott, und sie mögen sich nicht freuen über mich. Mögen sie nicht sagen in ihren Herzen: „Gut so, gut so für unsere Seele.“, und nicht sagen: „Wir haben ihn verschlungen.“ Mögen zuschanden und zugleich beschämt werden, die sich über meine Übel freuen. Mit Schande und Beschämung sollen bekleidet werden, die wider mich prahlen. ‹Doch› frohlocken sollen und frohgemut sein, die meine Gerechtigkeit wollen; und sprechen sollen stets: „Hochgepriesen sei der Herr.“, die den Frieden seines Knechtes wollen. Auch meine Zunge wird sich deiner Gerechtigkeit befleißigen, den ganzen Tag ‹lang› deines Lobes.
Psalm 108: O Gott, zu meinem Lob schweige nicht; denn der Mund eines Sünders und der Mund eines Betrügers haben sich geöffnet wider mich. Sie haben gegen mich geredet mit trügerischer Zunge, mich umringt mit Worten des Hasses und mich grundlos bekriegt. Dafür, dass ich ‹sie› liebte, verleumdeten sie mich; ich aber habe gebetet. Sie bereiteten gegen mich Übles für Gutes, Hass für meine Liebe. Stelle einen Sünder wider ihn auf, und ein Verleumder stehe zu seiner Rechten. Wenn er gerichtet wird, gehe er als Verurteilter hervor, und sein Gebet werde zur Sünde. Wenige sollen seine Tage sein, und sein Aufseheramt empfange ein anderer. Zu Waisen sollen seine Söhne werden und seine Frau zur Witwe. Als Wankende sollen seine Söhne umherwandern und betteln; herausgeworfen sollen sie werden aus ihren Häusertrümmern. Der Wucherer forsche alles aus, was ihm gehört; und Fremde sollen seine Mühen plündern. Kein Beistand sei ihm zugegen, und keiner habe Mitleid mit seinen Waisen. Zur Ausrottung sollen seine Kinder gereichen, in einem Geschlecht sei sein Name getilgt. Der Gesetzlosigkeit seiner Väter werde vor dem Herrn gedacht, und die Sünde seiner Mutter werde nicht getilgt. Stets seien sie vor dem Herrn, doch von der Erde werde ihr Gedächtnis ausgerottet, dafür, dass er nicht gedachte, Erbarmen zu üben; vielmehr verfolgte er ‹den› bedürftigen und armen Menschen und den im Herzen Zerknirschten, um ‹ihn› zu töten. Er liebte ‹den› Fluch, und der wird auf ihn kommen; er wollte ‹den› Segen nicht, und der wird fern von ihm sein. Er zog ‹den› Fluch an wie ein Gewand, und der ging wie Wasser hinein in sein Innerstes und wie Öl in seine Gebeine. Er werde ihm wie ein Gewand, das er sich umwirft, und wie ein Gürtel, mit dem er sich stets umgürtet. Dies ‹ist› das Werk derer, die mich beim Herrn verleumden und die Böses reden wider meine Seele. Doch du, Herr, o Herr, handle an mir um deines Namens willen; denn gütig ‹ist› dein Erbarmen. Erlöse mich; denn arm und bedürftig bin ich, und mein Herz ist aufgewühlt in mir. Wie ein Schatten, wenn er sich neigt, ward ich hinweggenommen, wurde abgeschüttelt wie Heuschrecken. Meine Knie wurden schwach vom Fasten, und mein Fleisch veränderte sich aus ‹Mangel an› Öl. Und ich ward ihnen zur Schmach; sie sahen mich ‹und› schüttelten ihre Köpfe. Hilf mir, Herr, mein Gott, und errette mich nach deinem Erbarmen. Und sie sollen erkennen, dass dies deine Hand ‹ist›, und dass du, Herr, es getan. Sie werden fluchen, doch du wirst segnen. Die wider mich aufstehen, sollen zuschanden werden, dein Knecht aber wird frohgemut sein. Mit Beschämung sollen bekleidet werden, die mich verleumden, und mit ihrer Schande sollen sie umhüllt werden wie mit einem Doppelmantel. Ich ‹aber› will den Herrn bekennen mit meinem Munde gar sehr, und inmitten vieler will ich ihn loben. Denn er stand zur Rechten ‹des› Bedürftigen, um meine Seele zu erretten von denen, die mich verfolgen.
Psalm 50: Erbarme Dich meiner, o Gott, nach Deinem großen Erbarmen, und nach der Fülle Deines Mitleids tilge mein Vergehen. Mehr noch wasche mich von meiner Gesetzlosigkeit und von meiner Sünde reinige mich. Denn meine Gesetzlosigkeit erkenne ich, und meine Sünde ist mir stets vor Augen. Dir allein habe ich gesündigt und das Böse vor Deinen Augen getan, auf dass Du als gerecht erfunden wirst in Deinen Worten und siegest, wenn Du gerichtet wirst. Denn siehe, in Gesetzlosigkeiten ward ich empfangen, und in Sünden ward meine Mutter schwanger mit mir. Denn siehe: Wahrheit hast Du geliebt, das Geheime und Verborgene Deiner Weisheit hast Du mir offenbart. Besprengen wollest Du mich mit Ysop, und rein werde ich sein. Waschen wollest Du mich, und weißer als Schnee werde ich sein. Vernehmbar machen wollest Du mir Frohlocken und Freude, frohlocken werden die gedemütigten Gebeine. Wende ab Dein Angesicht von meinen Sünden und tilge alle meine Gesetzlosigkeiten. Ein reines Herz schaffe in mir, o Gott, und einen rechten Geist erneuere in meinem Innersten. Verwirf mich nicht von Deinem Angesicht und Deinen Heiligen Geist nimm nicht von mir. Gib mir wieder das Frohlocken über Deine Errettung und mit einem führenden Geiste stütze mich. Lehren will ich die Gesetzlosen Deine Wege, und die Frevler werden sich bekehren zu Dir. Erlöse mich von Blutschuld, o Gott, Du Gott meiner Errettung, frohlocken wird meine Zunge über Deine Gerechtigkeit. Herr, meine Lippen wollest Du öffnen, und mein Mund wird verkünden Dein Lob. Denn hättest Du ein Opfer gewollt, ich hätte es gegeben: an Brandopfern wirst Du kein Wohlgefallen haben. Ein Opfer für Gott ist ein zerknirschter Geist, ein zerknirschtes und gedemütigtes Herz wird Gott nicht verachten. Tue Gutes, Herr, in Deinem Wohlgefallen an Sion, und aufgerichtet sollen werden die Mauern Jerusalems. Dann wirst Du Wohlgefallen haben am Opfer der Gerechtigkeit, an Darbringung und Brandopfern. Dann werden sie Kälber darbringen auf Deinen Altar.
Ehre dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geiste, jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Alleluïa, alleluïa, alleluïa. Ehre Dir, o Gott, dreimal.
Herr, erbarme Dich, dreimal.
Tropare
Ehre dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geiste.
Tropar der dritten königlichen Stunde. Ton 6.
Ch: Herr, die Frevler verurteilten zum Tode / dich, das Leben des Alls; / die mit einem Stab das Rote Meer zu Fuß durchschritten, / die nagelten dich an das Kreuz; / die auch aus dem Felsen Honig sogen, / die brachten dir Galle dar; / doch du hast es freiwillig erduldet, / um uns zu befreien von der Knechtschaft des Feindes; // Christus, unser Gott, Ehre dir.
Tropare, Ton 8. (Die folgenden Tropare werden üblicherweise in Stichiren-Tönen gesungen.)
Ch: Aus Furcht vor den Juden hat Petrus, dein Freund und Vertrauter, / dich verleugnet, o Herr, / und wehklagend hat er also gerufen: / Gehe nicht schweigend an meinen Tränen vorbei. / Denn ich versprach, dir die Treue zu halten, Erbarmer, / und hielt sie dir nicht. / Nimm so auch unsere Reue auf // und erbarme dich unser. Zweimal.
L: Nimm zu Ohren, Herr, meine Worte, habe acht auf mein Schreien.
Ch: Als vor deinem heiligen Kreuze die Soldaten verspotteten, Herr, / da entsetzten sich die Heere der Engel. / Denn mit einem Kranze der Schmach wardst du umwunden, / du, der die Erde bekränzt mit Blumen. / Einen Mantel trugst du zum Spott, / du, der das Firmament mit Wolken umhüllet. / Denn in solcher Heilsordnung tat sich deine Güte kund, o Heiland, // und dein großes Erbarmen.
L: Merke auf die Stimme meines Flehens.
Ch: Als vor deinem heiligen Kreuze die Soldaten verspotteten, Herr, / da entsetzten sich die Heere der Engel. / Denn mit einem Kranze der Schmach wardst du umwunden, / du, der die Erde bekränzt mit Blumen. / Einen Mantel trugst du zum Spott, / du, der das Firmament mit Wolken umhüllet. / Denn in solcher Heilsordnung tat sich deine Güte kund, o Heiland, // und dein großes Erbarmen.
L: Ehre dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geiste.
Ton 5.
Ch: Als man dich zum Kreuze schleppte, Herr, / hast du also gerufen: / Warum wollt ihr mich kreuzigen, ihr Juden? / Weil ich eure Gelähmten geheilt? / Weil ich die Toten wie vom Schlafe erweckte? / Weil ich das blutflüssige Weib heilte? / Der Kananäerin mich erbarmte? / Warum wollt ihr mich töten, ihr Juden? / Wohlan, schauet auf Christus, ihr Sünder, // den ihr durchbohret.
L: Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Ch: Als man dich zum Kreuze schleppte, Herr, / hast du also gerufen: / Warum wollt ihr mich kreuzigen, ihr Juden? / Weil ich eure Gelähmten geheilt? / Weil ich die Toten wie vom Schlafe erweckte? / Weil ich das blutflüssige Weib heilte? / Der Kananäerin mich erbarmte? / Warum wollt ihr mich töten, ihr Juden? / Wohlan, schauet auf Christus, ihr Sünder, // den ihr durchbohret.
Prokimenon, Ton 4
D: Lasst uns aufmerken.
L: Prokimenon im vierten Ton. Denn ich bin für die Geißeln bereit, und mein Schmerz ist mir stets vor Augen.
Ch: Denn ich bin für die Geißeln bereit, und mein Schmerz ist mir stets vor Augen.
Vers: Herr, strafe mich nicht in deinem Grimm, und züchtige mich nicht in deinem Zorn.
Ch: Denn ich bin für die Geißeln bereit, und mein Schmerz ist mir stets vor Augen.
L: Denn ich bin für die Geißeln bereit.
Ch: Und mein Schmerz ist mir stets vor Augen.
Lesung der Parimie
D: Weisheit.
L: Lesung aus der Prophetie von Jesaias.
D: Lasset uns aufmerken.
L: Der Herr gab mir eine beredte Zunge, dass ich den, der müde ist, durch das Wort zu stärken wisse; er weckt morgens, morgens weckt er mein Ohr, dass ich auf ihn aufmerke wie auf einen Lehrer. Der Herr, Gott, erschloss mir das Ohr, ich aber widerstrebte nicht und wich nicht rückwärts. Meinen Leib gab ich den Schlagenden hin und meine Wangen den Raufenden, mein Angesicht wandte ich nicht ab von denen, die mich beschimpften und anspien. Der Herr, Gott, ist mein Helfer, darum wurde ich nicht zuschanden; darum machte ich mein Angesicht wie zum härtesten Felsen und ich weiß, dass ich nicht zuschanden werde. Nahe ist, der mir Recht verschafft, wer will mir widersprechen? Lasset uns zusammen auftreten, wer ist mein Gegner? Er trete heran zu mir! Sehet, der Herr, Gott, ist mein Helfer! Wer ist, der mich verurteilt? Sehet, alle werden aufgerieben wie ein Kleid, die Motte verzehrt sie. Wer von euch fürchtet den Herrn und hört auf die Stimme seines Knechtes? Wer im Finstern wandelt und kein Licht hat, der hoffe auf den Namen des Herrn und stütze sich auf seinen Gott. Sehet, ihr alle, die ihr Feuer anzündet und euch mit Flammen umgürtet, wandelt nur in der Glut eures Feuers und in den Flammen, die ihr entfacht habt! Von meiner Hand widerfährt euch dieses, in Qualen sollt ihr gebettet sein. (Jes 50,4-11)
Lesung des Apostel
D: Weisheit.
L: Lesung aus dem Brief des heiligen Apostels Paulus an die Römer.
D: Lasset uns aufmerken.
P: Friede dir.
L: Und deinem Geiste.
Lesung des Evangeliums
D: Weisheit. Aufrecht. Lasset uns hören das heilige Evangelium.
P: Friede allen.
Ch: Und deinem Geiste.
D: Lesung aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
Ch: Ehre dir, Herr, Ehre dir.
D: Lasset uns aufmerken.
P: In jener Zeit fassten die Hohenpriester mit den Ältesten und Schriftgelehrten und das ganze Synedrium einen Beschluss, und sie banden Jesus und führten <ihn> weg und überlieferten ihn dem Pilatus. Und Pilatus befragte ihn: Bist du der König der Juden? Er aber antwortete und sprach zu ihm: Du sagst ‹es›. Und die Hohenpriester klagten ihn vieler Dinge an. Er aber antwortete nichts. Pilatus aber befragte ihn wiederum: Antwortest du nichts? Siehe, wie vieles sie wider dich bezeugen. Jesus aber antwortete gar nichts mehr, so dass Pilatus sich verwunderte. Zum Fest aber pflegte er ihnen einen Gefangenen loszugeben, den sie sich erbaten. ‹Es› war aber einer, genannt Barabbas, mit seinen Mitaufrührern gebunden, die bei dem Aufruhr einen Mord begangen hatten. Und die Volksmenge schrie auf und fing an zu bitten, ‹dass er tue,› gleichwie er ihnen immer getan habe. Pilatus aber antwortete ihnen: Wollt ihr, dass ich euch den König der Juden losgebe? Denn er erkannte, dass ihn die Hohenpriester aus Neid überliefert hatten. Die Hohenpriester aber wiegelten die Volksmenge auf, dass er ihnen lieber den Barabbas losgebe. Pilatus aber antwortete und sagte wiederum zu ihnen: Was wollt ihr denn, dass ich mit dem tue, den ihr den König der Juden nennt? Sie aber schrien wiederum: Kreuzige ihn. Pilatus aber sagte zu ihnen: Was hat er denn Übles getan? Sie aber schrien über die Maßen: Kreuzige ihn. Da aber Pilatus der Volksmenge Genüge tun wollte, gab er ihnen den Barabbas los und überlieferte Jesus, nachdem er ‹ihn› hatte geißeln ‹lassen›, damit er gekreuzigt werde.
Die Soldaten aber führten ihn weg in den Hof hinein, das ist das Prätorium; und sie rufen die ganze Kohorte zusammen; und sie ziehen ihm einen Purpurmantel an und, nachdem sie einen Dornenkranz geflochten hatten, setzen sie ihm den auf, und sie fingen an, ihn zu grüßen: Freue dich, König der Juden. Und sie schlugen sein Haupt mit einem Rohr und spien ihn an, und sie beugten die Knie und huldigten ihm. Und als sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Purpurmantel aus und zogen ihm seine eigenen Kleider an; und sie führen ihn hinaus, damit sie ihn kreuzigen. Und sie zwingen einen Vorübergehenden, Simon, einen Kyrenäer, der vom Felde kam, den Vater Alexanders und Rufus’, dass er dessen Kreuz trage.
Und sie bringen ihn an einen Ort Golgotha, was übersetzt ist Schädelstätte. Und sie gaben ihm mit Myrrhe gewürzten Wein zu trinken; er aber nahm ‹ihn› nicht. Und als sie ihn gekreuzigt hatten, verteilen sie seine Kleider, indem sie das Los über sie warfen, wer was nehmen ‹sollte›. ‹Es› war aber ‹die› dritte Stunde, und sie kreuzigten ihn. Und die Aufschrift seiner Schuld war aufgeschrieben: Der König der Juden. Und mit ihm kreuzigen sie zwei Räuber, einen zu seiner Rechten und einen zu seiner Linken. Und die Schrift wurde erfüllt, welche sagt: «Und er wurde unter Gesetzlose gerechnet». Und die Vorübergehenden lästerten ihn, schüttelten ihre Köpfe und sagten: Ha! Der du den Tempel zerstörst und in drei Tagen erbaust, rette dich selbst und steige herab vom Kreuz. Gleicherweise aber spotteten auch die Hohenpriester untereinander zusammen mit den Schriftgelehrten und sprachen: Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten. Der Christus, der König Israëls, steige jetzt herab vom Kreuz, damit wir sehen und ihm glauben. Auch die, welche mit ihm gekreuzigt waren, schmähten ihn.
Als es aber die sechste Stunde geworden war, kam eine Finsternis über die ganze Erde bis zur neunten Stunde; und in der neunten Stunde schrie Jesus mit lauter Stimme: Eloí, Eloí, limá sabachthaní? was übersetzt ist: Mein Gott, mein Gott, wozu hast du mich verlassen? Und als einige der Dabeistehenden ‹es› hörten, sagten sie: Siehe, er ruft ‹den› Elias. ‹Es› lief aber einer und füllte einen Schwamm mit Essig, steckte ‹ihn› auf ein Rohr und tränkte ihn und sprach: Lasst, sehen wir, ob Elias kommt, ihn herabzunehmen. Jesus aber ließ einen lauten Schrei los und hauchte den Geist aus. Und der Vorhang des Tempels zerriss in zwei ‹Teile›, von oben bis unten. Als aber der Hauptmann, der ihm gegenüber dabeistand, sah, dass er also schrie und den Geist aushauchte, sprach er: Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn. Es waren aber auch Frauen ‹da›, die von weitem schauten, unter denen auch Maria Magdalene war und Maria, Jakobus’ des Kleinen und Joses Mutter, und Salome, die ihm, auch als er in Galiläa war, nachgefolgt waren und ihm gedient hatten; und viele andere ‹Frauen›, die mit ihm nach Jerusalem hinaufgekommen waren.
(Mk 15, 1-41)*
Ch: Ehre Deiner Langmut, o Herr.
Kondak. Ton 8. Eigenmelodie.
Ch: Den um unseretwillen Gekreuzigten, kommt, ihn lasset uns alle in Hymnen besingen; / denn ihn erblickte Maria am Holze und sprach: Wenn du auch die Kreuzigung erduldest, // so bist du doch mein Sohn und mein Gott.
Kommt, lasst uns anbeten Gott, unseren König.
Kommt, lasst uns anbeten und niederfallen vor Christus, Gott, unserem König.
Kommt, lasst uns anbeten und niederfallen vor Christus Selbst, unserem König und Gott.
Während der Psalmenlesung vollzieht der Diakon eine kleine Weihräucherung der Kirche: 1) das Analogion mit dem Evangeliar einmal von allen Seiten, 2) die Ikonostase, 3) den Vorsteher 4) das Volk, 5) die Ikonen bei den Heiligen Türen (Christus und Gottesmutter) 6) das Analogion mit dem Evangelium von vorne. Nach der Räucherung bleiben der Priester mit dem Diakon vor dem Analogion stehen.
Psalm 53: O Gott, in deinem Namen errette mich, und in deiner Macht halte mir Gericht. O Gott, erhöre mein Gebet, nimm zu Ohren die Worte meines Mundes. Denn Fremde standen auf wider mich, Mächtige trachteten nach meiner Seele, und Gott haben sie sich nicht vor ihre Augen gestellt. Denn siehe, Gott hilft mir, und der Herr ist der Beistand meiner Seele. Abwenden wird er das Böse auf meine Feinde; in deiner Wahrheit rotte sie aus. Aus freien Stücken will ich dir opfern, will bekennen deinen Namen, Herr; denn er ist gut. Denn aus aller Bedrängnis hast du mich erlöst, und an meinen Feinden schaute ‹es› mein Auge.
Psalm 139: Entreiße mich, Herr, vom bösen Menschen, vom ungerechten Mann erlöse mich. Alle, die Unrecht im Herzen erwogen, kämpften Kriege den ganzen Tag. Sie haben ihre Zunge gewetzt wie ‹die› einer Schlange; Viperngift ‹ist› unter ihren Lippen. Bewahre mich, Herr, vor der Hand ‹des› Sünders, von ungerechten Menschen entreiße mich; sie alle erwogen, meine Schritte zu Fall zu bringen. Die Hochmütigen verbargen mir eine Schlinge, und mit Seilen legten sie meinen Füßen eine Schlinge; am Pfad haben sie mir Fallstricke ausgespannt. Ich sprach zum Herrn: „Mein Gott bist du; nimm zu Ohren, Herr, die Stimme meines Flehens.“ Herr, o Herr, du Kraft meiner Errettung, am Tag des Krieges hast du mein Haupt überschattet. Übergib mich nicht dem Sünder, Herr, infolge meiner Begierde ; ‹denn› sie erwogen ‹Böses› wider mich. Verlass mich nicht, damit sie sich niemals erheben. Das Haupt‹übel› ihrer Umzingelung, die Plage ihrer Lippen wird sie bedecken. Glühende Kohlen werden auf sie fallen, du wirst sie ins Feuer stürzen, im Elend werden sie keineswegs bestehen. Ein geschwätziger Mann wird nicht geraden Wegs wandeln auf Erden; einen ungerechten Mann werden Übel ins Verderben jagen. Ich habe erkannt: Der Herr wird das Gericht üben für die Armen und das Recht für die Bedürftigen. Überdies werden Gerechte deinen Namen bekennen, und Aufrichtige werden wohnen nebst deinem Angesicht.
Psalm 90: Wer in des Höchsten Hilfe wohnt, wird lagern im Schutz des Gottes des Himmels. Er wird sagen zum Herrn: „Mein Beistand bist Du und meine Zuflucht, mein Gott.“, und: „Ich will hoffen auf Ihn.“ Denn Er wird Dich erlösen aus der Schlinge der Jäger und vom aufwühlenden Wort. Mit Seinen Schultern wird Er dich überschatten, und unter Seinen Flügeln wirst du hoffen; mit einer Rüstung wird Seine Wahrheit dich rings umgeben. Nicht wirst du dich fürchten vor nächtlicher Furcht, vor einem Pfeil, der bei Tage fliegt, vor dem Ding, das im Finstern umgeht, vor einem Unglück und dem Dämon des Mittags. Fallen werden Tausend zu deiner Seite und Zehntausend zu deiner Rechten, dir aber wird es sich nicht nahen. Nur mit deinen Augen wirst du es wahrnehmen und die Vergeltung für die Sünder sehen. Denn Du, Herr, bist meine Hoffnung; den Höchsten hast du zu deiner Zuflucht gesetzt. Nichts Übles wird dir zustoßen, und keine Plage sich nahen deinem Zelt. Denn Seinen Engeln wird Er deinethalben befehlen, dich zu behüten auf allen deinen Wegen. Auf Händen werden sie dich erheben, damit du niemals deinen Fuß an einen Stein stoßen wirst. Über Viper und Basilisk wirst du schreiten und niedertreten Löwe und Drache. „Denn auf Mich hat er gehofft, und Ich will ihn erlösen; Ich will ihn beschützen; denn Meinen Namen hat er erkannt. Schreien wird er zu Mir, und Ich will ihn erhören; in der Bedrängnis bin Ich bei ihm, will ihn entreißen und ihn verherrlichen. Mit Länge der Tage will Ich ihn sättigen und ihm zeigen Mein Heil.“
Ehre dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geiste, jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Alleluïa, alleluïa, alleluïa. Ehre Dir, o Gott, dreimal.
Herr, erbarme Dich, dreimal.
Tropare
Ehre dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geiste.
Tropar der sechsten königlichen Stunde. Ton 2.
Ch: Errettung hast du gewirkt inmitten der Erde, Christus Gott. / Am Kreuze hast du deine allreinen Hände ausgespannt / und alle Nationen versammelt, die da rufen: // Herr, Ehre dir.
Tropare, Ton 8. (Die folgenden Tropare werden üblicherweise in Stichiren-Tönen gesungen.)
Ch: So spricht zu den Juden der Herr: / Mein Volk, was tat ich dir? / Oder wie war ich dir zur Last? / Deinen Blin-den schenkte ich Licht. / Deine Aussätzigen machte ich rein. / Den Mann auf der Bahre weckte ich auf. / Mein Volk, was tat ich dir? / Und wie vergaltest du mir? Statt des Manna gabst du mir Galle, / Essig statt Wasser. / Statt mich zu lieben, habt ihr mit Nägeln ans Kreuz mich geheftet. / Ich kann nicht mehr schweigen. / Meine Völker werde ich rufen, / und sie werden mich preisen mit dem Vater und Geiste. // Und ich werde ihnen schenken das ewige Leben. Zweimal.
L: Sie gaben Galle zu meiner Speise, und in meinem Durst tränkten sie mich mit Essig.
Ch: Ihr Gesetzgeber Israels, ihr Juden und Pharisäer, / der Apostel Chor ruft euch zu: / Schauet den Tempel, den ihr zerstörtet. / Schauet das Lamm, das ihr gekreuzigt, dem Grabe übergabt. / Doch aus eigener Macht ist es erstanden. / Täuschet euch nicht, ihr Juden. / Denn derselbe ist es, der im Meere euer Retter / und in der Wüste euer Nährer war. // Er ist das Leben, das Licht und der Friede der Welt.
L: Errette mich, o Gott; denn Wasser sind eingedrungen bis zu meiner Seele.
Ch: Ihr Gesetzgeber Israels, ihr Juden und Pharisäer, / der Apostel Chor ruft euch zu: / Schauet den Tempel, den ihr zerstörtet. / Schauet das Lamm, das ihr gekreuzigt, dem Grabe übergabt. / Doch aus eigener Macht ist es erstanden. / Täuschet euch nicht, ihr Juden. / Denn derselbe ist es, der im Meere euer Retter / und in der Wüste euer Nährer war. // Er ist das Leben, das Licht und der Friede der Welt.
L: Ehre dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geiste.
Ton 5.
Ch: Wohlan, ihr Christus tragenden Völker, / lasst uns sehen, was Judas, der Verräter, / mit den gesetzlosen Priestern wider unseren Heiland beschlossen. / Heute sprachen sie des Todes schuldig das unsterbliche Wort. / Sie übergaben es dem Pilatus / und kreuzigten es auf der Schädelstätte. / Solches erduldend, rief unser Heiland und sprach: / Verzeih ihnen, Vater, diese Sünde, // damit die Völker meine Auferstehung von den Toten erkennen.
L: Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Ch: Wohlan, ihr Christus tragenden Völker, / lasst uns sehen, was Judas, der Verräter, / mit den gesetzlosen Priestern wider unseren Heiland beschlossen. / Heute sprachen sie des Todes schuldig das unsterbliche Wort. / Sie übergaben es dem Pilatus / und kreuzigten es auf der Schädelstätte. / Solches erduldend, rief unser Heiland und sprach: / Verzeih ihnen, Vater, diese Sünde, // damit die Völker meine Auferstehung von den Toten erkennen.
Prokimenon, Ton 4
D: Lasst uns aufmerken.
L: Prokimenon im vierten Ton. Herr, unser Herr, wie wunderbar ist dein Name auf der ganzen Erde.
Ch: Herr, unser Herr, wie wunderbar ist dein Name auf der ganzen Erde.
Vers: Denn deine Erhabenheit hob sich empor über die Himmel hinaus.
Ch: Herr, unser Herr, wie wunderbar ist dein Name auf der ganzen Erde.
L: Herr, unser Herr.
Ch: Wie wunderbar ist dein Name auf der ganzen Erde.
Lesung der Parimie
D: Weisheit.
L: Lesung aus der Prophetie von Jesaias.
D: Lasset uns aufmerken.
L: So spricht der Herr: Sehet, mein Knecht wird weise sein, erhöht werden und hoch emporsteigen und sehr erhaben sein. So wie viele sich über dich entsetzten, so ist sein Anblick entstellt unter den Menschen und seine Gestalt unter den Menschenkindern. Er wird viele Völker besprengen, über ihn werden Könige ihren Mund schließen; denn sie, welchen nichts von ihm verkündigt worden, sie sehen, und die nichts gehört haben, sie schauen. Wer glaubte unserer Verkündigung? Und der Arm des Herrn, wem ist er offenbar geworden? Er steigt empor wie ein Reis vor ihm und wie eine Wurzel aus dürstendem Lande, nicht ist ihm Gestalt und nicht Schmuck; wir sahen ihn und es war kein Anblick, so dass wir Wohlgefallen an ihm fänden, dem Verachteten und Mindesten der Menschen, dem Manne der Schmerzen, der Krankheit erfahren; und sein Antlitz war wie verhüllt und verachtet, weshalb wir sein nicht achteten. Wahrlich, er hat unsere Leiden getragen und unsere Schmerzen hat er auf sich genommen. Und wir hielten ihn für einen Aussätzigen, einen von Gott Geschlagenen und Gebeugten. Er aber ist verwundet worden um unserer Frevel willen, zerschlagen um unserer Missetaten willen; die Züchtigung liegt unseres Friedens wegen auf ihm und durch seine Wunden sind wir geheilt worden. Wir alle gingen in die Irre wie Schafe, ein jeder wich ab auf seinen Weg, und der Herr hat auf ihn unser aller Missetat gelegt. Er ward geopfert, weil er selbst wollte, und er öffnete seinen Mund nicht; wie ein Schaf zur Schlachtung geführt wird und wie ein Lamm vor seinem Scherer verstummt, und er öffnet seinen Mund nicht. Aus der Bedrängnis und aus dem Gerichte ward er weggerafft, wer wird sein Geschlecht begreifen? denn er ward hinweggerissen aus dem Lande der Lebenden, um der Sünde meines Volkes willen habe ich ihn geschlagen! Er wird Gottlose für sein Grab und den Reichen für seinen Tod geben, weil er kein Unrecht getan noch in seinem Munde Trug war. Und dem Herrn gefiel es, ihn durch Leiden zu zermalmen; wenn er sein Leben zum Schuldopfer hingegeben, wird er langdauernde Nachkommenschaft schauen und der Plan des Herrn wird durch seine Hand ausgeführt werden. Dafür dass seine Seele Mühsal litt, wird er schauen und sich erlaben; durch seine Kenntnis wird mein gerechter Knecht viele gerecht machen und ihre Missetaten wird er tragen. Darum teile ich ihm sehr viele zu und die Beute der Starken wird er teilen, dafür dass er seine Seele in den Tod hingab und sich unter die Übeltäter rechnen ließ und die Sünden vieler trug und für die Übertreter Fürbitte einlegte. Lobsinge, Unfruchtbare, die du nicht gebarst; juble in Lobliedern und jauchze, die du nicht gebarst! denn die Verlassene hat mehr Söhne als die, welche einen Mann hat, spricht der Herr. (Jes 52,13-15; 53,1-12; 54,1)
Lesung des Apostel
D: Weisheit.
L: Lesung aus dem Brief des heiligen Apostels Paulus an die Habräer.
D: Lasset uns aufmerken.
P: Friede dir.
L: Und deinem Geiste.
Lesung des Evangeliums
D: Weisheit. Aufrecht. Lasset uns hören das heilige Evangelium.
P: Friede allen.
Ch: Und deinem Geiste.
D: Lesung aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
Ch: Ehre dir, Herr, Ehre dir.
D: Lasset uns aufmerken.
P: In jener Zeit wurden mit Jesus auch zwei andere <weg>geführt, Übeltäter, um mit ihm getötet zu werden. Und als sie zu dem Ort kamen, der Schädel‹stätte› genannt wird, kreuzigten sie dort ihn und die Übeltäter, den einen zur Rechten, den anderen zur Linken.
Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Als sie aber seine Kleider unter sich verteilten, warfen sie das Los. Und das Volk stand und schaute; mit ihnen höhnten aber auch die Vorsteher und sagten: Andere hat er gerettet; er rette sich selbst, wenn dieser der Christus ist, der Auserwählte Gottes. Aber auch die Soldaten verspotteten ihn, da sie hinzutraten, ihm Essig brachten und sagten: Wenn du der König der Juden bist, rette dich selbst. Es war aber auch eine Aufschrift über ihm geschrieben in griechischen, lateinischen und hebräischen Buchstaben: Dieser ist der König der Juden.
Einer aber der Übeltäter, die ‹da› hingen, lästerte ihn und sagte: Wenn du der Christus bist, rette dich selbst und uns. Der andere aber antwortete und schalt ihn: Fürchtest nicht einmal du Gott, da du in demselben Gericht bist? Wir ja zwar gerechterweise; denn Würdiges für das, was wir getan, empfangen wir; dieser aber hat nichts Unstatthaftes getan. Und er sprach zu Jesus: Gedenke meiner, Herr, wann du kommst in deinem Königtum. Und Jesus sprach zu ihm: Amen, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradiese sein.
Es war aber ungefähr die sechste Stunde; und ‹es› kam eine Finsternis über die ganze Erde bis zur neunten Stunde, da die Sonne dahinschwand, und der Vorhang des Tempels zerriss in der Mitte. Und Jesus rief mit lauter Stimme und sprach: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist. Und als er dies gesagt hatte, hauchte er aus. Als aber der Hauptmann das Geschehene sah, verherrlichte er Gott und sagte: Wahrlich, dieser Mensch war gerecht. Und die ganze Volksmenge, die zu diesem Schauspiel zusammengekommen war, schlug sich, als sie das Geschehene sah, an die Brust und kehrte zurück. Es standen aber alle seine Bekannten von ferne , auch die Frauen, die ihm von Galiläa mitgefolgt waren, und sahen dies.
(Lk 23, 32-49)*
Ch: Ehre Deiner Langmut, o Herr.
Kondak. Ton 8. Eigenmelodie.
Ch: Den um unseretwillen Gekreuzigten, kommt, ihn lasset uns alle in Hymnen besingen; / denn ihn erblickte Maria am Holze und sprach: Wenn du auch die Kreuzigung erduldest, // so bist du doch mein Sohn und mein Gott.
Kommt, lasst uns anbeten Gott, unseren König.
Kommt, lasst uns anbeten und niederfallen vor Christus, Gott, unserem König.
Kommt, lasst uns anbeten und niederfallen vor Christus Selbst, unserem König und Gott.
Mit dem Beginn der Psalmenlesung vollzieht der Diakon eine große Weihräucherung die Kirche: 1) das Analogion mit dem Evangeliar einmal von allen Seiten, 2) den Altarraum, 3) die Ikonostase, 4) das Volk, 5) die gesamte Kirche, 6) die Ikonen bei den Heiligen Türen (Christus und Gottesmutter), 7) wieder das Analogion mit dem Evangeliar von vorne. Nach der Räucherung bleiben der Priester mit dem Diakon vor dem Analogion stehen.
Psalm 68: Errette mich, o Gott; denn Wasser sind eingedrungen bis zu meiner Seele. Ich blieb stecken im Schlamm des Abgrunds, und es gibt keinen festen Grund; ich kam in die Tiefen des Meeres, und ein Sturm versenkte mich. Ich ward müde vom Schreien, meine Kehle heiser; meine Augen ließen nach, davon, dass ich hoffte auf meinen Gott. Zahlreich – mehr als die Haare meines Hauptes – sind geworden, die mich grundlos hassen. Meine Feinde, die mich zu Unrecht verfolgen, sind erstarkt; was ich nicht geraubt, habe ich damals bezahlt. O Gott, du kennst meine Torheit, und meine Verfehlungen sind nicht verborgen vor dir. Mögen nicht meinetwegen zuschanden werden, die deiner harren, Herr, du Herr der Mächte; mögen auch nicht meinetwegen beschämt werden, die dich suchen, du Gott Israëls. Denn um deinetwillen habe ich Schmach ertragen, Scham bedeckte mein Angesicht. Ein Fremdling ward ich meinen Brüdern und ein Unbekannter den Söhnen meiner Mutter. Denn der Eifer um dein Haus hat mich verzehrt, und die Schmähungen derer, die dich schmähten, sind auf mich gefallen. Ins Fasten hüllte ich meine Seele, und es ward mir zur Schmach. Einen Sack machte ich zu meinem Gewand und bin ihnen zum Sprichwort geworden. Die an den Toren sitzen, schwatzten wider mich, und die Wein trinken, sangen auf mich. Ich aber ‹verweile› in meinem Gebet zu dir, Herr; ‹es ist die› Zeit des Wohlgefallens. O Gott, in der Fülle deines Erbarmens erhöre mich, in der Wahrheit deiner Errettung. Errette mich aus dem Schlamm, damit ich nicht ‹darin› steckenbleibe; möge ich erlöst werden von denen, die mich hassen, und aus den Tiefen der Wasser. Nicht soll mich der Sturm des Wassers versenken, nicht soll mich der Abgrund verschlingen, noch soll der Brunnen seinen Mund über mir schließen. Erhöre mich, Herr; denn gütig ist dein Erbarmen; nach der Fülle deines Mitleids blicke auf mich. Wende nicht dein Angesicht ab von deinem Knecht; denn ich werde bedrängt; eilends erhöre mich. Habe acht auf meine Seele und erlöse sie; um meiner Feinde willen errette mich. Denn du kennst meine Schmach, meine Schande und meine Beschämung; vor dir sind alle, die mich bedrängen. Schmach und Elend hatte meine Seele erwartet; ich harrte auf einen, der mittrauert, doch es gab keinen; und auf solche, die Trost spenden, doch fand ich ‹sie› nicht. Sie gaben Galle zu meiner Speise, und in meinem Durst tränkten sie mich mit Essig. Ihr Tisch werde vor ihnen zur Schlinge, zur Vergeltung und zum Fallstrick. Verfinstern sollen sich ihre Augen, dass sie nicht sehen; und stets krümme ihren Rücken. Gieße aus deinen Zorn über sie, und der Grimm deines Zornes möge sie ergreifen. Ihr Gehöft werde verwüstet, und ‹es› sei keiner, der in ihren Zelten wohne. Denn den du geschlagen, den haben sie verfolgt, und hinzugefügt haben sie zum Schmerz meiner Wunden. Füge Gesetzlosigkeit zu ihrer Gesetzlosigkeit hinzu, und nicht sollen sie eingehen in deine Gerechtigkeit. Getilgt sollen sie werden aus dem Buch der Lebenden und nicht aufgeschrieben werden mit den Gerechten. Ich aber bin arm und leide Schmerz; deine Errettung, o Gott, möge mir beistehen. Ich will loben den Namen des Herrn mit Gesang, will ihn hochpreisen im Lob. Und es wird Gott gefallen, mehr als ein junges Kalb, das Hörner und Hufe hervorbringt. Sehen sollen ‹es› die Armen und frohgemut sein; suchet Gott, und eure Seele wird leben. Denn der Herr erhörte die Bedürftigen, und seine Gefesselten hat er nicht verachtet. Loben sollen ihn die Himmel und die Erde, das Meer und alles, was in ihm kreucht. Denn Gott wird den Sion erretten, und die Städte Judäas werden aufgerichtet werden, und sie werden dort wohnen und es zum Erbteil erhalten. Der Same deiner Knechte wird es besitzen, und die deinen Namen lieben, werden darin wohnen.
Psalm 69: O Gott, merke auf zu meiner Hilfe; Herr, eile, mir zu helfen. Zuschanden und beschämt sollen werden, die nach meiner Seele trachten; zurück nach hinten sollen sich wenden und vollends zuschanden werden, die mir Übles wollen. Beschämt sollen sich augenblicklich zurückwenden, die mir sagen: „Gut so, gut so.“ Frohlocken und frohgemut sein über dich sollen alle, die dich suchen, o Gott, und sprechen sollen stets: „Hochgepriesen sei der Herr.”, die deine Errettung lieben. Ich aber bin arm und bedürftig; o Gott, hilf mir; mein Helfer und mein Erlöser bist du; Herr, säume nicht.
Psalm 85: Neige, Herr, Dein Ohr, und erhöre mich; denn arm und bedürftig bin ich. Bewahre meine Seele; denn ich bin gottselig. Errette, mein Gott, Deinen Knecht, der auf Dich hofft. Erbarme Dich meiner, Herr; denn zu Dir werde ich schreien den ganzen Tag. Mache frohgemut die Seele Deines Knechtes; denn zu Dir habe ich meine Seele erhoben. Denn Du, Herr, bist gütig, milde und vielerbarmend gegenüber allen, die Dich anrufen. Nimm zu Ohren, Herr, mein Gebet, und merke auf die Stimme meines Flehens. Am Tage meiner Bedrängnis schrie ich zu Dir; denn Du hast mich erhört. Keiner ist Dir gleich unter den Göttern, Herr, und nichts ist gemäß Deinen Werken. Alle Nationen, die Du gemacht, werden kommen und anbeten vor Dir, Herr, und sie werden Deinen Namen verherrlichen. Denn groß bist Du und einer, der Wundertaten wirkt. Du bist Gott allein. Leite mich, Herr, auf Deinem Weg, und ich will wandeln in Deiner Wahrheit; frohgemut sei mein Herz, dass es fürchte Deinen Namen. Ich will Dich bekennen, Herr, mein Gott, mit meinem ganzen Herzen und Deinen Namen verherrlichen auf ewig. Denn groß ist Dein Erbarmen gegen mich; ja, Du hast erlöst meine Seele aus dem untersten Hades. O Gott, Gesetzwidrige standen auf wider mich, eine Versammlung von Mächtigen trachtete nach meiner Seele, und Dich haben sie nicht vor ihre Augen gestellt. Doch Du, Herr, mein Gott, bist mitleidvoll und erbarmungsreich, langmütig und vielerbarmend und wahrhaftig. Blicke her auf mich und erbarme Dich meiner. Gib Deine Kraft Deinem Knecht, und errette den Sohn Deiner Magd. Tue an mir ein Zeichen zum Guten, und sehen sollen es und beschämt werden, die mich hassen; denn Du, Herr, hast mir geholfen und mich getröstet.
Ehre dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geiste, jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Alleluïa, alleluïa, alleluïa. Ehre Dir, o Gott, dreimal.
Herr, erbarme Dich, dreimal.
Tropare
Ehre dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geiste.
Tropar der neunten königlichen Stunde. Ton 8.
Ch: Als der Räuber den Urheber des Lebens am Kreuze hangen sah, sprach er: / Wenn der mit uns Gekreuzigte nicht der fleischgewordene Gott wäre, / dann hätte die Sonne die Strahlen nicht verborgen, noch hätte die Erde bebend gewankt. // Doch der du alles zugelassen, gedenke meiner, Herr, in deinem Königtum.
Tropare, Ton 7. (Die folgenden Tropare werden üblicherweise in Stichiren-Tönen gesungen.)
Ch: Entsetzlich war es, zu schauen / des Himmels und der Erde Erschaffer, hängend am Kreuze, / die Sonne eingehüllt in Finsternis, / wie der Tag sich wandelte in Nacht / und wie die Erde aus ihren Grüften / die Leiber der Toten entließ. // Mit ihnen bitten wir dich, Christus: Sei unser Retter.Zweimal.
L: Sie verteilten unter sich meine Kleider, und über mein Gewand warfen sie das Los.
Ton 2.
Ch: Als die Gesetzlosen den Herrn der Herrlichkeit ans Kreuze heftetet, / rief er ihnen zu: Worin hab ich euch Leid bereitet? / Wodurch euch zum Zorne gereizt? / Und wie vergeltet ihr mir jetzt? / Böses gebt ihr für Gutes. / Um für die Feuersäule zu danken, habt ihr ans Kreuz mich geschlagen. / Für die Wolke grubt ihr mir ein Grab. / Für das Manna habt ihr mir Galle gereicht. / Zum Dank für das Wasser gabt ihr mir Essig zum Tranke. / Nun will ich die Völker rufen. // Und sie werden mit dem Vater und dem Heiligen Geiste mich preisen.
L: Sie gaben Galle zu meiner Speise, und in meinem Durst tränkten sie mich mit Essig.
Ch: Als die Gesetzlosen den Herrn der Herrlichkeit ans Kreuze heftetet, / rief er ihnen zu: Worin hab ich euch Leid bereitet? / Wodurch euch zum Zorne gereizt? / Und wie vergeltet ihr mir jetzt? / Böses gebt ihr für Gutes. / Um für die Feuersäule zu danken, habt ihr ans Kreuz mich geschlagen. / Für die Wolke grubt ihr mir ein Grab. / Für das Manna habt ihr mir Galle gereicht. / Zum Dank für das Wasser gabt ihr mir Essig zum Tranke. / Nun will ich die Völker rufen. // Und sie werden mit dem Vater und dem Heiligen Geiste mich preisen.
L: Ehre dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geiste.
Vor dem Analogion in der Mitte wird laut die ganze Stichire gesungen oder gelesen, Ton 6:
Diakon oder Leser: Heute hängt am Kreuz, der die Erde auf Wassern schweben lässt. / Heute hängt am Kreuz, der die Erde auf Wassern schweben lässt. / Heute hängt am Kreuz, der die Erde auf Wassern schweben lässt. / Mit einem Kranz aus Dornen wird umwunden der König der Engel. / Zum Spott wird mit einem Purpur umhüllt, / der den Himmel umhüllet mit Wolken. / Schläge erhält, der im Jordan den Adam befreite. / Mit Nägeln ward angeheftet der Kirche Bräutigam. / Mit einer Lanze ward durchbohrt der Sohn der Jungfrau. / Wir verehren, Christus, deine Leiden. (große Metanie) / Wir verehren, Christus, deine Leiden. (große Metanie) / Wir verehren, Christus, deine Leiden. (große Metanie) // Zeige uns auch deine herrliche Auferstehung.
L: Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Ch: Heute hängt am Kreuz, der die Erde auf Wassern schweben lässt. / Heute hängt am Kreuz, der die Erde auf Wassern schweben lässt. / Heute hängt am Kreuz, der die Erde auf Wassern schweben lässt. / Mit einem Kranz aus Dornen wird umwunden der König der Engel. / Zum Spott wird mit einem Purpur umhüllt, / der den Himmel umhüllet mit Wolken. / Schläge erhält, der im Jordan den Adam befreite. / Mit Nägeln ward angeheftet der Kirche Bräutigam. / Mit einer Lanze ward durchbohrt der Sohn der Jungfrau. / Wir verehren, Christus, deine Leiden. (große Metanie) / Wir verehren, Christus, deine Leiden. (große Metanie) / Wir verehren, Christus, deine Leiden. (große Metanie) // Zeige uns auch deine herrliche Auferstehung.
Prokimenon, Ton 6
D: Lasst uns aufmerken.
L: Prokimenon im sechsten Ton. Der Tor sprach in seinem Herzen: „Es gibt keinen Gott.“
Ch: Der Tor sprach in seinem Herzen: „Es gibt keinen Gott.“
Vers: Da ist keiner, der Gutes tut, da ist kein einziger.
Ch: Der Tor sprach in seinem Herzen: „Es gibt keinen Gott.“
L: Der Tor sprach in seinem Herzen.
Ch: „Es gibt keinen Gott.“
Lesung der Parimie
D: Weisheit.
L: Lesung aus der Prophetie von Jeremias.
D: Lasset uns aufmerken.
L: Du aber, o Herr! hast es mir kundgetan und ich erfuhr es, damals zeigtest du mir ihr Treiben. Ich aber war wie ein sanftes Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wusste nicht, dass sie wider mich Anschläge planten und sprachen: Lasset uns Holz an sein Brot legen und ihn austilgen aus dem Lande der Lebendigen, dass seines Namens nicht ferner mehr gedacht werde! Du aber, Herr Sabaoth! der du gerecht richtest und Nieren und Herzen prüfst, lass mich deine Rache an ihnen schauen; denn dir habe ich meine Sache anvertraut. Darum spricht der Herr also über die Männer von Anathoth, welche dir nach dem Leben trachten und sagen: Weissage nicht im Namen des Herrn, dass du nicht durch unsere Hände sterbest! Darum spricht der Herr der Heerscharen also: Siehe, ich will es an ihnen ahnden: Ihre Jünglinge sollen durch das Schwert umkommen, ihre Söhne und Töchter sollen Hungers sterben. Und niemand von ihnen soll übrigbleiben, denn ich werde Unglück über die Männer von Anathoth bringen, ein Jahr der Heimsuchung für sie. Gerecht bist du, Herr! wenn ich mit dir rechten wollte; gleichwohl aber möchte ich vom richterlichen Walten mit dir reden. Warum geht es den Gottlosen wohl, wohl allen, die treulos sind und Unrecht tun? Du hast sie gepflanzt und sie schlugen Wurzeln, sie wachsen und tragen Frucht; nahe bist du ihrem Munde, aber fern von ihrem Innern. Mich aber, Herr! kennst du und durchschaust mich und hast mein Herz gegen dich erprobt. Sammle sie wie eine Herde zum Schlachtopfer und weihe sie dem Tage des Mordens! Wie lange noch soll das Land trauern und alles Grün der Flur verdorren? Tier und Vogel sind dahingerafft um der Bosheit ihrer Bewohner willen, da jene sprachen: Er wird unser Ende nicht sehen! Wenn du schon Mühe hast, mit Fußgängern zu laufen, wie wirst du es mit Rossen aufnehmen können? Wenn du im Lande, wo Friede ist, sicher bist, was wirst du tun bei dem Trutz des Jordans? Ist denn mein Erbe für mich wie ein bunter Vogel, wie ein ganz und gar gefärbter Vogel? Kommet, sammelt euch, alle ihr Tiere des Feldes, eilet zum Fraß! Viele Hirten haben meinen Weinberg verheert, mein Erbteil zertreten, haben mein anmutiges Erbe zur öden Wüstenei gemacht. Sie haben es in Öde gewandelt, dass es um mich trauert; öde und wüste ist das ganze Land, weil niemand es zu Herzen nimmt. So spricht der Herr wider alle meine bösen Nachbarn, welche das Erbe antasten, das ich meinem Volke Israel zugeteilt habe: Siehe, ich will sie aus ihrem Lande hinwegreißen und das Haus Juda aus ihrer Mitte herausreißen! Aber nachdem ich sie herausgerissen habe, werde ich mich ihrer wieder erbarmen und sie zurückführen, einen jeden zu seinem Erbteil, einen jeden in sein Land. (Jer 11,18-23; 12,1-5.9-11.14-15)
Lesung des Apostel
D: Weisheit.
L: Lesung aus dem Brief des heiligen Apostels Paulus an die Habräer.
D: Lasset uns aufmerken.
P: Friede dir.
L: Und deinem Geiste.
Lesung des Evangeliums
D: Weisheit. Aufrecht. Lasset uns hören das heilige Evangelium.
P: Friede allen.
Ch: Und deinem Geiste.
D: Lesung aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
Ch: Ehre dir, Herr, Ehre dir.
D: Lasset uns aufmerken.
P: In jener Zeit führen sie Jesus von Kaiaphas in das Prätorium; <es> war aber frühmorgens. Und sie gingen nicht hinein in das Prätorium, damit sie nicht befleckt würden, sondern damit sie das Pas’cha<mahl> essen <könnten>. Pilatus ging nun zu ihnen hinaus und sagte: Welche Anklage bringet ihr vor wider diesen Menschen? Sie antworteten und sagten zu ihm: Wenn dieser nicht ein Übeltäter wäre, hätten wir ihn dir nicht überliefert. Pilatus nun sagte zu ihnen: Nehmet ihr ihn und richtet ihn nach eurem Gesetz. Die Juden sagten nun zu ihm: „Uns ist es nicht erlaubt, jemanden zu töten.“, damit das Wort Jesu erfüllt würde, das er sprach, um zu bezeichnen, durch welchen Tod er sterben sollte.
Pilatus ging nun wiederum in das Prätorium hinein und rief Jesus und sagte zu ihm: Bist du der König der Juden? Jesus antwortete ihm: Sagst du dies von dir selbst ‹aus›, oder haben andere zu dir geredet über mich? Pilatus antwortete: Bin ich etwa ein Jude? Deine Nation und die Hohenpriester haben dich mir überliefert; was hast du getan? Jesus antwortete: Mein Königtum ist nicht von dieser Welt; wenn mein Königtum von dieser Welt wäre, hätten meine Diener gekämpft, damit ich den Juden nicht überliefert worden wäre; nun aber ist mein Königtum nicht von hier. Pilatus sagte nun zu ihm: Folglich bist du ein König? Jesus antwortete: Du sagst ‹es›. Denn ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, damit ich der Wahrheit Zeugnis gebe. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme. Pilatus sagt zu ihm: Was ist Wahrheit? Und als er dies gesagt hatte, ging er wiederum zu den Juden hinaus und sagt zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm; ‹Es› ist aber Brauch bei euch, dass ich euch einen freigebe am Pas’cha. Wollt ihr nun, ‹dass› ich euch den König der Juden freigebe? Sie schrien nun wiederum alle und sagten: Nicht diesen, sondern den Barabbas. Barabbas aber war ein Räuber.
Da nun nahm Pilatus Jesus und ließ ‹ihn› geißeln. Und die Soldaten flochten einen Kranz aus Dornen und setzten ‹ihn› auf sein Haupt und warfen ihm ein Purpurgewand um; und sie sagten: Freue dich, König der Juden; und sie gaben ihm Ohrfeigen. Pilatus ging nun wiederum hinaus und spricht zu ihnen: Siehe, ich führe ihn euch heraus, damit ihr wisset, dass ich keine Schuld an ihm finde. Jesus ging also hinaus ‒ er trug den Dornenkranz und das Purpurgewand. Und ‹Pilatus› spricht zu ihnen: Siehe, der Mensch.
Als ihn nun die Hohenpriester und die Diener sahen, schrien sie: Kreuzige, kreuzige ihn. Pilatus spricht zu ihnen: Nehmet ihr ihn und kreuziget ihn, denn ich finde an ihm keine Schuld. Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Gesetz, und nach unserem Gesetz muss er sterben, weil er sich selbst zu Gottes Sohn gemacht hat. Als nun Pilatus dieses Wort hörte, fürchtete er sich noch mehr; und er ging wiederum hinein in das Prätorium und spricht zu Jesus: Woher bist du? Jesus aber gab ihm keine Antwort. Da spricht Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, dass ich Vollmacht habe, dich zu kreuzigen, und Vollmacht habe, dich freizulassen? Jesus antwortete: Du hättest keinerlei Vollmacht gegen mich, wenn sie dir nicht von oben gegeben wäre; darum hat der, welcher mich dir überliefert hat, größere Sünde. Von da an suchte Pilatus ihn freizulassen. Die Juden aber schrien: Wenn du diesen freilässt, bist du nicht des Kaisers Freund; jeder, der sich selbst zum König macht, widersetzt sich dem Kaiser. Als nun Pilatus dieses Wort hörte, führte er Jesus hinaus und setzte sich auf den Richterstuhl an einem Ort, genannt Steinpflaster, auf hebräisch Gabbatha. Es war aber der Rüsttag des Pas’cha; es war ungefähr die sechste Stunde. Und er spricht zu den Juden: Siehe, euer König. Sie aber schrien: Hinweg, hinweg, kreuzige ihn. Pilatus spricht zu ihnen: Euren König soll ich kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König außer dem Kaiser. Da nun überlieferte er ihn an sie, damit er gekreuzigt würde. Sie aber übernahmen Jesus und führten ihn ab. Und sein Kreuz tragend, ging er hinaus an den Ort, genannt Schädelstätte, der auf hebräisch Golgotha heißt, wo sie ihn kreuzigten, und mit ihm zwei andere zu beiden Seiten, Jesus aber in der Mitte. Pilatus aber ließ auch eine Aufschrift schreiben und sie auf das Kreuz setzen. Und es war geschrieben: Jesus, der Nazoräer, der König der Juden. Diese Aufschrift nun lasen viele von den Juden, denn der Ort, wo Jesus gekreuzigt wurde, war nahe bei der Stadt; und sie war geschrieben auf hebräisch, griechisch ‹und› lateinisch. Die Hohenpriester der Juden sagten nun zu Pilatus: Schreibe nicht: Der König der Juden, sondern dass jener gesagt hat: Ich bin König der Juden. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben. Als nun die Soldaten Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile, jedem Soldaten einen Teil; und auch den Leibrock. Der Leibrock aber war ohne Naht, von oben an in einem Stück durchgewebt. Da sprachen sie zueinander: Den lasset uns nicht zertrennen, sondern um ihn losen, wessen er sein soll; damit die Schrift erfüllt würde, welche spricht: «Sie verteilten unter sich meine Kleider, und über mein Gewand warfen sie das Los.» Die Soldaten nun haben dies getan. Es standen aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, ‹die Frau› des Klopas, und Maria Magdalene. Als nun Jesus die Mutter sah und den Jünger dabeistehen, den er liebte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn. Dann spricht er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter. Und von jener Stunde an nahm der Jünger sie zu sich. Danach, da Jesus wusste, dass alles schon vollbracht war, spricht er, damit die Schrift vollendet würde: Mich dürstet. Es stand nun da ein Gefäß voll Essig. Sie aber füllten einen Schwamm mit Essig, steckten ‹ihn› auf einen Ysop und brachten ‹ihn› an seinen Mund. Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht. Dann neigte er das Haupt und übergab den Geist. Damit die Leiber nicht am Sabbat am Kreuze blieben – denn es war Rüsttag und der Tag jenes Sabbats war groß –, ersuchten die Juden nun den Pilatus, dass ihre Beine gebrochen und sie abgenommen würden. Da kamen nun die Soldaten und brachen die Beine des ersten und des anderen, der mit ihm gekreuzigt worden war. Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon gestorben war, brachen sie seine Beine nicht, sondern einer der Soldaten durchbohrte mit der Lanze seine Seite, und sogleich kamen Blut und Wasser heraus. Und der es gesehen hat, hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr; und jener weiß, dass er Wahres sagt, damit auch ihr glaubet. Denn dies ist geschehen, damit die Schrift erfüllt würde: «Sein Gebein wird nicht zerschlagen werden.» Und wiederum sagt eine andere Schrift: «Sie werden anschauen, den sie durchstoßen haben.»
(Joh 18, 28 - 19, 37)*
Ch: Ehre Deiner Langmut, o Herr.
Kondak. Ton 8. Eigenmelodie.
Ch: Den um unseretwillen Gekreuzigten, kommt, ihn lasset uns alle in Hymnen besingen; / denn ihn erblickte Maria am Holze und sprach: Wenn du auch die Kreuzigung erduldest, // so bist du doch mein Sohn und mein Gott.
- Zur Vesper -
Stichiren zu "Herr ich schrie"
Ton 1.
Alle Schöpfung ward verwandelt vor Furcht, / als sie dich, Christus, am Kreuze hängen sah. / Die Sonne ward verfinstert, / und die Grundfesten der Erde wurden erschüttert. / Das All litt mit dem, der das All erschaffen hat. / Der du freiwillig aus Liebe zu uns es auf dich genommen, // Herr, Ehre dir.
Ton 2.
Das gottlose und gesetzlose Volk, / wozu sinnet es Eitles? / Warum verurteilt es das Leben aller zum Tode? / Sehr muss man staunen, dass der Schöpfer der Welt / in die Hände der Sünder übergeben wird, / dass der Menschenfreund am Kreuz erhöht wird, / damit er die im Hades Gefesselten zur Freiheit führe, / sie, die da rufen: // Langmütiger Herr, Ehre dir.
Als heute die untadelige Jungfrau / am Kreuze dich erhöht schaute, o Wort, / da ward sie, klagend in ihrem Muttergemüte, / heftig im Herzen verwundet. / Und schmerzlich seufzend aus der Tiefe der Seele, / ward sie entkräftet durch Wehen, / die sich nicht bei ihrem Gebären erfahren. / Darum rief sie auch unter reichen Tränen klagend hinauf: / Wehe mir, göttliches Kind. / Wehe mir, Licht der Welt. / Warum entschwandest du meinen Augen, Gottes Lamm? / Darum wurden auch von Beben die Heere der Körperlosen ergriffen und riefen: // Unbegreiflicher Herr, Ehre dir.
Da dich, den Schöpfer und Gott aller, o Christus, / am Kreuze hängen sah, die dich jungfräulich geboren, / rief sie traurig: Mein Sohn, wohin entsank die Schönheit deiner Gestalt? / Ich ertrage es nicht, zu sehen, wie du ungerecht gekreuzigt wirst. / Eile denn, stehe auf, damit auch ich nach drei Tagen // deine Auferstehung von den Toten schaue.
Ton 6.
Heute tritt der Schöpfung Gebieter vor Pilatus. / Und der Schöpfer aller wird dem Kreuze preisgegeben. / Wie ein Lamm lässt er sich willig hinführen. / Mit Nägeln lässt er sich anheften, und seine Seite lässt er durchbohren. / Einen Schwamm reicht man dem, der Manna regnen ließ. / Und Backenstreiche empfängt der Erlöser der Welt. / Und der Bildner aller wird von seinen Knechten verspottet. / O, welch Menschenfreundlichkeit des Gebieters! / Für die Kreuziger rief er seinen Vater an und sprach: / Vergib ihnen diese Sünde. // Denn die Gesetzlosen wissen nicht, welches Unrecht sie tun.
Ehre: Wehe, wie konnte die gesetzlose Synagoge / den König der Schöpfung zum Tode verdammen, / ohne der Wohltaten zu achten? / Daran erinnernd verteidigte er sich, indem er zu ihnen sprach: / Mein Volk, was tat ich dir? / Habe ich nicht mit Wundern Judäa erfüllt? / Habe ich nicht durchs Wort die Toten auferweckt? / Nicht alle Schwäche und Krankheit geheilt? / Wie nun vergeltet ihr mir? / Wozu vergesset ihr meiner? / Zum Dank für meine Heilungen gabt ihr mir Schläge. / Zum Dank für das Leben tötet ihr mich. / Heftet ans Kreuz wie einen Verbrecher den, der euch Wohltat erwies, / wie einen Gesetzlosen den Gesetzgeber, / wie einen Verurteilten den, der aller König ist. // Langmütiger Herr, Ehre dir.
Jetzt, Theotokion: Ein furchtbares, unfassbares Geheimnis wird heute verübt und geschaut. / Der Unberührbare wird überwunden. / Gebunden der, der Adam vom Fluche befreit. / Der die Herzen und Nieren erforscht, wird ungerecht einem Verhör unterzogen. / Im Gewahrsam wird festgehalten, der den Abgrund schließt, / Vor Pilatus erscheint, vor dem mit Zittern erscheinen die Mächte der Himmel. / Der Schöpfer wird von der Hand des Geschöpfes geschlagen. / Zum Kreuzestod wird der Richter der Lebenden und Toten verdammt. / Dem Grab wird der Vernichter des Hades übergeben. / Der du alles aus Liebe erträgst / und alle vom Fluche erlöst, // geduldiger Herr, Ehre dir.
Prokimenon zur Vesper
Ton 4.
Sie verteilten unter sich Meine Kleider, / und über Mein Gewand warfen sie das Los.
Vers: O Gott, Mein Gott, habe acht auf Mich; wozu hast Du Mich verlassen?
Parimien
Lesung aus dem Buch ExodusEx 33,11-23 ( Stelle lesen: Ex 33,11-23 ) Zeites Prokimenon zur Vesper
Ton 4.
Richte, Herr, die mir Unrecht tun; / bekriege, die mich bekriegen.
Vers: Ergreife Waffe und Schild,und stehe auf zu meiner Hilfe.
Prokimenon, Ton 6:
D: Sie legten mich in die unterste Grube, an einen finsteren Ort und in Todesschatten.
Ch: Sie legten mich in die unterste Grube, an einen finsteren Ort und in Todesschatten.
Vers: O Herr, du Gott meiner Errettung, geschrien habe ich des Tags und in der Nacht vor dir.
Ch: Sie legten mich in die unterste Grube, an einen finsteren Ort und in Todesschatten.
D: Sie legten mich in die unterste Grube.
Ch: An einen finsteren Ort und in Todesschatten.
Traditionsgemäß wird vor der Lesung des Evangeliums so geweihräuchert, wir bei einer Liturgie.
D: Weisheit.
L: Lesung aus dem Brief des heiligen Apostels Paulus an die Korinther.
D: Lasst uns aufmerken.
Der Leser liest den Apostel. (1 Kor 1, 18 - 2, 2) Danach:
P: Friede dir.
L: Und deinem Geiste.
D: Weisheit.
Alleluïa, Ton 1:
L: Alleluïa, alleluïa, alleluïa. Errette mich, o Gott; denn Wasser sind eingedrungen bis zu meiner Seele.
Ch: Alleluïa, Alleluïa, Alleluïa. Nach jedem Vers.
Vers: Denn du kennst meine Schmach, meine Schande und meine Beschämung.
Vers: Verfinstern sollen sich ihre Augen, dass sie nicht sehen.
Lesung des Evangeliums
P: Weisheit, aufrecht. Lasst uns hören das heilige Evangelium. Friede allen.
Ch: Und deinem Geiste.
D: Lesung aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
Ch: Ehre Dir, Herr, Ehre dir.
P: Lasst uns aufmerken.
In jener Zeit fassten alle Hohenpriester und Ältesten des Volkes einen Beschluss gegen Jesus, dass sie ihn zu Tode brächten. Und nachdem sie ihn gebunden hatten, führten sie ihn weg und überlieferten ihn Pontius Pilatus, dem Statthalter. Dann, als Judas, der ihn überliefert hatte, sah, dass er verurteilt wurde, reute es ihn, und er brachte die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und den Ältesten zurück und sagte: Ich habe gesündigt, weil ich unschuldiges Blut überliefert habe. Sie aber sagten: Was geht das uns an? Das ist deine Sache. Und er warf die Silberlinge im Tempel hin und entwich, und er ging weg und erhängte sich. Die Hohenpriester aber nahmen die Silberlinge und sagten: Es ist nicht erlaubt, sie in den Tempelschatz zu werfen, weil es Blutgeld ist. Sie fassten aber einen Beschluss und kauften davon den Acker des Töpfers zum Begräbnis für die Fremden. Deshalb ist jener Acker Blutacker genannt worden bis zum heutigen ‹Tag›. Da wurde das durch den Propheten Jeremias Gesagte erfüllt, welcher spricht: «Und sie nahmen die dreißig Silberlinge, den Schätzpreis des Geschätzten, den man geschätzt hatte seitens der Söhne Israëls, und gaben sie für den Acker des Töpfers, wie mir der Herr angeordnet hatte.» Jesus aber stand vor dem Statthalter. Und der Statthalter fragte ihn und sprach: Bist du der König der Juden? Jesus aber sprach zu ihm: Du sagst ‹es›. Und während er von den Hohenpriestern und den Ältesten angeklagt wurde, antwortete er nichts. Da spricht Pilatus zu ihm: Hörst du nicht, wie vieles sie wider dich bezeugen? Und er antwortete ihm auch nicht auf ein einziges Wort, so dass der Statthalter sich sehr verwunderte. Zum Fest aber war der Statthalter gewohnt, der Volkmenge einen Gefangenen loszugeben, den sie wollten. Sie hatten aber damals einen berüchtigten Gefangenen, genannt Barabbas. Als sie nun versammelt waren, sprach Pilatus zu ihnen: Wen wollt ihr, dass ich euch losgebe, Barabbas oder Jesus, den man Christus nennt? Denn er wusste, dass man ihn aus Neid überliefert hatte. Während er aber auf dem Richterstuhl saß, sandte seine Frau zu ihm und ‹ließ ihm› sagen: Lass ab von jenem Gerechten; denn vieles habe ich heute im Traum gelitten um seinetwillen. Aber die Hohenpriester und die Ältesten überredeten die Volksmenge, den Barabbas zu erbitten, Jesus aber zugrunde zu richten. Der Statthalter aber antwortete und sprach zu ihnen: Welchen von den beiden wollt ihr, dass ich euch losgebe? Sie aber sprachen: Barabbas. Spricht Pilatus zu ihnen: Was soll ich denn mit Jesus tun, den man Christus nennt? Sie sagen ihm alle: Er werde gekreuzigt. Der Statthalter aber sagte: Was hat er denn Übles getan? Sie aber schrien über die Maßen: Er werde gekreuzigt. Als aber Pilatus sah, dass es nichts nütze, sondern ‹noch› mehr Tumult entstehe, nahm er Wasser, wusch seine Hände vor der Volksmenge und sprach: Unschuldig bin ich am Blute dieses Gerechten; das ist eure Sache. Und das ganze Volk antwortete und sprach: Sein Blut ‹komme› über uns und über unsere Kinder. Dann gab er ihnen den Barabbas los; Jesus aber ‹ließ› er geißeln und überlieferte ihn, damit er gekreuzigt werde. Dann nahmen die Soldaten des Statthalters Jesus mit in das Prätorium und versammelten bei ihm die ganze Kohorte. Und sie zogen ihn aus und legten ihm einen scharlachroten Mantel um. Dann flochten sie einen Kranz aus Dornen und legten ‹ihn› auf sein Haupt und ein Rohr in seine Rechte; und sie fielen vor ihm auf die Knie, verspotteten ihn und sagten: „Freue dich, König der Juden.“ Da spien sie ihn an, nahmen das Rohr und schlugen auf sein Haupt. Und als sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Mantel aus und zogen ihm seine Kleider an; und sie führten ihn ab, um ‹ihn› zu kreuzigen. Als sie aber hinausgingen, fanden sie einen Menschen, einen Kyrenäer, mit Namen Simon; diesen zwangen sie, dass er dessen Kreuz aufnehme. Und als sie an ‹den› Ort gekommen waren, genannt Golgotha, das ist die sogenannte Schädelstätte, gaben sie ihm Essig mit Galle vermischt zu trinken; und als er ‹es› geschmeckt hatte, wollte er nicht trinken. Als sie ihn aber gekreuzigt hatten, verteilten sie seine Kleider, indem sie das Los warfen. Dann saßen und bewachten sie ihn dort. Und sie brachten oben über seinem Haupt seine Schuld geschrieben an: Dieser ist Jesus, der König der Juden. Dann werden zwei Räuber mit ihm gekreuzigt, einer zur Rechten und einer zur Linken. (Mt. 21:1-38)
Einer aber der Übeltäter, die ‹da› hingen, lästerte ihn und sagte: Wenn du der Christus bist, rette dich selbst und uns. Der andere aber antwortete und schalt ihn: Fürchtest nicht einmal du Gott, da du in demselben Gericht bist? Wir ja zwar gerechterweise; denn Würdiges für das, was wir getan, empfangen wir; dieser aber hat nichts Unstatthaftes getan. Und er sprach zu Jesus: Gedenke meiner, Herr, wann du kommst in deinem Königtum. Und Jesus sprach zu ihm: Amen, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradiese sein. (Lk. 23:39-43)
Die Vorübergehenden aber lästerten ihn, schüttelten ihre Köpfe und sagten: Der du den Tempel zerstörst und in drei Tagen erbaust, rette dich selbst. Wenn du Gottes Sohn bist, steige herab vom Kreuz. Gleicherweise aber spotteten auch die Hohenpriester zusammen mit den Schriftgelehrten, Ältesten und Pharisäern und sprachen: Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten. Wenn er Israëls König ist, steige er jetzt herab vom Kreuz, und wir werden an ihn glauben. Er hat auf Gott vertraut, der erlöse ihn jetzt, wenn er Wohlwollen an ihm hat; denn er hat ja gesagt: Ich bin Gottes Sohn. Von der sechsten Stunde an aber kam eine Finsternis über die ganze Erde bis zur neunten Stunde. Um die neunte Stunde aber schrie Jesus mit lauter Stimme auf und sagte: Eli, Eli, limá sabachthaní? Das heißt: Mein Gott, mein Gott, wozu hast du mich verlassen? Als aber einige von den dort Stehenden ‹es› hörten, sagten sie: Dieser ruft ‹den› Elias. Und sogleich lief einer von ihnen und nahm einen Schwamm, füllte ‹ihn› mit Essig, steckte ‹ihn› auf ein Rohr und tränkte ihn. Die übrigen aber sagten: Lass, sehen wir, ob Elias kommt, ihn zu retten. Jesus aber schrie wiederum mit lauter Stimme und entließ den Geist. Und siehe, der Vorhang des Tempels zerriss in zwei ‹Teile›, von oben bis unten; und die Erde erbebte, und die Felsen zerrissen, und die Grabstätten wurden geöffnet, und viele Leiber der entschlafenen Heiligen wurden auferweckt; und sie gingen nach seiner Auferweckung aus den Grabstätten und gingen in die heilige Stadt und erschienen vielen. Als aber der Hauptmann und die, welche mit ihm Jesus bewachten, das Erdbeben und das Geschehene sahen, fürchteten sie sich sehr und sprachen: Wahrhaftig, dieser war Gottes Sohn. (Mt. 27:39-54)
Damit die Leiber nicht am Sabbat am Kreuze blieben – denn es war Rüsttag und der Tag jenes Sabbats war groß –, ersuchten die Juden nun den Pilatus, dass ihre Beine gebrochen und sie abgenommen würden. Da kamen nun die Soldaten und brachen die Beine des ersten und des anderen, der mit ihm gekreuzigt worden war. Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon gestorben war, brachen sie seine Beine nicht, sondern einer der Soldaten durchbohrte mit der Lanze seine Seite, und sogleich kamen Blut und Wasser heraus. Und der es gesehen hat, hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr; und jener weiß, dass er Wahres sagt, damit auch ihr glaubet. Denn dies ist geschehen, damit die Schrift erfüllt würde: «Sein Gebein wird nicht zerschlagen werden.» Und wiederum sagt eine andere Schrift: «Sie werden anschauen, den sie durchstoßen haben.» (Joh. 19:31-37)
Es waren dort aber auch viele Frauen, die von weitem schauten, die Jesus von Galiläa nachgefolgt waren und ihm gedient hatten; unter ihnen waren Maria Magdalene und Maria, des Jakobus’ und Joses Mutter, und die Mutter der Söhne des Zebedä’us. Als ‹es› aber Abend geworden war, kam ein reicher Mann von Arimathäa, namens Joseph, der auch selbst ein Jünger Jesu geworden war. Dieser ging hin zu Pilatus und erbat sich den Leib Jesu. Da befahl Pilatus, den Leib zu übergeben. Und Joseph nahm den Leib und wickelte ihn in reines Linnen, und er legte ihn in seine neue Grabstatt, die er im Felsen hatte heraushauen lassen; und er ließ einen großen Stein vor die Tür der Grabstatt wälzen und ging fort. ‹Es› waren aber dort Maria Magdalene und die andere Maria, die dem Grab gegenüber saßen. (Mt. 27:55-61)
Ch: Ehre Dir, Herr, Ehre Dir.
Stichiren zur Stichovna
Ton 2.
Als dich Joseph von Arimathäa / als Toten vom Kreuz herabgenommen hat, / dich, Christus, das Leben aller, / da hat er dir mit Balsam und mit Linnen gedient. / Liebe hat ihn gedrängt, mit Herz und Lippe / an deinen reinen Leib sich zu schmiegen. / Doch obwohl von Scheu verzagt, / rief er voll Freude zu dir herauf: // Ehre deiner Herablassung, o Menschenliebender.
Da du dich im neuen Grabe zum Heile aller bestatten ließest, / Du Erlöser aller, / da schaute dich der von allen verspottete Hades und erschrak. / Zersprengt wurden die Riegel, die Tore zermalmt. / Grüfte taten sich auf und Tote erstanden. / Da rief Adam dankbar und froh zu dir hinauf: // Ehre deiner Herablassung, o Menschenfreund.
Als du deinen Leib willig im Grabe einschließen ließest, / du, der als Gott von Natur ohne Grenzen und Schranken, / da hast du Christus, des Todes Kammer verriegelt / und alle Reiche des Hades beraubt. / Da hast du auch diesen Sabbat / deines göttlichen Ruhmes,/ deiner Herrlichkeit // und deines Glanzes gewürdigt.
Als dich die Mächte, Christus / als Verführer fälschlich von den Gesetzlosen angeklagt sahen, / da erstarrten sie ob deiner unsagbaren Langmut / und ob des Grabsteins, der von den Händen versiegelt wurde, / mit denen jene deine reine Seite mit einer Lanze durchbohrt. / Gleichwohl freuten sie sich über unsere Rettung / und riefen dir zu // Ehre deiner Herablassung, o Menschenfreund.
Ton 5.
Jetzt, Theotokion: Dich, der mit Licht wie mit einen Gewande sich umkleidet, / nahm Joseph gemeinsam mit Nikodemus vom Holz herab, / und da er den Leichnam nackt und unbestattet erblickte, / stimmte er mitleiderfüllt ein Trauerlied an, / und wehklagend sprach er: / Wehe mir, mein Christus / jüngst noch sah dich die Sonne am Kreuze hängen / und umgab sich mit Dunkel, / und es erbebte vor Schrecken die Erde, / und es zerriss der Vorhang des Tempels. / Doch siehe, nun erschaudere ich, / der um meinetwillen freiwillig den Tod auf sich nahm. / Wie sollte ich meine Dienste dir weihen, mein Gott? / Oder wie in Linnen dich hüllen? / Wie mit Händen berühren den schuldlosen Leib, / oder was für Lieder singen deinem Leiden, Erbarmer? / Ich preise deine Leiden, / singe Hymnen auch deinem Grabe/ samt deiner Auferstehung, jubelnd: // Herr Ehre dir.
Bei dem Gesang der letzten Stichire „Dich, der mit Licht wie mit einen Gewande sich umkleidet“ werden die königlichen Türen geöffnet. Der Vorsteher weihräuchert mit dem Diakon dreimal um den Altartisch und das draufliegende Grabtuch.
Bei Während die Tropare gesungen werden, verbeugt sich der Vorsteher drei Mal bis auf den Boden und legt sich auf seinen Kopf das Evangeliar. Darüber halten die übrigen Priester das Grabtuch. Zelebriert der Priester allein, trägt der Diakon das Evangeliar ehrfürchtig in der linken Hand und das Weihrauchfass in der rechten. Ist auch kein Diakon anwesend, segnet der Priester einem frommen Laien, das Evangeliar in ein Tuch gewickelt zu tragen. Es wird in dem Fall vor dem Grabtuch getragen.
Der Vorsteher geht um den Altartisch herum, vorbei an dem erhöhten Ort und schreitet aus der nördlichen Tür in die Kirche, wobei ihm der Diakon mit Weihrauch und Kerze sowie die Kerzenträger vorangehen. Von dort aus trägt er das Grabtuch in die Mitte der Kirche und legt es auf einen vorbereiteten Platz hin.
Sodann weihräuchert der Vorsteher mit dem Diakon dreimal rings um das Grabtuch. Alle Geistlichen verbeugen sich vor dem Grabtuch und küssen es.
Gemäß der Satzung wird unmittelbar nach der Großen Vesper die Kleine Komplet zelebriert. Der Kanon „Über die Kreuzigung des Herrn und das Wehklagen der Gottesmutter“ sollte vom Vorsteher vor dem Grabtuch gelesen werden. In den Kirchen, in denen keine Kleine Komplet stattfindet, sollte der Kanon an dieser Stelle, sofort nach dem heraustragen des Grabtuchs gelesen werden.
- Zur Liturgie -
Prokimenon zur Liturgie
Ton 4.
Stehe auf, Herr, hilf uns, // und erlöse uns um deines Namens willen.
Vers: O Gott, mit unseren Ohren haben wir gehört, und unsere Väter haben uns berichtet.
Alleluïa zur Liturgie
Ton 5.
Gott stehe auf, und zerstreut werden sollen seine Feinde, und die ihn hassen, sollen fliehen vor seinem Angesicht.
Vers: Wie Rauch verweht, so sollen sie verwehen; wie Wachs schmilzt vor dem Angesicht des Feuers.
So werden die Sünder zugrunde gehn vor Gottes Angesicht, doch die Gerechten seien frohgemut.
Während die Tropare gesungen werden, geht der Priester durch die Königlichen Türen in die Mitte der Kirche zum Grabtuch. Er verteilt an alle Mitzelebranten brennende Kerzen. Auch alle Vorstehenden zünden Kerzen an. Vor dem Grabtuch nimmt der Vorsteher das Weihrauchfass und beweihräuchert mit dem Diakon dreimal ringsum das Grabtuch. Traditionsgemäß weihräuchert er danach die gesamte Kirche.
Gemäß der Satzung muss das gesamte 17. Kathisma gesungen werden: „Wir beginnen, die Untadeligen zu singen, Vers für Vers. Die Strophen werden vom Sänger ausgerufen.“ Doch normalerweise singen die Sänger nur einige Verse mit den Strophen, wonach sie nur die Psalmverse singen. Die übrigen Strophen lesen die Geistlichen. Ebenso existiert die Praxis, gemäß welcher ein Leser die Psalmverse liest und der Priester die Strophen.
Während der gesamten Stasis weihräuchert der Diakon unaufhörlich das Grabtuch.
Erste Stasis, Ton 5
Gesegnet bist Du, Herr, lehre mich Deine Satzungen.
1. Selig die Untadeligen auf dem Weg, die da wandeln im Gesetze des Herrn.
Du, Christus, das Leben, wurdest dem Grab übergeben. Erfüllt wurden die Heere der Engel mit Beben, die deine Herablassung rühmend erheben.
2. Selig, die Seine Zeugnisse erforschen, suchen werden sie Ihn mit ganzem Herzen.
Leben, wie stirbst du, wie bewohnst du gar das Grab? Des Todes Reich vernichtest du, des Hades Tote richtest du auf.
3. Denn die da Gesetzlosigkeit wirken, sind nicht gewandelt auf Seinen Wegen.
Wir preisen dich, Jesus, o König. Wir verehren dein Grab, deine Leiden, durch die du uns vom Verderben errettet hast.
4. Du hast ja Deine Gebote erlassen, dass man sie eifrig bewahre.
Der du der Erde ihre Weite gegeben, du wohnest heute in der Enge des Grabes, Jesus, Allherrscher, und erweckst aus den Grüften die Toten.
5. Ach, wären doch meine Wege ausgerichtet, Deine Satzungen zu bewahren.
Jesus, mein Christus, du König des Alls, was suchst du, dass du zu den Hadesbewohnern stiegst? Zugrunde zu richten der Sterblichen Art?
6. Dann werde ich keineswegs beschämt werden, wenn ich schaue auf all Deine Gebote.
Der Herrscher aller wird als Toter geschaut. Und in einem neuen Grabmal wird beigesetzt, der die Grüfte der Toten beraubt.
7. Bekennen will ich Dich in Aufrichtigkeit des Herzens, wenn ich gelernt habe die Urteile Deiner Gerechtigkeit.
Du, Christus, das Leben, wurdest dem Grab übergeben. Durch deinen Tod hast du den Tod vernichtet und der Welt geöffnet die Quelle des Lebens.
8. Deine Satzungen will ich bewahren, verlass mich nicht ganz und gar.
Mit den Verbrechern wurdest du, Christus, für einen Verbrecher gehalten, du, der uns alle von der alten Bosheit des Feindes zur Gerechtigkeit trug.
9. Wodurch wird ein Jüngling gerade richten seinen Weg? Dadurch, dass er Deine Worte bewahrt.
Der in Schönheit blühet mehr als alle Sterblichen, erscheint als ein Toter, gestaltlos, er, der zieret das Weltall.
10. Mit meinem ganzen Herzen habe ich Dich gesucht, verstoße mich nicht von Deinen Geboten.
Wie will Hades deine Ankunft ertragen? Wird er nicht auf der Stelle zermalmt, wird’s ihm nicht schwarz vor den Augen, wenn ihn blendet dein Blitzstrahl des Lichts?
11. In meinem Herzen barg ich Deine Sprüche, damit ich Dir nicht etwa sündige.
Jesus, Licht, mir süß, mir zum Heil, wie konntest du im dunklen Grab dich verbergen? O, deiner unsagbaren, unaussprechlichen Geduld.
12. Gesegnet bist Du, o Herr, lehre mich Deine Satzungen.
Es staunt auch die Geisterwelt, der Engel Schar, o Christus, ob des Mysteriums deines unsagbaren, unaussprechlichen Grabes.
13. Mit meinen Lippen habe ich verkündet alle Urteile Deines Mundes.
O, der unerhörten Wunder, o, der neuen Werke. Meines Odems Meister wird ohne Odem fortgetragen und lässt sich bedienen von Josephs Hand.
14. Auf dem Weg Deiner Zeugnisse habe ich mich erquickt wie an jeglichem Reichtum.
Du bist im Grab verschwunden, doch hast du, Christus, dich aus des Vaters Schoße keineswegs entfernt. Neu ist dies zugleich und wunderbar.
15. Deine Gebote will ich bedenken und betrachten Deine Wege.
Jesus, als des Himmels und der Erde wahrer König wurdest du von jeglichem Geschöpf erkannt, auch wenn du eingeschlossen bist im kleinsten Grab.
16. Nachsinnen will ich über Deine Satzungen und Deiner Worte nicht vergessen.
Da man ins Grab dich legte, Christus, Bildner, wurden die Grundfesten des Hades erschüttert, und der Sterblichen Grüfte taten sich auf.
17. Vergilt Deinem Knecht: Belebe mich, auf dass ich Deine Worte bewahre.
Der mit der Hand die Erde festhält, dessen Leichnam wird jetzt von der Erde festgehalten, derselbe, der aus des Hades Gewalten die Toten befreit.
18. Enthülle meine Augen, auf dass ich betrachte die Wundertaten aus Deinem Gesetz.
Vom Tode bist du erstanden, o Heiland, mein Leben, nachdem du gestorben und die Toten besucht und zermalmt die Riegel des Hades.
19. Ein Fremdling bin ich auf Erden; verbirg nicht Deine Gebote vor mir.
Wie des Lichtes Leuchter unter einem Scheffel wird unter der Erde jetzt Gottes Leib verborgen, und weit treibt er des Hades Dunkelheit.
20. Es sehnte sich meine Seele im Verlangen nach Deinen Urteilen zu jeder Zeit.
Der Geisterheere Schar vereint sich mit Joseph und Nikodemus, um dich, den Unbegrenzten, im kleinen Grabe einzuengen.
21. Hochmütige hast Du gescholten; verflucht sind, die da abweichen von Deinen Geboten.
Der du willig starbst, dich in der Erde Schoß legen ließest, mein Jesus, Lebensspender, du erwarbst das Leben mir, der an bitterem Fehltritt starb.
22. Nimm von mir Schmach und Verachtung; denn Deine Zeugnisse habe ich gesucht.
Die ganze Schöpfung hat sich bei deinem Leiden verwandelt. Denn alles litt, o Wort, mit dir, alles, was als des Alls Erhalter dich erkennt.
23. Denn Fürsten haben sich niedergesetzt und Verleumdungen wider mich geredet, Dein Knecht aber bedachte Deine Satzungen.
Des Lebens Felsen nahm der alles verzehrende Hades auf in seinen Schlund. Da musste er ausspeien die Toten, die er von jeher verschlang.
24. Denn Deine Zeugnisse sind mein Sinnen, und meine Ratgeber sind Deine Satzungen.
In ein neues Grabmal wardst du gelegt, Christus, und die Natur der Sterblichen hast du erneuert, indem du göttlich erstandst von den Toten.
25. Meine Seele klebte am Boden: belebe mich nach Deinem Wort.
Zur Erde bist du gestiegen, um Adam zu retten. Da du ihn auf Erden nicht fandst, Herr, stiegst du suchend hinab bis zum Hades.
26. Meine Wege habe ich kundgetan, und Du hast mich erhört: lehre mich Deine Satzungen.
Von Furcht wird völlig, o Wort, die ganze Erde verwirrt. Und die Sonne hat die Strahlen verhüllt, da du, das größte Licht, in der Erde entschwandest.
27. Den Weg Deiner Satzungen lass mich verstehen, auf dass ich Deine Wundertaten bedenke.
Als Sterblicher stirbst du freiwillig, o Heiland, als Gott hast du die Toten erweckt aus den Grüften, aus dem Abgrund der Sünden.
28. Eingenickt war meine Seele vor Verzagtheit, befestige mich in Deinen Worten.
Ströme von Tränen und Klagen hat mütterlich die Reine über dich, o Jesus, vergossen und gerufen: Wie soll ich dir dienen, o Kind?
29. Den Weg des Unrechts entferne von mir, und durch Dein Gesetz erbarme Dich meiner.
Wie das Weizenkorn, das im Schoße der Erde ruhet, so brachtest du der Ähren geschütteltes Maß hervor. Denn Adams sterbliche Söhne hast du erweckt.
30. Den Weg der Wahrheit habe ich mir erwählt, und Deine Urteile habe ich nicht vergessen.
Unter die Erde wardst du versenkt. Gleichwie jetzt die Sonne, so bist auch du von der Nacht des Todes verhüllt. Doch umso strahlender, Heiland, steige empor.
31. Deinen Zeugnissen, Herr, hing ich an, lass mich nicht zuschanden werden.
Wie der Mond, o Heiland, die Scheibe der Sonne verhüllt, so verhüllt dich jetzt das Grab, da du leiblich im Tode entschwandest.
32. Den Weg Deiner Gebote bin ich gelaufen, wann immer Du weit gemacht hast mein Herz.
Christus, das Leben, hat den Tod gekostet und die Sterblichen vom Tode befreit und schenket jetzt allen das Leben.
33. Gib mir zum Gesetz, Herr, den Weg Deiner Satzungen, und stets will ich ihn suchen.
Adam, der einst aus Neid getötet ward, ihn führst du durch deinen Tod zum Leben zurück, der du, Heiland, als neuer Adam im Fleisch bist erschienen.
34. Gib mir Einsicht, auf dass ich Dein Gesetz erforsche und es bewahre mit meinem ganzen Herzen.
Die Geisterheere sahen dich als Toten aus Liebe zu uns am Kreuz ausgestreckt: Sie erschraken und haben sich, Heiland, mit ihren Schwingen bedeckt.
35. Leite mich auf dem Pfad Deiner Gebote; denn an ihm habe ich mein Wohlwollen gefunden.
Als Toten nahm dich, o Wort, Joseph vom Kreuze herab und hat dich jetzt im Grabe bestattet. Wohlan, erstehe, Gott, und rette uns alle.
36. Neige mein Herz Deinen Zeugnissen zu und nicht der Habgier.
Bei deiner Geburt warst du, Heiland, die Wonne der Engel. Nun wurdest du auch der Grund ihrer Not. Denn sie schauten dich im Fleische gestaltlos und tot.
37. Wende ab meine Augen, dass sie nicht Eitles sehen; auf Deinem Weg belebe mich.
Erhöht wardst du am Kreuz, auch die lebenden Sterblichen ziehst du mit dir empor. Unter die Erde wardst du gesenkt. Die unter ihr ruhen, weckest du auf.
38. Setze Deinem Knecht Deinen Spruch zu Deiner Furcht.
Wie ein Löwe, o Heiland, bist du im Fleisch entschlafen. Wie das Junge des Löwen stehst du auf vom Tode, streifst ab das Alter des Fleisches.
39. Nimm hinweg meine Schmach, die ich erahnte; denn gütig sind Deine Urteile.
Du ließest deine Seite durchbohren, du, der Adams Seite genommen und aus ihr Eva geformt, und hast hervorsprudeln lassen Ströme der Sühnung.
40. Siehe, begehrt habe ich Deine Gebote; in Deiner Gerechtigkeit belebe mich.
Im geheimen ward einst das Lamm geschlachtet. Du aber wurdest unter freiem Himmel getötet, Geduldiger, und alle Schöpfung, Heiland, wuschest du rein.
41. Und so komme denn Dein Erbarmen über mich, Herr, Deine Errettung nach Deinem Wort.
Wer könnte das Furchtbare wohl in Worte fassen, Unerhörtes fürwahr? Der über die Schöpfung gebietet, nimmt heute auf sich das Leid und stirbt aus Liebe zu uns.
42. Und antworten will ich denen, die mich schmähen, ein Wort; denn auf Deine Worte habe ich meine Hoffnung gesetzt.
Wie ist es möglich, dass man den Meister des Lebens tot erblicket? Es erschraken die Engel und riefen: Wie kann man Gott einschließen in die Enge des Grabs?
43. Nimm doch nicht ganz und gar der Wahrheit Wort aus meinem Mund; denn auf Deine Urteile habe ich meine Hoffnung gesetzt.
Aus deiner lanzendurchbohrten Seite, Heiland, träufelst du Leben auf dasjenige Leben, das aus dem Leben mich ausstieß, und machst mit jenem mich selbst lebendig.
44. Und bewahren will ich Dein Gesetz allezeit, auf ewig, ja auf immer und ewig.
Ausgebreitet am Kreuz hast du die Sterblichen versammelt. Jesus, du ließest deine lebenströmende Seite durchbohren und lassest quellen allen Vergebung.
45. Und gewandelt bin ich in der Weite; denn Deine Gebote habe ich gesucht.
Der Edle, o Heiland, schmückt dich in Ehrfurcht und besorgt in Würde deinen Leichnam, und vor deiner schauererregenden Haltung erschrickt er.
46. Auch sprach ich vor Königen von Deinen Zeugnissen und ward nicht zuschanden.
Unter die Erde bist du freiwillig als Toter gestiegen, Jesus, führst von der Erde zum Himmel, die von dort heruntergestürzt.
47. Und ich sann nach über Deine Gebote, die ich liebgewonnen gar sehr.
Auch wenn du als Toter geschaut wardst, Jesus, führst du doch, lebend als Gott, von der Erde zum Himmel, die von dort heruntergestürzt.
48. Ja, erhoben habe ich meine Hände zu Deinen Geboten, die ich liebgewonnen.
Auch wenn du als Toter geschaut wardst, so hast du doch, lebend als Gott, die Sterblichen, die dem Tode verfallen waren, aufs neue lebendig gemacht, meinen Mörder dem Tod übergebend.
48. Und ich bedachte Deine Satzungen.
O, dieser Freude, o, der gewaltigen Wonne, mit der du im Hades die Sterblichen erfülltest, da dein Licht erstrahlte in seinen finsteren Tiefen.
49. Gedenke Deiner Worte an Deinen Knecht, auf die Du mich Hoffnung setzen ließest.
Ich verehre dein Leid, ich preise in Hymnen dein Grab, ich erhebe, Menschenfreund, deine Macht. Durch sie ward ich frei von den Leidenschaften, die bringen den Tod.
50. Sie hat mich getröstet in meiner Erniedrigung; denn Dein Spruch hat mich belebt.
Wider dich, Christus, ward das Schwert gezücket. Geschwächt wird des Mächtigen Schwert. Und Edens Schwert weicht zurück.
51. Hochmütige haben gesetzwidrig gehandelt gar sehr, von Deinem Gesetz aber bin ich nicht abgewichen.
Als die Reine das Lamm im Blute schaute, rief laut sie, von Martern verwundet, so dass sich in den Ruf auch mischte die Herde.
52. Ich gedachte Deiner Urteile von Ewigkeit her, o Herr, und ward getröstet.
Wirst du auch bestattet im Grab, steigst du auch in den Hades hinunter, Christus, so hast du doch die Grüfte der Toten beraubt und den Hades entblößt.
53. Unmut erfasste mich der Sünder wegen, die Dein Gesetz verlassen.
Willig, o Heiland, stiegst du unter die Erde und hast die Sterblichen, die gestorben, zum Leben erweckt, sie emporgeführt in des Vaters Herrlichkeit.
54. Gesänge waren mir Deine Satzungen am Ort meiner Fremdlingschaft.
Der Eine der Dreiheit erlitt im Fleische für uns den schmachvollsten Tod. Es entsetzt sich die Sonne, und die Erde erbebet.
55. Ich gedachte in der Nacht Deines Namens, Herr, und Dein Gesetz habe ich bewahrt.
Wie aus bitterer Quelle geboren, haben die Söhne des Stammes Juda Jesus in eine Zisterne versenkt, ihn, der sie nährte mit Manna.
56. Dies ward mir zuteil, weil ich Deine Satzungen suchte.
Der Richter erscheint als Verurteilter vor dem Richter Pilatus und ward ungerecht zum Kreuzestode verdammt.
57. Mein Anteil bist du, Herr; ich sprach, dass ich Dein Gesetz bewahren werde.
Israel, stolzes, blutdürstiges Volk. Was ist dir geschehen, dass du den Barabbas befreitest, den Heiland dem Kreuz übergabst?
58. Ich bat Dein Angesicht von ganzem Herzen: Erbarme Dich meiner nach Deinem Spruch.
Du hast den Adam mit deiner Hand aus der Erde gebildet, um seinetwillen wardst du Mensch von Natur, nach deinem Willen wardst du gekreuzigt.
59. Erwogen habe ich Deine Wege und meine Füße hingewandt zu Deinen Zeugnissen.
Deinem Vater gehorsam, o Wort, stiegst du bis zum furchtbaren Hades hinab, wecktest wieder auf das Geschlecht der Sterblichen.
60. Ich machte mich bereit und ließ mich nicht verwirren, Deine Gebote zu bewahren.
Weh mir, Licht der Welt. Weh mir, mein Licht. Mein liebenswürdigster Jesus, so rief jammernd und klagend die Jungfrau.
61. Stricke der Sünder umschlangen mich, doch Deines Gesetzes habe ich nicht vergessen.
Haßgieriges, mordbeladenes, fluchbeladenes Volk, auch wenn du vor den Linnen und selbst dem Schweißtuch des auferstandenen Christus Ehrfurcht empfunden.
62. Mitternächtlich erhob ich mich, Dich zu bekennen, ob der Urteile Deiner Gerechtigkeit.
Wohlan denn, Schändlicher, Jünger und Mörder, zeige mir die Art deiner Bosheit, durch die du an Christus bist zum Verräter geworden.
63. Gefährte bin ich all derer, die Dich fürchten und Deine Gebote bewahren.
Menschengüte heuchelst du, Verblendeter, Tor, von Grund aus Verderbter, du, den Bande nicht binden, der für Geld verkaufte die Narde.
64. Deines Erbarmens, Herr, ist die Erde voll; Deine Satzungen lehre mich.
Welchen Wert besaßest du in der himmlischen Narde? Was erhieltest du als Entgelt für den Teuren? Den Wahnsinn hast du gefunden, fluchbeladener Satan.
65. Güte hast Du geübt an Deinem Knecht, Herr, gemäß Deinem Wort.
Wenn du ein Freund der Armen bist und Gram ob der Narde dessen empfindest, der starb zu der Seele Versöhnung, wie kommt’s, dass du preisgibst die Sonne für Geld?
66. Güte, Erziehung und Erkenntnis lehre mich; denn Deinen Geboten habe ich vertraut.
O Gott und Wort, meine Wonne. Wie soll ich dein Grab drei Tage ertragen. Es zerreißt mir jetzt, der Mutter, das Herz.
67. Bevor ich gedemütigt ward, habe ich mich verfehlt; deshalb bewahrte ich Deinen Spruch.
Wer wird mir Wasser geben und Bäche der Tränen, so rief die Braut Gottes und Jungfrau, damit ich meinen süßen Jesus beweine?
68. Gütig bist Du, Herr, und in Deiner Güte lehre mich Deine Satzungen.
Ihr Hügel und Schluchten, ihr Scharen der Menschen schluchzet, auch alle Geschöpfe der Welt, klaget mit mir, die eures Gottes Mutter ich bin.
69. Zahlreich geworden ist wider mich das Unrecht der Hochmütigen, ich aber will mit meinem ganzen Herzen Deine Gebote erforschen.
Wann werde ich, Heiland, dich schauen, das zeitlose Licht? Meines Herzens Wonne und Lust? So rief klagend die Jungfrau.
70. Geronnen wie Milch ist ihr Herz; ich aber sann nach über Dein Gesetz.
Auch wenn du, o Heiland, als ein hochragender Fels die Wunde erhieltest, so ließest du doch lebendig quellen den Strom, du Quelle des Lebens.
71. Gut für mich, dass Du mich gedemütigt hast, auf dass ich Deine Satzungen lerne.
Wie aus einem Bronnen, der den zweifachen Strom deiner Seite ergießt, erquicken wir uns und schöpfen daraus das unsterbliche Leben.
72. Gut für mich ist das Gesetz Deines Mundes, mehr als Tausende von Gold- und Silberstücken.
Willig erschienest du, Wort, im Grabe als Toter. Aber du lebst, und die Sterblichen, wie du verheißen, mein Heiland, wirst du durch deine Auferstehung erwecken.
Ehre dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geiste.
Wir besingen in Hymnen, o Wort, dich, den Gott aller, mit dem Vater und dem Heiligen Geist und preisen dein heiliges Grab.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Wir preisen glückselig dich, heilige Gottesgebärerin, und das Grab, aus dem dein Sohn, unser Gott, am dritten Tage erstanden, verehren wir gläubig.
Und wieder die erste Strophe, beide Chöre zusammen:
Du, Christus, das Leben, wurdest dem Grab übergeben. Erfüllt wurden die Heere der Engel mit Beben, die deine Herablassung rühmend erheben.
Kleine Ektenie
D: Wieder und wieder in Frieden lasst uns beten zum Herrn.
Ch: Herr, erbarme Dich. Zu jeder Fürbitte.
D: Stehe bei, errette, erbarme Dich und behüte uns, o Gott, durch Deine Gnade.
D: Unserer allheiligen, allreinen, über alles gesegneten und herrlichen Gebieterin, der Gottesgebärerin und Immer-Jungfrau Maria mit allen Heiligen eingedenk, wollen wir uns selbst und einander und unser ganzes Leben Christus, Gott, anbefehlen.
Ch: Dir, o Herr.
P: Denn Dein Name ist gesegnet, und Dein Königtum ist verherrlicht, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit.
Ch: Amen.
Und wir beginnen die zweite Stasis, während der Priester eine kleine Weihräucherung vollzieht (Grabtuch, Ikonostase, die Vorstehenden).
Zweite Stasis, Ton 5
Es sing der zweite Chor:
Würdig ist es, dich, den Spender des Lebens, zu preisen, der am Kreuz die Hände ausstreckte und die Macht des Feindes zermalmte.
73. Deine Hände haben mich gemacht und mich geformt; gib mir Einsicht, auf dass ich Deine Gebote lerne.
Würdig ist es, dich, den Schöpfer aller, zu preisen. Denn durch deine Leiden sind wir von Leidenschaften befreit, erlöst vom Verderben.
74. Die Dich fürchten, werden mich sehen und frohgemut sein; denn auf Deine Worte habe ich meine Hoffnung gesetzt.
Es erbebte die Erde, und die Sonne, Heiland, verschwand, da du, das Licht ohne Abend, o Christus, mit deinem Leibe im Grabe versankst.
75. Ich habe erkannt, Herr, dass Deine Urteile Gerechtigkeit sind, und in Wahrheit hast Du mich gedemütigt.
Du schliefest, o Christus, im Grab den belebenden Schlaf, und vom schweren Schlafe der Sünde hast du erweckt das Menschengeschlecht.
76. Also komme Dein Erbarmen, um mich zu trösten, gemäß Deinem Spruch an Deinen Knecht.
Als einzige unter den Frauen gebar ich dich, Kind, ohne Mühen. Unerträgliche Mühen trage ich jetzt bei deinem Leiden, so sagte die Reine.
77. Zuteil werde mir Dein Mitleid, auf dass ich lebe; denn Dein Gesetz ist mein Sinnen.
Die Seraphim beben, da sie sehen, wie du droben, o Heiland, unzertrennlich dem Vater vereint bist und unten an der Erde hingestreckt liegst als Toter.
78. Die Hochmütigen sollen zuschanden werden; denn zu Unrecht haben sie gesetzlos gehandelt wider mich, ich aber will Deine Gebote bedenken.
Bei deiner Kreuzigung zerreißt der Vorhang des Tempels. Die Sterne, o Wort, verhüllen ihr Licht, da du, Sonne, unter die Erde entsankst.
79. Hinwenden zu mir sollen sich, die Dich fürchten und die Deine Zeugnisse kennen.
Der allein durch seinen Wink im Anfang den Erdkreis zusammenfügte, sank entseelt als ein Sterblicher unter die Erde. Ob dieses Schauspiels, Himmel, erstarre.
80. Mein Herz werde untadelig in Deinen Satzungen, damit ich nicht zuschanden werde.
Unter die Erde entsankst du, der mit deiner Hand du den Menschen gebildet: Du wolltest mit allgewaltiger Kraft die Sterblichen vom Falle wieder erwecken.
81. Meine Seele vergeht nach Deinem Heil, auf Deine Worte habe ich meine Hoffnung gesetzt.
Wohlan, eine heilige Klage lasst ob des Todes Christi uns singen, damit wir, wie einst die salbentragenden Frauen, mit diesen hören: Seid mir gegrüßt.
82. Meine Augen vergingen nach Deinem Spruch, sie sagten: Wann wirst Du mich trösten?
Eine Narde bist du in Wahrheit, o Wort, die nie zur Neige geht. Darum trugen auch Salben zu dir, dem Lebenden, als zu einem Toten die salbentragenden Frauen.
83. Denn geworden bin ich wie ein Schlauch im Frost, doch Deine Satzungen habe ich nicht vergessen.
Im Grabe machst du des Hades Reiche, Christus, zuschanden. Im Tode tötest du den Tod, befreist vom Verderben die Söhne der Erde.
84. Wie viele sind die Tage Deines Knechtes? Wann wirst Du mir Gericht üben o meiner Verfolger wegen?
Die Weisheit Gottes, die Ströme des Lebens ausgießt, steigt nieder ins Grab, erweckt wieder die, die ruhen in des Hades innersten Kammern.
85. Gesetzesübertreter erzählten mir viel Geschwätz, doch nicht wie Dein Gesetz, o Herr.
Zu erneuern der Sterblichen Natur, die zerschlagen war, ließ ich freiwillig mich schlagen vom leiblichen Tode. Meine Mutter, nicht zerschlag dich in Klagen.
86. All Deine Gebote sind Wahrheit; zu Unrecht hat man mich verfolgt, hilf mir.
Unter die Erde sankst du hinab, der Gerechtigkeit Sonne, und erwecktest aus dem Schlafe die Toten, hast aufgeschreckt im Hades jegliche Nacht.
87. Bald verzehrten sie mich auf Erden, ich aber habe Deine Gebote nicht verlassen.
Als ein zwiespältig Korn wird heute unter Tränen der Spender des Lebens in der Erde Furchen gesät. Aufsprossend wird er Wonne schenken der Welt.
88. Nach Deinem Erbarmen belebe mich, dass ich die Zeugnisse Deines Mundes bewahre.
Erschreckt wurde Adam, da Gott im Paradiese einherging. Doch, da Gott den Hades besuchte, freut sich der einst Gefallene, der jetzt ist erweckt.
89. In Ewigkeit, Herr, bleibt Dein Wort im Himmel.
Es spendet dir, Christus, Ströme von Tränen, die dich gebar. Da dein Leib ins Grab gelegt ward, rief sie dir zu: Wie du verheißen, Sohn, also erstehe.
90. Von Geschlecht zu Geschlecht währet Deine Wahrheit; Du hast die Erde gegründet, und sie bleibt.
Ehrfürchtig bestattet dich Joseph im neuen Grabe. Gottes würdige Totenhymnen singt er dir, Heiland, vermischt sie mit Klagen.
91. Durch Deine Anordnung bleibt es Tag; denn alles ist Dir dienstbar.
Als deine Mutter, o Wort, dich mit Nägeln ans Kreuz geheftet sah, da ward ihre Seele mit den Nägeln bitterer Trauer und mit Pfeilen verwundet.
92. Wäre es nicht, dass Dein Gesetz mein Sinnen ist, dann wäre ich zugrunde gegangen in meiner Erniedrigung.
Als dich, die Süßigkeit aller, die Mutter erblickte, wie du mit bitterem Tranke getränkt wardst, rannen aus ihren Augen bittere Ströme von Tränen.
93. Nie und nimmer will ich Deiner Satzungen vergessen; denn durch sie hast Du mich belebt.
Furchtbar bin ich verwundet. Mein Inneres zerreißt es, o Wort, da deinen ungerechten Tod ich schaue, so sagte die Allheilige weinend.
94. Dein bin ich, errette mich; denn Deine Satzungen habe ich gesucht.
Deine Augen so süß, deine Lippen, wie soll ich sie schließen, o Wort? Wie soll ich dir dienen, wie es einem Toten gebührt? rief Joseph, erstarrend.
95. Sünder harrten meiner, um mich zugrunde zu richten; doch in Deine Zeugnisse habe ich Einsicht gewonnen.
Grabeshymnen singen Joseph und Nikodemus Christus, der jetzt gestorben. Mit ihnen stimmen auch die Seraphim ein.
96. Aller Vollendung Grenze habe ich gesehen, doch Dein Gebot ist überaus weit.
Du sinkest unter die Erde, o Heiland, du, der Gerechtigkeit Sonne. Darum verfinstert sich jetzt der Mond, der dich gebar, da er deines Blickes beraubt ist.
97. Wie liebgewonnen habe ich Dein Gesetz, Herr; den ganzen Tag lang ist es mein Sinnen.
Es erbebte der Hades, Heiland, da er dich sah, den Spender des Lebens, wie du ihn seines Reichtums beraubst und jene aufweckest, die längst schon gestorben.
98. Mehr als meine Feinde hast Du mich weise gemacht durch Dein Gebot; denn auf ewig ist es mein.
Mit hellem Glanze erstrahlt nach der Nacht, Wort, die Sonne. Wenn du erstanden, dann magst du wohl nach dem Tode herrlich erstrahlen wie aus einem Gemache.
99. Mehr als alle, die mich lehrten, habe ich Einsicht erlangt; denn Deine Zeugnisse sind mein Sinnen.
Die Erde hat dich, o Bildner, in ihren Schoß aufgenommen. Durch Beben wird sie geschüttelt, o Heiland, da sie die Toten unter Erschütterung aus dem Schlafe erweckt.
100. Mehr als die Ältesten habe ich Einsicht erlangt; denn Deine Gebote habe ich gesucht.
Mit Salben haben dir, Christus, jetzt Nikodemus und Joseph auf ungewöhnliche Weise aufgewartet, und sie riefen hinauf: Alle Erde, erstarre.
101. Von jedem bösen Wege hielt ich meine Füße ab, damit ich Deine Worte bewahre.
Du, Spender des Lichtes, verschwandst, und mit dir ist das Licht der Sonne entschwunden. Durch Beben wird die Schöpfung geängstigt, preist laut dich als Bildner des Alls.
102. Von Deinen Urteilen bin ich nicht abgewichen; denn Du hast mir Dein Gesetz gegeben.
Ein aus dem Felsen gehauener Stein birgt dich, den Eckstein. Ein Mensch, ein Sterblicher, bestattet im Grab jetzt als einen Sterblichen den, der da Gott ist. Erde, erstarre.
103. Wie süß sind Deine Sprüche meiner Kehle, mehr als Honig meinem Mund.
Schaue den Jünger, den du geliebt, und deine Mutter, o Kind, und lass deine süße Stimme erschallen, rief weinend die Reine.
104. Aus Deinen Geboten habe ich Einsicht erlangt; deshalb begann ich, jeden Weg der Ungerechtigkeit zu hassen.
Als Meister des Lebens, o Wort, hast du, am Kreuz ausgestreckt, nicht die Juden getötet, nein, auch ihre Toten zum Leben erweckt.
105. Eine Leuchte ist Dein Gesetz meinen Füßen und ein Licht meinen Pfaden.
Einst die Schönheit, o Wort, warst ohne Zier du im Leid. Doch auferstehend erstrahltest du herrlich und schmücktest die Sterblichen mit göttlichem Licht.
106. Geschworen habe ich und festgesetzt, dass ich die Urteile Deiner Gerechtigkeit bewahre.
Mit deinem Leibe entsankest, Lichtspender, du, der keinen Abend kennt, in die Erde. Und da die Sonne es nicht zu ertragen vermochte, ward sie verfinstert in der Vollglut des Mittags.
107. Gedemütigt wurde ich gar sehr; Herr, belebe mich nach Deinem Wort.
Die Sonne und zugleich der Mond wurden verfinstert, o Heiland, und wohlgesinnte Diener stellten sie dar, die in schwarze Gewände sich hüllen.
108. An den freiwilligen Opfern meines Mundes habe doch Wohlgefallen, Herr, und Deine Urteile lehre mich.
Der Hauptmann erkannte dich als Gott, auch wenn du getötet wurdest. Wie soll ich dich also, mein Gott, mit Händen berühren? rief Joseph, erschauernd.
109. Meine Seele ist stets in Deinen Händen, und Deines Gesetzes habe ich nicht vergessen.
Adam schlief. Doch aus der Seite lässt er hervorgehen den Tod. Du aber bist jetzt entschlafen, Wort Gottes, und hervorsprudeln lässest aus deiner Seite der Welt du das Leben.
110. Sünder haben mir eine Schlinge gelegt, doch von Deinen Geboten bin ich nicht abgeirrt.
Nur eine kleine Weile schliefst du und machtest lebendig die Toten. Und auferstehend hast du, o Guter, die von jeher entschlafen, zum Leben erweckt.
111. Zum Erbe auf ewig erhielt ich Deine Zeugnisse; denn sie sind das Frohlocken meines Herzens.
Du wardst von der Erde erhoben, doch hervorsprudeln ließest du den Wein des Heiles, lebenströmender Weinstock. Ich preise das Leid und das Kreuz.
112. Ich habe mein Herz geneigt, Deine Satzungen zu tun, auf ewig um der Vergeltung willen.
Wie konnten die Führer der Engelscharen, o Heiland, die dich in Blöße erblickten, mit Blute befleckt und verurteilt, die Kühnheit der Kreuziger dulden?
113. Gesetzesübertreter habe ich gehasst, Dein Gesetz aber liebgewonnen.
Lärmendes, tückisches Volk der Hebräer, des Tempels Wiederaufbau entging dir nicht. Warum hast du Christus verdammt?
114. Mein Helfer und mein Beistand bist Du; auf Deine Worte habe ich meine Hoffnung gesetzt.
Den Gebieter des Alls bekleidest du mit einem Spottgewand, den, der den Himmel mit Sternen besäte und wunderbar zierte das Land.
115. Wendet euch weg von mir, die ihr Böses tut, auf dass ich die Gebote meines Gottes erforsche.
Wie ein Pelikan ließest, o Wort, du deine Seite aufreißen, gabst deinen Kindern Leben, die tot waren, ließest ihnen sprudeln Bäche des Lebens.
116. Stehe mir bei nach Deinem Spruch und belebe mich, und lass mich nicht zuschanden werden in meiner Erwartung.
Im Sieg über die Heiden brachte einst Jesus: die Sonne zum Stehen. Du aber hast sie verfinstert und den Fürsten der Finsternis zu Boden gestreckt.
117. Hilf mir, dass ich errettet werde und stets nachsinne über Deine Satzungen.
Den Schoß des Vaters nicht verlassend, unverändert dort weilend, wolltest du auch ein Sterblicher werden, Christus, und bist zum Hades niedergestiegen.
118. Verachtet hast Du alle, die abfallen von Deinen Satzungen; denn ungerecht ist ihre Absicht.
Am Kreuz ward erhoben, der die Erde auf Wassern schweben lässet. Und ohne Odem neigt er sich ihr zu. Sie ertrug es nicht, und furchtbar geriet sie in Beben.
119. Zu den Übertretern zählte ich alle Sünder der Erde, deshalb habe ich Deine Zeugnisse liebgewonnen.
Weh mir, mein Kind, spricht klagend die Jungfrau. Den ich als König erharrte, ihn schaue ich jetzt verurteilt am Kreuz.
120. Nagle fest mein Fleisch durch Deine Furcht; denn vor Deinen Urteilen habe ich mich gefürchtet.
Gabriel hat mir dieses verkündet, da er niedergeschwebt ist: er sprach von Jesu, meines Sohnes ewigem Reich.
121. Gericht und Gerechtigkeit habe ich geübt; übergib mich nicht denen, die mir Unrecht tun.
Wehe, Symeons Weissagung ist nun erfüllt. Denn dein Schwert, Emanuael, durchbohrte mein Herz.
122. Nimm Deinen Knecht auf zum Guten; nicht sollen mich die Hochmütigen verleumden.
Schämt euch, Juden, wenigstens doch vor den von den Toten Erstandenen, die der Lebenspender zum Leben erweckte, den ihr selber aus Neid habt getötet.
123. Meine Augen vergingen nach Deinem Heil und nach dem Spruch Deiner Gerechtigkeit.
Da die Sonne dich, das unsichtbare Licht, mein Christus, ohne Odem vom Grabe bedeckt sah, da entsetzte sie sich und hat verfinstert ihr Licht.
124. Handle an Deinem Knecht nach Deinem Erbarmen, und lehre mich Deine Satzungen.
Bitterlich hat deine Mutter, o Wort, die ganz Reine, geweint, da sie im Grabe dich sah, den unsagbaren, ewigen Gott.
125. Dein Knecht bin ich; gib mir Einsicht, auf dass ich Deine Zeugnisse erkenne.
Da deine Mutter, die ganz Makellose, deinen Tod, o Christus, erblickte, rief sie dir bitterlich zu: Verweile nicht, Leben, im Reiche der Toten.
126. Zeit ist es für den Herrn zu handeln; verworfen haben sie Dein Gesetz.
Der furchtbare Hades erbebte, da er dich sah, der Herrlichkeit unsterbliche Sonne, und gab sogleich die Gefesselten frei.
127. Deshalb habe ich Deine Gebote liebgewonnen mehr als Gold und Topas.
Ein Schauspiel, groß und erschreckend fürwahr, wird jetzt geschaut: der des Lebens Ursache ist, nahm willig den Tod auf sich, erweckte zum Leben die Söhne der Erde.
128. Deshalb habe ich mich nach all Deinen Geboten ausgerichtet und jeden unrechten Weg gehasst.
Die Seite lassest du durchbohren, die Hände anheften, Herrscher. Durch die Seite heilst du die Wunde, die Ausschweifung der Hände der Väter.
129. Wunderbar sind Deine Zeugnisse; deshalb hat meine Seele sie erforscht.
Einst haben alle daheim den Sohn der Rachel beweint. Nun hat der Jünger Kreis mit der Mutter den Sohn der Jungfrau betrauert.
130. Die Offenbarung Deiner Worte wird Unmündige erleuchten und ihnen Einsicht geben.
Faustschläge haben sie Christi Wangen versetzt, der mit seiner Hand den Menschen gebildet und des Tieres Kiefer zermalmt hat.
131. Ich öffnete meinen Mund und zog den Geist herbei; denn nach Deinen Geboten habe ich mich gesehnt.
Mit Hymnen, Christus, verherrlichen wir Gläubigen alle dein Kreuz jetzt, dein Grab, wir, die durch dein Grab vom Tode befreit sind.
Ehre dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geiste.
Anfangsloser Gott, Wort und Geist von gleicher Ewigkeit, Guter, gib Kraft wider die Feinde den Zeptern der Herrscher.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Du hast, Allreine, das Leben geboren, heilige Jungfrau. Von der Kirche halte die Ärgernisse zurück und schenke Frieden, o Gute.
Und wieder die erste Strophe, beide Chöre zusammen:
Würdig ist es, dich, den Spender des Lebens, zu preisen, der am Kreuze die Hände ausstreckte und die Macht des Feindes zermalmte.
Sedalen 1
Kleine Ektenie
D: Wieder und wieder in Frieden lasst uns beten zum Herrn.
Ch: Herr, erbarme Dich. Zu jeder Fürbitte.
D: Stehe bei, errette, erbarme Dich und behüte uns, o Gott, durch Deine Gnade.
D: Unserer allheiligen, allreinen, über alles gesegneten und herrlichen Gebieterin, der Gottesgebärerin und Immer-Jungfrau Maria mit allen Heiligen eingedenk, wollen wir uns selbst und einander und unser ganzes Leben Christus, Gott, anbefehlen.
Ch: Dir, o Herr.
P: Denn Du bist der König der Welt, Christus, unser Gott, und Dir senden wir die Verherrlichung empor, samt Deinem anfanglosen Vater und Deinem allheiligen und guten und lebenschaffenden Geiste, jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen
Denn Dein Name ist gesegnet, und Dein Königtum ist verherrlicht, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit.
Ch: Amen.
Ton 1.
Zeige uns, wie du verheißen, deine Auferstehung, о Christus.
Es entsetzten sich die Chöre der Engel, da sie den schauten, der da sitzt im Schoße des Vaters: Wie wird der Unsterbliche als Toter ins Grab gesenkt? Den die Heere der Engel umkreisen und mit den im Hades versammelten Toten preisen als Schöpfer und Herrn.
Ode 1
Kanon zum Karfreitag, Ton 6.
Irmos: Den, der einst unter den Meereswogen den verfolgenden Tyrannen begrub, haben der Geretteten Kinder unter der Erde begraben. Doch wir wollen wie die Jungfrauen dem Herrn singen. Denn herrlich tat er sich kund.
Ehre Dir, unser Gott, Ehre Dir.
Herr, mein Erlöser, eine Totenhymne, einen Grabgesang will ich dir singen, dir, der durch sein Grab mir den Zugang zum Leben eröffnet, durch den Tod den Tod und den Hades getötet.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Was über der Welt, was unter der Erde dich auf dem Throne hoch oben und drunten im Grab dich erkennt, mein Erlöser, wurde erschüttert bei deinem Tod. Denn über die Einsicht wardst du, Meister des Lebens, als Toter geschaut.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Mit deiner Herrlichkeit das All zu erfüllen, bist du herabgestiegen in die Tiefen der Erde. Denn vor dir blieb meine Adamsnatur nicht verborgen, und als Bestatteter, Menschenfreund, machst mich Verwesten du neu.
Katavasie: Den, der einst unter den Meereswogen den verfolgenden Tyrannen begrub, haben der Geretteten Kinder unter der Erde begraben. Doch wir wollen wie die Jungfrauen dem Herrn singen. Denn herrlich tat er sich kund.
Ode 3
Irmos: Da dich, der mit gewaltiger Kraft die ganze Erde auf Gewässern schweben lässt, die Schöpfung auf der Schädelstätte hangen sah, da ward sie vor Schrecken erschüttert und rief: Keiner ist heilig, o Herr, außer dir.
Ehre Dir, unser Gott, Ehre Dir.
Deines Grabs Symbole ließest du sehen, die Sehersprüche erfüllend, deine Geheimnisse hast du jetzt als Gottmensch auch denen enthüllt, Herr, die da riefen im Hades: Keiner ist heilig, o Herr, außer dir.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Ausgespannt hast du die Hände und vereint hast du, was früher entzweit. O Heiland, im Kleid aus Linnen, im Grabkleid hast du die Gefangenen befreit, die da riefen: Keiner ist heilig, o Herr, außer dir.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Willig ließest du dich, Unbegrenzter, in Grabesenge verriegeln, versiegeln. Denn durch deine Kräfte tatest du göttlich deine Macht denen kund, die sangen: Keiner ist heilig, o Herr, außer dir.
Katavasie: Da dich, der mit gewaltiger Kraft die ganze Erde auf Gewässern schweben lässt, die Schöpfung auf der Schädelstätte hangen sah, da ward sie vor Schrecken erschüttert und rief: Keiner ist heilig, o Herr, außer dir.
Ode 4
Irmos: Da Habakuk deine heilige Selbstentäußerung am Kreuze voraussah, erstaunte und rief er: Zerschmettert, o Guter, hast du die Macht der Herrscher, Allmächtiger, unter den Hadesbewohnern hast du geweilt.
Ehre Dir, unser Gott, Ehre Dir.
Den siebenten Tag hast du heute geheiligt, den du einst durch Ausruhen von den Werken gesegnet. Denn du veränderst alles, machst es neu, da du feierst den Sabbat, mein Heiland, und ruhest nun aus.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Mit des Stärkeren Kraft hattest du völlig gesiegt, als deine Seele vom Fleische getrennt war. Denn beide zerreißen die Fesseln des Todes und des Hades, Gottes Wort, durch deine Kraft.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Als der Hades, Gottes Wort, dir gegenübertrat, erbitterte es ihn, einen Sterblichen vergottet zu sehen, ganz mit Striemen bedeckt und doch von allmächtiger Kraft: in Zwiespalt versetzte ihn das Erschreckende solcher Gestalt.
Katavasie: Da Habakuk deine heilige Selbstentäußerung am Kreuze voraussah, erstaunte und rief er: Zerschmettert, o Guter, hast du die Macht der Herrscher, Allmächtiger, unter den Hadesbewohnern hast du geweilt.
Ode 5
Irmos: Dein liebreiches Erscheinen bei uns, Christus, o Gott, hat Isaias geschaut als Licht ohne Abend. Und aus der Nacht am frühen Morgen erwachend, hat er gerufen: Es werden auferstehen die Toten und auferweckt, die in den Grüften ruhen, und alle, die auf der Erde wohnen, werden frohlocken.
Ehre Dir, unser Gott, Ehre Dir.
Du machst neu die Erdgeborenen, Bildner, indem du den Namen eines Irdischen nahmst. Und Linnen und Grab zeigen an, o Wort, das Geheimnis in dir. Denn der vornehme Ratsherr stellt dar den Rat dessen, der dich gezeugt und uns in dir gar herrlich erneuert.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Durch den Tod veränderst du das Sterbliche, durch das Grab das Verderbliche. Denn unverweslich machst du auf herrlichste Weise, machst unsterblich die Natur, die du annahmst. Denn dein Fleisch kennt keine Verwesung. Herr, nicht blieb deine Seele allein im Hades zurück.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Aus der Jungfrau wardst du geboren, mein Bildner, und ließest von einer Lanze die Seite durchbohren. Zum neuen Adam geworden, wunderbar schlafend den lebensspendenden Schlaf, hast du aus ihr die Neubildung Evas vollbracht. Und als Allgewaltiger hast du Leben geweckt aus dem Schlaf und dem Fleisch.
Katavasie: Dein liebreiches Erscheinen bei uns, Christus, o Gott, hat Isaias geschaut als Licht ohne Abend. Und aus der Nacht am frühen Morgen erwachend, hat er gerufen: Es werden auferstehen die Toten und auferweckt, die in den Grüften ruhen, und alle, die auf der Erde wohnen, werden frohlocken.
Ode 6
Irmos: Gefangengehalten, doch nicht festgehalten ward Jonas im Bauche des Hais. Denn dein Bild darstellend, der du littest und dem Grabe übergeben wurdest, sprang er wie aus einem Gemache aus dem Tiere hervor und sagte zur Wache: Ihr Wächter, vergeblich und eitel hieltet ihr in euch das Erbarmen zurück.
Ehre Dir, unser Gott, Ehre Dir.
Erhöht ward dein Leib, den du annahmst, doch nicht getrennt von dir, Wort. Denn ward auch dein Tempel in der Zeit des Leidens vernichtet, so war doch auch so die Gottheit und dein Leib verbunden in einer Person. Denn in beiden bist du als Sohn, als der Eine, Wort Gottes, Gott und Mensch.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Menschenmörderin, nicht Gottesmörderin ward Adams Sünde. Denn wenn auch die Staubnatur deines Fleisches gelitten, ist doch die Gottheit leidlos geblieben. Was sterblich an dir, hast du umgestaltet zur Unsterblichkeit und in der Auferstehung des unsterblichen Lebens Quelle gezeigt.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Es herrscht, doch nicht ewig, der Hades über der Sterblichen Art. Denn da du im Grab lagst, Gewaltiger, hast du mit lebenbringender Hand des Todes Tore gesprengt und denen, die von jeher dort schliefen, untrügliche Erlösung verkündet, o Heiland, als Erstgeborener unter den Toten.
Katavasie: Gefangengehalten, doch nicht festgehalten ward Jonas im Bauche des Hais. Denn dein Bild darstellend, der du littest und dem Grabe übergeben wurdest, sprang er wie aus einem Gemache aus dem Tiere hervor und sagte zur Wache: Ihr Wächter, vergeblich und eitel hieltet ihr in euch das Erbarmen zurück.
Ode 7
Irmos: Ein unsagbares Wunder. Der im Feuerofen die heiligen Jünglinge vor der Flamme gerettet, wird tot, ohne Odem, in die Gruft gelegt zu unserem Heil, und wir singen: Befreier, Gott, gepriesen bist du.
Ehre Dir, unser Gott, Ehre Dir.
Hades ist im Herzen verwundet, da er den aufnahm, dessen Seite von einer Lanze verwundet war. Und von göttlichem Feuer verzehrt, stöhnt er zu unserem Heil, und wir singen: Befreier, Gott, gepriesen bist du.
Ehre Dir, unser Gott, Ehre Dir.
Grab, voll des Segens. Denn da es den Schöpfer wie einen Schlafenden aufnahm, ward es zum göttlichen Schatze des Lebens zu unserem Heil, und wir singen: Befreier, Gott, gepriesen bist du.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Nach dem Gesetze der Sterblichen erhält der, der aller Leben ist, die Ruhe im Grab. Als der Auferstehung Quelle zeigt man ihn zu unserem Heil, und wir singen: Befreier, Gott, gepriesen bist du.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Eine war die untrennbare Gottheit Christi im Hades, im Grab und in Eden mit dem Vater und Geist zu unserem Heil, und wir singen: Befreier, Gott, gepriesen bist du.
Katavasie: Ein unsagbares Wunder. Der im Feuerofen die heiligen Jünglinge vor der Flamme gerettet, wird tot, ohne Odem, in die Gruft gelegt zu unserem Heil, und wir singen: Befreier, Gott, gepriesen bist du.
Ode 8
Irmos: Erzittere, entsetze dich, Himmel. Und wanken sollen die Grundfesten der Erde. Denn siehe: unter die Toten wird gezählt, der in den Höhen sein Zelt hat, und in engem Grabe wird er beherbergt. Ihr Jünglinge, preiset ihn, ihr Priester, rühmt ihn in Hymnen, Volk, erhebe ihn in die Äonen.
Ehre Dir, unser Gott, Ehre Dir.
Vernichtet ist der heilige Tempel, das gefallene Zelt aber richtet er auf. Denn der zweite Adam, der da wohnt in den Höhen, ist zu dem ersten bis zu den Kammern des Hades hinuntergestiegen. Ihr Jünglinge, preiset ihn, ihr Priester, rühmt ihn in Hymnen, Volk, erhebe ihn in die Äonen.
Wir segnen den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist.
Aus ist es mit dem Mute der Jünger. Doch Joseph von Arimathaia tut sich hervor. Denn da er tot schaut und nackt den, der da Gott ist über alle, bittet er ihn los, besorgt ihn und ruft: Ihr Jünglinge, preiset ihn, ihr Priester, rühmt ihn in Hymnen, Volk, erhebe ihn in die Äonen.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
O, der ungeahnten Wunder. O, der Güte. O, der unsagbaren Geduld. Denn willig lässt sich im Schoße der Erde versiegeln, der wohnt in den Höhen, den man als Gottbetrüger verlästert. Ihr Jünglinge, preiset ihn, ihr Priester, rühmt ihn in Hymnen, Volk erhebe ihn in die Äonen.
Wir loben, segnen und beten an den Herrn; wir besingen ihn in Hymnen und hocherheben ihn in Ewigkeit.
Katavasie: Erzittere, entsetze dich, Himmel. Und wanken sollen die Grundfesten der Erde. Denn siehe: unter die Toten wird gezählt, der in den Höhen sein Zelt hat, und in engem Grabe wird er beherbergt. Ihr Jünglinge, preiset ihn, ihr Priester, rühmt ihn in Hymnen, Volk, erhebe ihn in die Äonen.
Ausruf zu "Hochpreise"
Wehklage mir nicht, Mutter.
Ode 9
Irmos: Wehklage mir nicht, Mutter, die du im Grabe den Sohn schaust, den du jungfräulich empfangen im Schoß. Denn ich werde auferstehen und werde verherrlichet werden. Und in Herrlichkeit ohne Ende werde als Gott ich jene erhöhen, die im Glauben, die in Liebe dich preisen.
Ehre Dir, unser Gott, Ehre Dir.
Bei deiner wunderbaren Geburt entging ich den Wehen und ward in Wundern selig gepriesen, Sohn ohne Anfang. Nun aber schaue ich dich, mein Gott, tot, ohne Odem, und furchtbar werde ich vom Schwerte der Schmerzen zerrissen. Doch, damit ich verherrlicht werde, erstehe.
Ehre dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Es birgt mich die Erde, und ich lasse es mir willig gefallen. Doch es erbeben die Wächter des Hades, da sie mich bekleidet sehen mit dem Blutgewande der Rache, o Mutter. Denn am Kreuz habe ich als Gott die Feinde getötet. Erstehen werde ich wieder, und ich verherrliche dich.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Es soll frohlocken die Schöpfung, alle Erdgeborenen jauchzen. Denn Hades, der Feind, ist der Rüstung beraubt. Mit Salben sollen die Frauen zu mir kommen. Adam kaufe ich los und Eva und ihr ganzes Geschlecht, und ich werde am dritten Tage erstehen.
Katavasie: Wehklage mir nicht, Mutter, die du im Grabe den Sohn schaust, den du jungfräulich empfangen im Schoß. Denn ich werde auferstehen und werde verherrlichet werden. Und in Herrlichkeit ohne Ende werde als Gott ich jene erhöhen, die im Glauben, die in Liebe dich preisen.
Stichiren zum Lob
Ton 2.
Heute umschließt den ein Grab, der mit seiner Hand die Schöpfung umschließt. Ein Stein bedeckt den, der mit Herrlichkeit bedecket die Himmel. Es schlummert das Leben, und der Hades erbebt, und Adam wird von den Fesseln befreit. Ehre sei deinem Heilsplan, durch den du alles vollendet hast, als Gott uns die ewige Sabbatruhe geschenkt hast durch deine allheilige Auferstehung von den Toten.
Was für ein Schauspiel siehet man jetzt? Was bedeutet die gegenwärtige Ruhe? Der König der Äonen hat seinen Heilsplan durch seine Leiden vollendet, feiert den Sabbat im Grab, uns eine neue Sabbatruhe gewährend. Zu ihm lasset uns rufen: Stehe auf, о Gott, richte die Erde. Denn du herrschest in die Äonen, der du ohne Maß bist in deinem großen Erbarmen.
Kommt her, lasst uns unser Leben schauen, das im Grab liegt, um Leben zu geben denen, die in den Gräbern ruhen. Kommt her, lasst uns heute zu unserem Gott aus Juda, dem schlafenden, rufen mit dem Propheten: Zur Ruhe hast du dich gelegt, liegst da wie ein Löwe. Wer wird, König, dich wecken? Wohlan, stehe auf aus eigener Kraft, der du für uns in den Tod dich gabst. Herr, Ehre sei dir.
Ton 6.
Es erbat sich Joseph Jesu Leichnam und legte ihn in sein neues Grab. Denn er musste aus dem Grabe hervorgehen wie aus dem Schoße der Mutter. Der du die Herrschaft des Todes zerbrochen und den Menschen die Tore des Paradieses auftatest, Ehre sei dir.
Ehre: Den heutigen Tag hat der große Moses mystisch vorher entworfen im Bild, da er sprach: Und es segnete Gott den siebenten Tag. Denn dieser ist der gesegnete Sabbat. Es ist der Tag der Ruhe, an dem ausruhte von all seinen Werken Gottes eingeborenen Sohn: ob des Heilsplans um seinen Tod ruhte er aus im Fleische und ward wiederum, was er war. Durch die Auferstehung schenkte er uns das ewige Leben, denn er allein ist gütig und menschenfreundlich.
Noch vor der Großen Doxologie (während des Kanons oder der Lobpsalmen) zieht der Vorsteher alle liturgischen Gewänder an (des Grabtuchs wegen, so, wie zur Liturgie). Dabei spricht er aber keine Gebete. Die anderen Priester ziehen ein Phelonion an.
Bei „Jetzt“ der Lobpsalmen werden die Königlichen Türen geöffnet. Die Geistlichen gehen durch die Königlichen Türen zum Grabtuch. Den Ausruf der Doxologie spricht der Vorsteher vor dem Grabtuch aus.
Während die Große Doxologie gesungen wird, weihräuchert der Vorsteher dreimal rundum das Grabtuch. Zum Beginn des Dreimalheilig verbeugen sich alle Geistlichen dreimal bis zum Boden. Wenn die Sänger das abschließende „Heiliger Gott“ singen, nimmt der Vorsteher das Evangeliar vom Grabtuch und legt es auf Seinen Kopf. Die anderen Priester tragen über ihm das Grabtuch. Zelebriert ein Priester allein, so hebt er das Grabtuch hoch, gibt es an fromme Laien weiter und geht mit dem Evangeliar drunter. Ebenfalls kann das Grabtuch vom Priester und das Evangeliar vom Diakon getragen werden.
Es wird eine Prozession um die Kirche herum gemacht. Während der Prozession wird langsam „Heiliger Gott“ gesungen. Die Glocken werden nacheinander geläutet, von der größeren zur kleineren (und nicht umgekehrt). Sobald die Prozession in die Kirche eingetreten ist, wird kurz durchgeläutet.
Nach dem das Grabtuch in die Kirche hereingetragen wurde, wird es vor die Königlichen Türen getragen. Nach dem Abschluss des Gesangs „Heiliger Gott“ ruft der Vorsteher aus: „Weisheit, aufrecht!“ und trägt das Grabtuch zurück in die Mitte der Kirche, wo es wieder abgelegt wird. Während der Chor das Tropar „Der edle Josef“ singt, wird das Grabtuch geweihräuchert. Sodann folgen die Lesungen.
Lesung der Parimie
Ton 2. Tropar der Prophetie.
Der du die Enden der Erde zusammenhältst, du ließest dich einengen im Grab, Christus, um die Menschen vor dem Sturz in den Hades zu retten, um uns, Unsterblichkeit schenkend, das Leben zu geben als unsterblicher Gott.
Ehre dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geiste.
Das Leben zu geben als unsterblicher Gott.
Jetzt und immerdar und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.
Der du die Enden der Erde zusammenhältst, du ließest dich einengen im Grab, Christus, um die Menschen vor dem Sturz in den Hades zu retten, um uns, Unsterblichkeit schenkend, das Leben zu geben als unsterblicher Gott.
Prokimenon, Ton 4:
L: Stehe auf, Herr, hilf uns, und erlöse uns um Deines Namens willen.
Ch: Sie legten mich in die unterste Grube, an einen finsteren Ort und in Todesschatten. Nach jedem Vers.
Vers: O Gott, mit unseren Ohren haben wir gehört, und unsere Väter haben uns berichtet.
L: Stehe auf, Herr, hilf uns.
Ch: Und erlöse uns um Deines Namens willen.
D: Weisheit.
L: Lesung aus der Prophetie des Ezechiel.
D: Lasst uns aufmerken.
Lesung des Apostels
Prokimenon, Ton 7:
L: Stehe auf, Herr, mein Gott, es erhebe sich Deine Hand, vergiss nicht Deiner Bedürftigen bis ans Ende.
Ch: Stehe auf, Herr, mein Gott, es erhebe sich Deine Hand, vergiss nicht Deiner Bedürftigen bis ans Ende.
Vers: Ich will Dich bekennen, Herr, mit meinem ganzen Herzen, will erzählen all Deine Wundertaten.
Ch: Stehe auf, Herr, mein Gott, es erhebe sich Deine Hand, vergiss nicht Deiner Bedürftigen bis ans Ende.
L: Stehe auf, Herr, mein Gott, es erhebe sich Deine Hand.
Ch: Vergiss nicht Deiner Bedürftigen bis ans Ende.
D: Weisheit.
L: Lesung aus dem ersten Brief des heiligen Apostels Paulus an die Korinther.
D: Lasst uns aufmerken.
1 Kor 5,6-8; Gal 3,13-14 ( Stelle lesen: 1 Kor 5,6-8 sowie Gal 3,13-14 )
P: Friede dir.
L: Und deinem Geiste.
D: Weisheit.
Alleluïa, Ton 1:
L: Alleluïa, alleluïa, alleluïa. Gott stehe auf, und zerstreut werden sollen Seine Feinde, und die Ihn hassen, sollen fliehen vor Seinem Angesicht.
Ch: Alleluïa, Alleluïa, Alleluïa.
Vers: Wie Rauch verweht, so sollen sie verwehen; wie Wachs schmilzt vor dem Angesicht des Feuers.
Ch: Alleluïa, Alleluïa, Alleluïa.
Vers: So werden die Sünder zugrunde gehen vor Gottes Angesicht, doch die Gerechten seien frohgemut.
Ch: Alleluïa, Alleluïa, Alleluïa.
Lesung des Evangeliums
P: Weisheit, aufrecht. Lasst uns hören das heilige Evangelium. Friede allen.
Ch: Und deinem Geiste.
D: Lesung aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
Ch: Ehre Dir, Herr, Ehre dir.
P: Lasst uns aufmerken.
Am folgenden <Tag>, der nach dem Rüsttag ist, versammelten sich die Hohenpriester und die Pharisäer bei Pilatus und sprachen: Herr, wir haben uns erinnert, dass jener Irreführer sagte, als er noch lebte: Nach drei Tagen werde ich auferweckt. Befiehl also, dass das Grab gesichert werde bis zum dritten Tag, damit nicht etwa seine Jünger des Nachts kommen, ihn stehlen und dem Volk sagen: Er ist von den Toten auferweckt worden; und ‹dann› wird die letzte Irreführung übler sein als die erste. Pilatus aber sprach zu ihnen: Ihr habt eine Wache; geht, sichert ‹es›, wie ihr ‹es› wisst. Sie aber gingen hin, und nachdem sie den Stein versiegelt hatten, sicherten sie das Grab mit der Wache.
(Mt 27, 62-66)*
Ch: Ehre Dir, Herr, Ehre Dir.
Das Grabtuch wird verehrt. Wo es kein Grabtuch gibt, verehrt man eine Ikone.
Die Sänger singen die Stichire, Ton 5:
Kommet, lasset uns seligpreisen den Joseph, den ewig denkwürdigen. In der Nacht kam er zu Pilatus und erbat das Leben des Alls. Gib mir diesen Fremden, der keinen Ort hat, sein Haupt zu betten. Gib mir diesen Fremden, den der böse Jünger dem Tode überantwortete. Gib mir diesen Fremden, den seine Mutter am Kreuze hängen sah und weinend klagte und mütterlich ausrief: Weh' mir, mein Sohn, weh' mir, mein Licht, weh' mir, mein liebstes Kind. Symeons Weissagung in dem Tempel hat sich heute erfüllt: Mein Herz durchdrang ein Schwert. Doch das Weinen wandte sich zur Freude deiner Auferstehung. Wir verehren deine Leiden, o Christus, wir verehren deine Leiden, o Christus, wir verehren deine Leiden und deine heilige Auferstehung.
ENDE, UND GOTT DIE EHRE.
Die aufgeführten Texte wurden von: Pater Kilian Kirchhoff, Erpriester Peter Plank, Übersetzungskommission der OBKD und evt. anderen, hier nicht aufgeführten Übersetzern ins Deutsche übertragen.
*Texte des Evangeliums nach: Byzantinischer Text Deutsch. Copyright: Schweizerische Bibelgesellschaft. Veröffentlicht mit der ausdrücklichen Genehmigung der Schweizerischen Bibelgesellschaft.
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